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leichte Art excolirt werde, und mithin, daß junge Leute durch die,Erlernung einer fremdenSprache zu Wrssenschaften disponirt und präparirt werden, sofern sie anders solche nichtdurch bloße Gewohnheit, sondern mit Verstand lernen. Man kann mit jungen Leutennicht sogleich in Wissenschaften und Verstandessachen hinein, indem zuvor die Seelen-kräfte dazu disponirt werden mäßen. Man darf nur die Probe davon machen, so wirdman, wie ich, erfahren, was es für Schwierigkeiten habe, an die man vorher nicht denkt.Wollte man aber keine Erlernung einer fremden Sprache vorangehen lassen, so müßteman ein ganz neues Mittel ausfindig machen, wodurch man die Muttersprache geschicktlernte und wodurch die Seelenkräfte disponirt würden."
Merkwürdig ist noch das eigenthümliche Lehrverfahren Flattichs. Zwingende Um-stände führten ihn auf ähnliche Weise wie Lancaster auf ein Mittel, um den unmittel-baren Unterricht des Lehrers bei den Schülern zu ersetzen. Wir lassen ihn selbst reden.Er sagt in dem „Sendschreiben von der rechten Art, Kinder zu unterweisen," das erauf Prälat Oetingers Aufforderung, seine Grundsätze der Erziehung schriftlich darzu-legen, an diesen richtete und das in Oetingers Zeitschrift „die güldene Zeit" erschien,n. a.: „Zn der Information ist es nicht möglich, daß ich zu einem jeglichen Hinsitzenoder sonst mit ihm besonders viel umgehen kann, zumal da ich meinem Pfarramt ab-warten muß, da ich auch manchmal krank bin, da ich öfters Besuche bekomme, da ichnach meiner starken Oekonomie sehen muß, welche bereits orckirmirö aus 24—28 Per-sonen besteht, und ich dabei Vieh und Güter habe. Weswegen ich darauf bedacht seinmußte, wie ich die viele Mühe und Beschwerlichkeit ohne Schaden verringern könnte.Das erste Licht dazu gab mir im Jnformiren eine Leiter; denn wenn man Bubenauf einen Baum hinaufschaltet, so ist es ihnen und dem Schaltenden eine Beschwerlich-keit; wenn man ihnen aber eine Leiter an den Baum stellt, so können sie selbst hinauf-steigen, und zwar einer hinter dem andern; weswegen ich den Versuch machte, ob mannicht auch gleichsam eine solche Leiter im Jnformiren zuwege bringen könnte. In dieserAbsicht machte ich eigene Aufsätze, in welchen meine Kostgänger arbeiten mußten, undzwar so, daß fast alles durchs Schreiben geht, wodurch sie den Fleiß und ein eigenesGeschäft lernen, auch des Nachdenkens gewöhnen, indem meine Aufsätze vornehmlich aufein suoosssivss Besinnen eingerichtet sind. In dieser Arbeit sehe ich vornehmlich darauf,daß sie einen Tag so viel thun als den andern, indem ein alltägliches Geschäft, wenncs auch nicht sonderlich groß ist, das größte Stück giebt. Die größte Schwierigkeit be-steht darin, daß man einem jungen Menschen dasjenige vorlegt, was seiner Fähigkeitgemäß ist." Uebrigens setzt er hinzu: „Die Direction junger Leute kostete mich viel mehrUeberlegung und Mühe, als die Information."
Fragen wir noch, auf welchem Weg Flattich zu seinen so kerngesunden, einfachenund treffenden Ansichten gekommen sei, so giebt er uns in der Vorrede zu seinen „An-merkungen über die Information" vom Jahr 1768 selbst die beste Auskunft. „Es istmir, sagt er, in meiner Information immer beschwerlich gefallen, so vieles mit einerUngewißheit und daraus entspringenden Unruhe zu thun, weswegen ich auch immerwünschte, mit mehrerer Gewißheit und Gemüthsruhe die Information und Zucht ein-richten zu können. Nun sah ich bald, daß ich durch die bloße Vernunft hier ebenso-wenig ausrichten könne, als man durch die bloße Vernunft ohne zuvor gesammelte Er-fahrungen einen Weinberg anlegen kann. Daher legte ich mich auf die Erfahrung,machte allerlei Versuche und Beobachtungen und suchte daraus Regeln zu machen. Beidiesen gemachten Regeln habe ich in der Praxis wahrgenommen, daß ich bald davonbald dazu thun, bald auch gar eine Regel ganz wegwerfen mußte, indem man sich leichtim Beobachten übereilen, oder aus den Beobachtungen zu viel oder gar etwas falschesschließen kann. Ich gedachte daher, ob ich nicht aus dem göttlichen Wort mehr Lichtauch in dem Jnformationswerk bekommen könnte, und gab deswegen bei der Beobachtungdes göttlichen Worts auch Achtung, ob nicht auch darin solche Dinge Vorkommen, dieich bei der Information gebrauchen könnte. Da ich nun hin und her theils in klaren