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2 (1860) Director - Globus
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Fichte.

artikel, au dem man gar nicht zweifeln kann, ohne seine ganze sittliche Natur aufzu-geben (IV. 240; VII. 374); verdammt sein würde heißen seine Besserung auf alle Ewig-keit aufgeben; dies wäre jedoch das größte Uebel, dessen ernsthafter Gedanke jeden ver-nichten würde (IV. 168). Dem Kinde wohnt aber die Liebe zum Guten ein undes ist eine abgeschmackte Verleumdung der menschlichen Natur, daß der Mensch alsSünder geboren werde (VII. 421). Nach diesen Grundsätzen ist demnach die neueNationalerziehuug zu leiten, welche die wirkliche Lebensregung und Bewegungihrer Zöglinge nach Regeln sicher und unfehlbar bilden und bestimmen kann. Dieselbegeht zunächst nur auf Anregung regelmäßig fortschreitender G eist est hätig-keit; die Erkenntnis giebt sich nebenbei als unausbleibliche Folge (VII. 288). DerZögling muß stets selbst arbeiten, weshalb die Methode, leicht oder spielend zu lehren,in einem vernunftgemäßen Erziehungsplane nicht eintreten kann (VIII. 356); denn dieTrägheit ist das erste Grundlaster, aus welchem die beiden anderen, Feigheit undFalschheit, erst entspringen (IV. 200). So ist die neue Erziehung die besonnene undsichere Kunst, den Zögling zu reiner Sittlichkeit zu bilden (VII. 296): die allgemeineForm des sittlichen Willens ist aber die Liebe (VII. 291), gleichwie die ganze Form undKraft des Lebens in der Liebe besteht und aus derselben entsteht ^(V. 401); auch wirdzu der wahrhaftigen Tugend, zu dem echt göttlichen Handeln sich nie einer erheben, dernicht im klaren Begriffe die Gottheit liebend umfaßt (V. 411). Mithin wird das letzteGeschäft der neuen Erziehung die Bildung zur wahren Religion sein, welche die voll-ständige Erlösung von allem fremden Bande ist; dies geschieht eben dadurch, daß derZögling angeleitet wird, ein Bild der übersinnlichen Weltordnung, d. h. des göttlichenLebens selbstthätig zu erzeugen (VII. 298). Niemals darf demgemäß das Erkenntnis-vermögen des Zöglings angeregt werden, ohne daß die Liebe für den erkannten Gegen-stand es zugleich werde; diejenige Liebe aber, welche den Menschen an den Menschenbindet, bildet das handelnde Leben und treibt an, das Erkannte in sich und anderendarzustellen (VII. 413). Die ursprüngliche Sittlichkeit in dem Kinde ist aber der Triebnach Achtung (IV. 317; VII. 414); hieran ist die Bildung zur Tugend anzuknüpfen,und das Urtheil der Erwachsenen, welches dem äußeren Gewissen des Kindes gleich ist,dient, um jene Liebe zum Guten zu fördern (VII. 420). Wie der Mensch sich gegendas Sittengesetz, so verhält sich das Kind gegen die Gebote seiner Eltern und so ver-einigt sich Freiheit mit Zucht in dem freien Gehorsam der Kinder (IV. 338). Hierzuist aber erforderlich, daß nur gute Beispiele den Zögling umgeben und alles Schlechtevon ihm fern gehalten werde: in der eigenen schamhaften Stille des Gemüths muß dieSittlichkeit aufkeimen (VIII. 358), und deshalb hat die neue Erziehung, welche dieschlechtgewordene Menschheit zu heilen unternimmt, das Kind unbedingt von der häus-lichen Erziehung ganz abzusondern (VII. 406). So ist gleichsam ein kleinerErziehungs- und Wirthschaftsstaat gemeinschaftlich für beide Geschlechter einzurichten:in ihm ist Lernen und Arbeiten auch in der Weise stets zu vereinigen, daß alle Lebens-und Unterhaltsmittel durch ihn selbst hervorgebracht werden, wenigstens dem Zöglingehervorgebracht zu werden scheinen (VII. 423 flg.). Diese Erziehung einzurichtcn ist zu-nächst der Staat verpflichte!, welcher streng genommen ebenso die Eltern zur Hergabeihrer Kinder zu zwingen berechtigt ist, wie er zum Kriegsdienst zwingt; doch mag demWiderstreben der Eltern anfangs nachgegeben werden, da die Frucht der neuen Erziehungbald jeden Widerstand überwinden wird (VII. 428 flg.). Dieser Erziehungsweg kommtganz eigentlich und zunächst den Deutschen zu, theils wegen der Selbständigkeit undLebendigkeit ihrer Sprache, in welcher Leben und geistige Bildung zusammen, nicht ge-trennt geht, theils weil das deutsche Volk recht eigentlich zur Aufnahme des Christen-Ihums geeignet gewesen ist, endlich weil besonders der Deutsche an ein absolut Erstesund Ursprüngliches im Menschen selbst, an Freiheit, unendliche Verbesserlichkeit undewiges Fortschreiten des Geschlechts glaubt (VII. 311. 374). Hieraus folgt, daß dieneue Erziehung unter den Deutschen die wahre Vaterlandsliebe tief und unauslöschlich

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