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2 (1860) Director - Globus
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Flattich.

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mit Wünschen umgeht, kommt vom Verstand ab und fällt in Thorheit. Wenn die Lüsteso beschaffen sind, daß man durch vieles Nachdenken Mittel ausfindig machen muß, umseine Lust büßen zu können, so wird zwar die Arglist, aber nicht der wahre Verstandgeschärft." Im übrigen huldigte er dem Grundsatz, nicht vielerlei, aber viel zu lernen.„Wenn einer nicht mehr Rettigkörnlein stecken wollte, als er künftig Rettige bekommenwill, so würde es ihm gewiß fehlen. Ebenso muß man auch in seiner Jugend so viel" lernen, daß auch etwas davongehen kann; denn man mäße jungen Leuten nicht znmuthen,daß sie alles behalten sollen, wie ja auch von den Speisen das wenigste im Leib bleibe,daß es anschlage, sondern das meiste wieder fortgehe. Die Ausdrücke „formale Bildung"„harmonische Ausbildung" braucht er nicht, die Sache selbst aber ist ihm geläufig. Essei ein Fehler, sagt er z. B., wenn man immer nur an die Sache, die man lehren soll,denke, hingegen sich um die Verbesserung der Seelenkräfte nicht bekümmere. Wie manden Boden, ehe man ihn besäe, zuvor dazu präparire, so mäßen auch die Seelenkräftejunger Leute zuvor präparirt und geschickt gemacht werden, ehe man sie was rechteslehren könne. Und wie beim menschlichen Leib alle Glieder miteinander in gehörigerProportion wachsen, so müßen auch alle Seelenkräfte so ausgebildet werden, daß keinevernachläßigt würde, was um so nöthiger sei, als eine der andern aushelfe. Auf Culturdes Verstandes mäße beim Lernen vorzüglich gedrungen und daher der Unterricht soeingerichtet werden, daß die Schüler immer auch Grund angeben können. In xraotioismüßen sie Glauben und Gehorsam, in tlrsorotüois hingegen sollen sie bei allem nachder Raison fragen lernen. Doch wolle der Verstand Zeit haben, wie das Obst, bis esreif ist, weswegen man den Verstand nicht übertreiben und von jungen Leuten nicht zuviel fordern soll. Anfänglich ist der Mensch bloß sinnlich, weswegen man nicht mit denGeneralia (d. h. den Begriffen) anfangen, sondern zuerst die Sachen sinnlich vorstellenmuß. Wenn Kinder den Verstand an sinnlichen Sachen eine Zeitlang gebraucht unddieselben Wohl gefaßt haben, so lernen sie solche Sachen miteinander vergleichen undmerken die Ähnlichkeit derselben, daß sie Generalia begreifen. Seine Lehrart zieltedaher hauptsächlich auf analogische Erkenntnis, er liebte es, die Schüler vom Leiblichenaufs Geistliche schließen zu lassen. Weil junge Leute bei ihren Fortschritten das meisteselbst thun, so muß man vor allen Dingen Aufmerksamkeit und Lernbegierigkeit bei ihnenzu erwecken suchen und zu dem Ende darauf bedacht sein, sie nicht nur zu deutlichen,sondern hauptsächlich zu lebhaften Vorstellungen zu bringen; denn diese geben eine Auf-munterung und Eindruck ins Gemüth und dienen dazu, daß man etwas leichter behältund auch nützlicher anwendet. Das Auswendiglernen will Flattich nicht vernachläßigtwissen; es sei zwar an und für sich etwas todtes, aber die todte Erkenntnis könne zuseiner Zeit lebendig werden, da man es dann erst recht überlege, und dann diene dasAuswendiglernen anstatt eines Buchs oder Lehrmeisters. Uebrigens will er, daß nebender inomoris, moollanion auch die msrnoria inAsniosa (da man sich eine Ähnlichkeitmit etwas bekanntem macht und dadurch das Gedächtnis erleichtert) und die momoris.jullioiosa (wenn man durch eine rechte Ueberlegung etwas behält) ausgebildet werde.Wie Flattich über das Sprachenlernen dachte, geht ans folgender Stelle hervor: „Manchemeinen, man könne es in Wissenschaften und am Verstand viel weiter bringen, wennman nicht so viel Zeit auf die Sprachen wendete; denn anstatt der Sprachen könnteman den Verstand excoliren und nützliche Wissenschaften lernen. Ich war auch selbsteinige Zeit dieser Meinung, und gieug deswegen mit jungen Leuten frühzeitig inMathematica hinein, zumal mit solchen Subjecten, welche keine große Latinität nöthighatten und andere Sprachen in gewisser Art entbehren konnten. Als ich aber wahrnahm,daß mein theoretisches Project in Praxi nicht von Statten gehen wollte, so machte icheine Ueberlegung, was die Ursache davon sein mochte, und lernte einshen, daß mandurch Latinität deutsch lerue, daß man unvermerkt allerlei Periodos und den Zusammen-hang lerne, daß man ein eigenes Geschäft und den Fleiß lerne, daß man Generaliaeinshen lerne, daß das Ingenium und Nachdenken bei jungen Leuten dadurch auf eine