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2 (1860) Director - Globus
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Fertigkeit, Fertigkeiten.

Festigkeit.

förmlich gewerblich-technische Tätigkeiten). Darum hat die Erziehung nicht bloß da-rauf zu reflectiren, daß diese überhaupt nicht — wie schon früher berührt — zu sehrvorherrschend sich geltend machen (Entfernung namentlich aller förmlich gewerb-lichen Thätigkeit aus der Schule), sondern daß namentlich diejenigen äußern Fertig-keiten, in denen sich die innern Zustände des geistigen Lebens darstellen und ausprägen,wie z. B. das Singen, Zeichnen, gegenüber den übrigen zu ihrem Rechte kommen.Sodann wird es gelten, die Aneignung derjenigen Fertigkeiten, die, so wenig sie un-mittelbar das geistige Leben fördern, doch die wesentlichen Bedingungen des geistigenVerkehrslebens sind, wie z. B. Lesen und Schreiben, anstatt sie durch künstliche Me-thoden zu erschweren, so viel als möglich zu erleichtern, und endlich dieselben überhauptso wenig als möglich als etwas selbständiges, für sich seiendes zu betrachten, sondernin den Dienst von etwas geistigem zu stellen. (Singen, Zeichnen; Turnen, auf derGrundlage eines allgemeinen, geistig frischen, kräftigen und vaterländisch gesinntenJugendlebens!) Man lese das Treffende, was über all diese Dinge auf feine WeiseBeneke in seiner Erziehungs- und Unterrichtslehre II. bemerkt.

Nach dem Vorangehenden bleibt endlich nur die Frage noch zu beantworten, wiein der Erziehung die Fertigkeit begründet und gebildet werde? (vgl. den Art. „Ein-übung") und dabei ist vor allem darauf aufmerksam zu machen, daß für eine sichereund dauernde Nachwirkung unendlich viel von der möglichst vollkommenen Vollziehungder ersten grundlegenden Acte ankommt. Diese selbst sind, so weit sie nicht in Folge un-mittelbarer und directer Anregungen zu Stande kommen, namentlich bei äußern Fertig-keiten durch Association der entsprechenden Muskelbewegungen mit den Wahrnehmungendes Gesichts- und Gehörsinns, also durch Vormachen zu erzeugen. — Im weitern erscheintfreilich als das wesentlichste Mittel dafür, daß die Thätigkeiten immer rascher undleichter erfolgen, die Wiederholung derselben. Dadurch wird am einfachsten undsichersten wie die Gewandtheit jeglicher Muskelthätigkeit so die Verstärkung und Sicherheitder Jdeenassociationen und Kombinationen erreicht. Je mannigfaltiger und vielseitigerLiese Wiederholungsübungen sind, anstatt immer dieselbe einförmige, gegebene Weiseeinzuhalten, desto freier und leichter wird sich die Fertigkeit gestalten, weswegen nament-lich auf geistigem Boden die Repetitionen unter neuen Anknüpfungs- und Gestchts-puncten und mit selbständiger Entwicklung nicht dringend genug empfohlen werdenkönnen. — Dabei wird die Leichtigkeit der Wiederholung begünstigt durch Zerlegungund Gliederung der Thätigkeit und Arbeit (man denke an die Production jedes Buch-staben nach seinen einzelnen Theilen; an die Theilung des zu bewältigenden Memorir-stoffs), sowie dadurch, daß man in sinnlichen Zeichen (Merkzeichen) und in verständigerCombination und Disposition Stützen und Hülfsmittel sucht. — Um aber den Triebzur Wiederholung bis zur Fertigkeit zu wecken, bedarf es auf der einen Seite im Un-terricht einer großen Ausdauer und Zähigkeit des Lehrers, auf der andern Seite einerMunterkeit, innern Lust und Freude an der Sache bei dem Schüler. Dafür ist es vonebenso großer Wichtigkeit, daß schon die ersten Eindrücke und Thätigkeiten lebendig undInteresse erregend sind, als daß das Geschäft der Einübung nie zum Ueberdrus; undWiderwillen führe. Deswegen ist das Geheimnis der Kunst der Bildung zur Fertig-keit: stete Erregung des Wohlgefühls befriedigten Strebens, des Sinns für das Schöneund Vollkommene und der Erfahrung des Nützlichen und Werthvollen, das in dem Er-rungenen liegt. Di. Eisenlohr.

Festigkeit. Ohne Festigkeit im Denken, Wollen und Handeln giebt es keinenCharakter; diese Festigkeit bildet zugleich die Grundbedingung und den Gradmesser fürLie Stärke desselben. Wie der Charakter passiv durch festen Widerstand gegenüber densein Wesen störenden und verwirrenden Einflüßen, actio durch Fixirung der Grund-sätze, hervorgehend aus der festbestimmten Form des Handelns, sich äußert, ist bereitsim betreffenden Artikel (Th. I. S. 777, b u. o) hervorgehoben; hier ist der Ort, das