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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Fröbel.

in sich trägt und was sich zur Entwicklung von selbst hervordrängt. Denn dem Kindemuß keine Gewalt angethan werden in seinen Spielen, sondern es ist ihm nur Anstoßzu geben, das zu thun, was es von selbst thun würde, wenn es seinen innern Geniusrecht verstände. Die Kindergärtnerin soll gleichsam der bewußte Genius des spielendenKindes sein und im wahren Geiste des Kindes die Spiele desselben leiten. Manchesogenannte Fröbel'sche Kindergärten mögen dadurch in Miscredit gekommen sein, daßman die von Fröbel vorgeschlagenen Beschäftigungen und Spiele in äußerlicher Weiseerlernen und einüben ließ mit einer gewissen Verstandesreflexion ohne Gemüthstiefe undGemüthsinnigkeit. Diese entsprechen nicht dem Geiste Fröbels. Um einem Kindergartenheilsam vorzustehen, dazu gehört ein kindlicher, dem Kindesleben nachgehender und sichihm hingebender, ächtreligiöser Sinn voller Liebe und voller Glauben, aber auch vollvon Bildung und innerem Leben, um den verschiedensten Kindern möglichst alles zusein und sie gleichsam wie eine geistige Sonne zu bescheinen und zu beleben. Dahereignet sich zur Leitung von Kindergärten vorzugsweise das gebildete Frauengemüth, dader Mann in der Regel sich zu sehr durch den reflectirenden Verstand und durch einegewisse Willenshärte bestimmen läßt, um spielenden Kindern alles sein zu können.Fröbels großes Verdienst um die Kindergärten besteht nun besonders darin, daß er dieKinderspiele der sorgfältigsten Betrachtung unterwarf und in der Untersuchung, was dieKinder spielen können und spielen sollen, einen bewundernswürdigen Scharfsinn zeigte.Er gab mehrere Schriften heraus, in denen er seine Ansichten über die Kinderspieleund ihre Leitung veröffentlichte, von denen ich nur bemerke: Ein Ganzes von Spiel-und Beschäftigungskästen für Kindheit und Jugend 1. bis 5. Gabe. Die Spiele sind nachihm theils Bewegungs- theils geistige Spiele. Jene üben vorzugsweise die Gliederund Sinne, diese die geistigen Anlagen in ihren Anfängen; beide aber greifen auch ineinander über und bilden ein Ganzes.

Die geistigen Spiele sind besonders folgende: Spiele mit dem Ball, mit der Kugel,dem Würfel und der Walze; Bauspiele mit dem Würfel, der in der verschiedenstenWeise getheilt wird. Außerdem läßt Fröbel flechten, falten, ausschnsiden, zeichnen undvieles andere. Fröbel sucht und findet in allen diesen Spielen und BeschäftigungenEinheit und Zusammenhang, Bedeutung und Hinweisung auf das spätere Leben. Ganzbesonders sinnig erscheinen die Bauspiele, und die Kinder zeigen für diese großes In-teresse und bilden sich an denselben sichtlich. Wie Fröbel alle diese Spiele dazu be-nützt, um die Kinder sich bei denselben aussprechen und im Sprechen sich üben zu lasten,so bringt er auch den Gesang damit in Verbindung. Es wird in den Fröbel'schenKindergärten alles besprochen und besungen. Fröbel hat für Mütter und Kindergärt-nerinnen Mutter- und Koselieder und weiter auch hundert Balllieder herausgegeben, umsie in den Stand zu setzen, die Spiele der Kinder durch Rhythmus und Gesangzu beleben.

Wie Fröbeln schon in seinen frühern pädagogischen Unternehmungen der bereits er-wähnte edle Middendorfs treulich unterstützte, so förderte dieser auch die Begründung derKindergärten in jeder Weise. Bei seinem liebevollen und kindlich-sinnigen Wesen warMiddendorfs vorzugsweise geeignet, Kindergärten zu leiten. Auch schrieb er über die-selben selbst ein Buch, welches er der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt zurWürdigung vorlegte: Die Kindergärten. Bedürfnis der Zeit, Grundlage einigenderVolkserziehung. Blankenburg bei Rudolstadt, 1848. Fröbel selbst aber gieng in denletzten 12 Jahren seines Lebens ganz auf in Betrachtungen über das Wesen der Kin-dergärten und in praktischen Versuchen, dieselben ins Leben einzuführen und schied mittenunter diesen Bemühungen mit dem Bewußtsein aus diesem Leben, daß er für das Wohlder Menschheit nach Kräften gearbeitet und die ihm von Gott gewordene Mission red-lich erfüllt habe. Die Fröbel'schen Kindergärten enthalten denn auch abgesehen vonmanchen Tändeleien, die sie bei ihrer ersten Gründung in sich aufnahmen, einen gesun-den lebensvollen Kern, der unserer Nation nicht verloren gehen darf, sondern einer