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2 (1860) Director - Globus
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Flattich.

haben sie ein zartes Gefühl. Ich habe auch in vielen Fällen wahrgenommen, wie mandurchs Verkünsteln und Abweichung vom Rechten sich so viele Sorgen, Verdruß undMühe macht, da man leicht zurecht kommen könnte, wenn man dem xiinoixio äs sim-xlioi st rsoto folgte. Das meiste aber habe ich mit mir selber zu thun; denn wennmein Herz in einer Unordnung ist, oder wenn ich mich gar vergehe, so giebt solches eineKonfusion in mein ganzes Haus."

Man kann Flattich nicht wohl in eine der Rubriken einreihen, in die man diePädagogen einzutheilen pflegt. Wollte man ihn damit für abgeschildert halten, daß manihn der pietistischen Schule zutheilte, so würde man wenigstens darin irren, wenn manihn mit den Fehlern behaftet glaubte, die man gewöhnlich dieser Richtung zuzuschreibenpflegt. Seine mstlioäus subjsotiva, von der sogleich weiter die Rede sein wird, be-wahrte ihn vor allem Methodismus in der Seelenpflege, vor allem Dogmatismus imReligionsunterricht, vor allem Pedantismus in der sittlichen Beurtheilung der Jugendund ließ in seiner Erziehung neben dem entschiedenen Festhalten am christlichen Erziehungs-princip den Geist echter Humanität in freiester Weise zur Geltung kommen. Nochweniger freilich kann man ihn den Philanthropisten beizählen, obwohl fast alle guten Ideenund praktischen Gedanken, die sie hatten und die sie als große Funde ausposaunten, beiihm sich wieder finden. Die Wichtigkeit der Gesundheitspflege, die Ausnahme der Mutter-sprache und der Realien in den Kreis der Unterrichtsfächer, die Idee der formalen Bil-dung, der harmonischen Ausbildung der Geisteskräfte, das Dringen aus Cultur desVerstandes und der Phantasie, auf deutliche und lebhafte Vorstellungen und Begriffe,die Sorge, den Kindern das Lernen möglichst leicht und angenehm zu machen, das allesund manches andere sind ihm ganz geläufige Dinge, die er in aller Einfalt, als wennsie sich von selbst verstünden, bespricht, die er aber auch, fern von aller Uebertreibungund Ueberspannung, auf das richtige Maß und ihren wahren Werth zurückzuführen weiß.Und doch findet sich keine Spur davon, daß er mit der damaligen pädagogischen Literaturin irgend einer Beziehung gestanden wäre; sein pädagogisches Denken war ein durchausselbständiges, ganz außer Berührung mit der Zeitströmung stehendes. Bekanntlich hatauch die pietistische Schule manches, was man lange als ausschließliche Erfindung derPhilanthropisten ansah, schon vor diesen gelehrt und geübt; von Flattich aber könnteman vielleicht sagen, daß er, was Pietisten und Philanthropisten in ihrer Lehr- undErziehungsweise Gutes hatten, ohne ihre Fehler in sich vereinigte, jedoch nicht aufmechanisch-eklektische, sondern in durchaus originaler unabhängiger Weise. Das Gesagtewird seine Bestätigung und Erläuterung finden, wenn wir uns ein Bild seiner Lehr-und Erziehungsgrundsstze zu entwerfen suchen. Es ist freilich schwer, dies in der er-forderlichen Kürze zu geben, da Flattich kein Mann des Systems und der genetischenEntwicklung war, sondern seine Gedanken auf rein empirischem Weg erzeugte und inder zufälligsten aphoristischen Form reproducirte. Ein Grundgedanke der Flattich'schenPädagogik, welcher den wahrhaft humanen und eben darum christlichen Charakter seinerLehr- und Erziehungsweise ins hellste Licht setzt, war der, daß ein Lehrmeister nach demVorbild des Apostels Paulus, der jedermann allerlei geworden war, sich „vornehmlichauf die mstlroäuin subjsotivain verlegen" mäße. Wie es keine rasäioina nnivsroalisgebe, so auch keine allgemeine Methode, nach welcher junge Leute behandelt und unter-richtet werden könnten. Man mäße sich nach der oapaoitats sndjsotoium richten undwissen, was für junge Leute nach ihren Gaben, Alter, Geschlecht, Stand, Leibesconsti-tution, Vermögen und anderen Umständen überhaupt und für jedes Individuum beson-ders tauge, weswegen die ps^oliolvAia smpirioa höchst nöthig sei. Man müße denjungen Leuten ihrem Alter angemessene Gegenstände und Aufgaben geben, nicht aufhitziges Studiren dringen, sie nicht übertreiben, und den.verborgenen Wirkungender Seele auch etwas überlassen. „Ein Lehrmeister soll nicht nur für seinePerson die Zeit erwarten können, sondern er soll auch jungen Leuten und ihren Elternzusprechen, daß sie warten lenken, besonders bei harten inZsniis, indem man von ihm