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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Flattich.

Fleiß.

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Worten, theils durch Consequenticn und theils durch den Schluß vom Geistlichen aufsNatürliche etwas merkte, so kam mir Bengels Cyklus endlich unter Händen, in welchemmir die Methode, die natürlichen Beobachtungen mit dem göttlichen Wort zu verbindenund die natürliche Erkenntnis durchs göttliche Wort zu verbessern, sehr merkwürdig vor-kam." Flattich ist biblischer Empiriker,- er schöpft seine pädagogische Erkenntnis auszwei Quellen, einer aposteriorischen, der Erfahrung, und einer apriorischen, der Bibel(denn als solche gilt ihm die Bibel). Jene liefert ihm die Probleme für sein Nach-denken, an dieser rectificirt und bereichert er es. Hiedurch unterscheidet er sich aufs be-stimmteste von den gleichzeitigen Pädagogen, welche, ohne der Bibel eine Auctorität alspädagogische Erkenntnisquelle zuzugestehen, ganz aus freier Hand operirten und diePraxis nach ihren theoretischen Vernunftprincipien modelten. An Flattich ist jeder Zollein denkender Pädagoge; nicht leicht aber wird es einen Pädagogen geben, der vonallem Dogmatismus und Doctrinarismus so frei gewesen wäre und mit so Hellen Augen,mit so ungekünstelter Einfalt die Probleme des Unterrichts und der Erziehung auf ihrnatürliches, ursprüngliches Wesen angesehen hätte wie er. Seine Quellen waren nichtdas menschlich Abgeleitete, nicht irgend ein kirchliches oder pädagogisches Parteishstem,sondern das göttlich Gegebene, Erfahrung und Bibel; aber auch diese suchte er nichtin ein System zu bringen, er war trotz seines rein biblischen Standpuncts entfernt da-von, ein System der biblischen Pädagogik aufznstellen, und so etwa eine Schule zu stiften.Seine Individualität war zu einem Systematiker von Haus aus nicht organisirt, siewar für einen solchen, daß ich so sage, großartigen Gedanken zu sehr aufs Naive undNaturelle angelegt. Er erfand sich seine Pädagogik eben für den Hausbrauch, woraussich auch die aphoristische Form seiner Gedanken erklärt. Er war durch und durchPraktiker; seine Theorie (wenn man seinen Gedankenapparat so nennen will) hatte ihrenAusgangs- wie ihren Zielpunct in der Praxis, sie war ein Stück derselben; die Praxiswar ihm weder bloß Folie für wissenschaftliche Gedankenerzeugung noch das Versuchs-feld für theoretische Principien, weswegen auch der Gedanke, ein literarischer Pädagogzu werden, ihm wahrscheinlich nie in den Sinn kam, er ließ nie etwas drucken. Esfehlte ihm dazu schon, zwar nicht an Begeisterung für sein Fach, Wohl aber an jenerArt von Begeisterung, welche die junge pädagogische Wissenschaft der damaligen Periodekennzeichnete, daß er nämlich in seinen Ansichten und in seiner Methode das Heil derWelt entdeckt zu haben geglaubt hätte. Die Bibel hatte ja das schon lange vor ihmentdeckt. — Flattich ist bis auf die neueste Zeit unter den Pädagogen fast gar nichtbekannt gewesen, vr. G. H. Schubert in München in seinem „Altes und Neues"(I. und II. 1824) und I)r. Barth in Calw in seinen „Süddeutschen Originalien"(III. Heft 1832) haben ihn zuerst aus der Verborgenheit hervorgezogen. Der „Süd-deutsche Schulbote" theilt seit einer Reihe von Jahren (von 1838 an) unter der Auf-schrift „Pädagogische Blicke" seine „unterschiedlichen Anmerkungen über das Informations-Werk" mit. Im Jahr 1856 erschien von C. F. Ledderhose die Schrift „Leben undSchriften des Ll. I. Fr. Flattich," welche in ihrer ersten Abtheilung alle biographischenNachrichten über Flattich, in der zweiten seinen handschriftlichen Nachlaß, jedoch wahr-scheinlich noch nicht vollständig, gesammelt hat. L. Völker.

Flegeljahre, s. Entwicklungspcriode.

Fleiß. Man betrachtet den Fleiß der Schüler in der Regel als ein Mittel, umsich wissenschaftliche Bildung zu erwerben, und in der That hat der Fleiß zunächst dieseBestimmung und Bedeutung, denn keine Art der Bildung noch sonst etwas großes undwerthvolles in der Welt ist auf einem anderen Wege zu erlangen, als durch Fleiß, undselbst die vorzüglichsten Anlagen tragen geringe oder gar keine Frucht, wenn sie nichtdurch einen regelmäßigen und ausdauernden Fleiß entwickelt werden. Aber der Fleißist nicht bloß ein wesentliches Mittel, um den Zweck der Schule zu erreichen, sonderner kann gewißermaßen sogar selbst als der Zweck der Schule angesehen werden. Esist zwar sehr schön und nothwendig, daß der Schüler mit Kenntnissen und Fertigkeiten