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2 (1860) Director - Globus
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Fröbel.

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ihres Kindes dienen. Aber selbst in diesem Falle ist cs für ein Kind immerhin heilsam,wenigstens einige Stunden des Tages in eine solche Kleinkinderanstalt zu gehen, schondeswegen, um mit vielen seines gleichen zusammenzukommen, in der geistigen Gemein-schaft sich zu bilden und in Verbindung mit vielen manche Spiele und Beschäftigungenvorzunehmen, die zur Ausbildung des kindlichen Geistes ein Wesentliches beitragen unddoch nur von einer größeren Anzahl von Kindern vorgenommen werden können. Nimmtman aber nun vollends solche Familien und diese bilden bei weitem den Mehrtheilin welchen die Mütter entweder nicht die Zeit haben, um sich einen beträchtlichen Theildes Tags mit den Kindern zu beschäftigen, oder nicht die Fähigkeit und Bildung, umsie in zweckmäßiger Weise zu erziehen; so ergiebt sich für solche geradezu die Nothwen-digkeit der Kleinkinderanstalten. Was für ein Segen würde es z. B. für jedes Dorfsein, eine Anstalt der Art zu besitzen, da die Mütter hier wenigstens während desSommers größtentheils außerhalb des Hauses beschäftigt sind und ihre Kinder ent-weder sich selbst überlassen, oder doch einer ungenügenden Aufsicht etwa der größerenGeschwister übergeben mäßen! Aber auch für Städte, namentlich für größere Städtesind solche Anstalten wieder aus anderen Gründen ein Bedürfnis. *) Dieses Bedürfnisnun sollen Die Fröbel'schen Kindergärten befriedigen und Fröbel hat viele Jahre seinesLebens darüber nachgedacht und Versuche aller Art angestellt. Fröbel liebte es, seineUnternehmungen an wichtige historische Gedenktage anzuschließen und wo möglich gleichdas ganze deutsche Volk in das Interesse an seiner Sache hereinzuziehen. So fälltdenn die erste Stiftung seiner Kindergärten mit dem vierhundertjährigen Jubiläum derErfindung der Buchdruckerkunst zusammen und sie wird von ihm als ein gemeinsamesdeutsches Erziehungswerk hingestellt. Insbesondere forderte er die deutschen Mütter undJungfrauen auf, sich bei dem Unternehmen zu betheiligen und hoffte durch Actien ä 10 Thlr.das nationale Werk großartig begründen zu können. Der zu gründende deutsche Kin-dergarten sollte eigentlich vier Anstalten umfassen: 1) eine Musteranstalt für Kinder-pflege; 2) eine Bildungsanstalt für Kinderführer und Kinderführerinnen (sogenannte Kin-dergärtner und Kindergärtnerinnen); 3) eine Anstalt, welche angemessene Spiele undSpielweisen zu verallgemeinern sucht; 4) eine Anstalt, mit welcher alle in solchem Geistewirkende Eltern, Mütter, Erzieher und ganz besonders sich bildende Kindergärtnerdurch ein von ihr herauszugebendes Blatt in lebensvollem Zusammenhänge stehen können.Wir beschränken uns hier auf die Hauptsache, auf die Anstalten für Kinderpflege, diedenn jetzt auch allein Kindergärten genannt werden. Den Namen: Kindergarten gabübrigens Fröbel diesen Anstalten theils deshalb, weil er es für nothwendig erachtete,daß mit demselben ein Garten in Verbindung stände, in denen die Kinder spielen undmit dem Pflanzenleben durch Beobachtung und Pflege derselben bekannt gemacht werdenkönnten, theils auch wegen einer gewissen Symbolik, nach der Fröbel die Kinder mitden Pflanzen des Gartens verglich. Der erste Kindergarten wurde in Blankenburgbei Rudolstadt begründet. Den Zweck desselben giebt Fröbel in seiner kleinen Schrift:Nachricht und Rechenschaft von dem deutschen Kindergarten, Blankenburg 1843 infolgenden Worten an:Er soll Kinder des vorschulfähigen Alters nicht nur in Aufsichtnehmen, sondern auch eine ihrem ganzen Wesen entsprechende Bethätigung geben, ihrenKörper kräftigen, ihre Sinne üben und den erwachenden Geist beschäftigen und sie sinnigmit der Natur und der Menschenwelt bekannt machen, besonders auch Herz und Gemüthrichtig leiten und zum Urgründe alles Lebens, zur Einigkeit mit sich hinführen." Dasadäquate Mittel, um diesen Zweck der Kindergärten zu erreichen, ist das Spiel.Das Kind in diesem Alter arbeitet noch nicht, sondern es spielt; es hat einen unend-lichen Drang zu spielen und es kommt daher darauf an, dieser Spiellust eine solcheLeitung zu geben, daß durch das Spiel alles zur Entwicklung kommt, was das Kind

*) Eine andere Ansicht ist in dem Art. Elementarschule S. 97 ausgesprochen; die eingehendeErörterung muß dem Art. Kleinkinderschule Vorbehalten bleiben. D. Red.