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Fröbel.
unter dem Directorat des trefflichen Barop, eines Verwandten von Fröbel; aber esunterliegt keinem Zweifel, daß sie jetzt wesentlich anders und zwar praktischer eingerichtetist, als ehedem unter Fröbel. Die jetzige Keilhauer Anstalt erstrebt nichts apartes, amwenigsten erhebt sie den Anspruch, als habe sie das deutsche Erziehungswesen erst natur-gemäß zu begründen, aber indem sie die hohen Segel, mit denen Fröbel dieselbe indas große Meer des deutschen Erziehungswesens einznführen suchte, willig aufgegebenhat und bescheidentlich einem deutlich bestimmten Zwecke dient, wirkt sie nur um sosegensvoller. In einer ländlich stillen und anmuthigen Umgebung widmen die Lehrerihre Kräfte einem frohen, frischen, gesunden und strebenden Jugendleben, das getragenvon sittlich religiösem, wissenschaftlichem und nationalem Geiste ihre ganze Hingabe inAnspruch nimmt und zugleich ihr Ziel und Lohn ist. Was aber den Zustand dieserAnstalt, so lange Fröbel sie leitete, betrifft, so erhält man aus den Nachrichten, dieFröbel über sie veröffentlicht hat, durchaus keine Anschauung, ob sie ein irgendwie zu-sammenhängendes organisches Ganzes gewesen sei. Der Haupttheil dieser Nachrichtenbesteht immer in allgemeinen Gedanken, die meistentheils in einer sehr aphoristischenForm hingestellt werden; dann erst folgen einige und zwar in der Regel höchstdürftige Bemerkungen über die praktische Einrichtung der Anstalt und darunter ein-zelnes, was sich praktisch gar nicht realisiren läßt. So heißt es unter anderem: „Wirerlauben keinem Zögling zur Erlernung anderer Sprachen überzugehen, bis demselbenan der Muttersprache die Anschauung und Erkenntnis des Wesens der Spracheim allgemeinen, der Sprachgesetze, des Sprachgeistes klar und bis zurFestigkeit deutlich geworden ist." Wie wäre es denn möglich, einem Zöglingean der bloßen Muttersprache und ohne verschiedene Sprachen zu vergleichen, das Wesender Sprache im allgemeinen, der Sprachgesetze und des Sprachgeistes zur klaren unddeutlichen Erkenntnis zu bringen! Hoffnungen gelten dem enthusiastischen Fröbel leichtals Erfahrungen; so bemerkt er unter anderem auch, daß es auf seinem Wege möglichwerde, den Zögling dahin zu führen, daß er in fast weniger als einem Viertel derbisher auf den Unterricht in den fremden Sprachen verwandten Zeit bis zu einernamhaften (?) Stufe der Fertigkeit und Einsicht in jenen Sprachen gelange. Ich willin dieser Beziehung nur noch anführen, daß die Anstalt im Jahre 1821 noch keinenUnterricht in der Geschichte hatte und als Grund wird von Fröbel angegeben, weil „wirfür die Geschichte, als geschlossenen Lehrgegenstand, uns durch Naturwissenschaft, Chro-nologie u. s. w. noch nicht vorbereitet genug finden, daher werde sie nur gelegentlichberücksichtigt und noch nebensächlich der persönlichen Neigung, dem Privatfleißüberlassen."
Fröbel zog sich auch bald von der unmittelbaren Leitung der Keilhauer Anstalt zurückund überließ sie seinen Freunden, unter denen außer dem schon angeführten Baropnoch besonders Langenthal und der edle, durch und durch gemüthliche Middendorfserwähnt zu werden verdienen. Von 1831 an finden wir Fröbel in der Schweiz underst 1836 kehrt er nach Deutschland zurück und wendet sich nun fast ausschließlich derErziehung der Kinder vor dem schulpflichtigen Alter zu.
Er gieng von der gewiß nicht zu bezweifelnden Voraussetzung aus, daß der Menschin den ersten Jahren seines Lebens bei weitem das Meiste und Wichtigste lernt und denbesten Grund zu seinem ganzen geistigen Leben legt, aber gerade in dieser Zeit, wo erder sorgfältigsten Leitung bedürfte, oft am meisten sich selbst überlassen ist und in demleider! allzu häufigen Falle, wo das Familienleben des Zöglings geistig und sittlichverkümmert ist, meist für das ganze Leben verdorben wird. Es erscheint daher als eindringendes Bedürfnis, die Pflege und Erziehung der kleinen Kinder nicht dem Zufallezu überlassen, sondern durch wohl organisirte Anstalten zu leiten. Ist das Familien-leben, dem ein Kind angehört, gesund, so sind solche Anstalten allerdings weniger noth-wendig; eine edle, gebildete und liebende Mutter weiß in ihrem liebenden Geiste gleich-sam instinctartig die Mittel und Wege zu finden, die zur vernünftigen Entwicklung