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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
Seite
367
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bis zur Ungebühr ausgedehnt werden (Ficken sch er 202. Vierordt89. Palm 16).Unterbrechung des Schulunterrichts wegen der Jahrmärkte in Nachbarorten findet Wohlnirgends mehr statt. In neuerer Zeit ist übrigens von manchen Pädagogen (z. B.Z err enner, Grundsätze der Schulerziehung §122) der Wegfall aller Jahrmarktsferienverlangt und der Polizei empfohlen worden, gerade an Markttagen auf recht ordentlichenBesuch der Schule zu dringen, da, auch wenn die Kinder an solchen Tagen nicht viellernen sollten, schon ihre Entfernung aus dem Marktgewühl und ihre dadurch bewirkteVerwahrung vor mancherlei Versuchungen ein Vortheil sei. Andre freilich, wie Nebe(Der Schullehrerberuf H 243), haben darauf hingewiesen, daß das Geräusch der Jahr-markttage ein ruhiges Schulehalten fast unmöglich mache; auch läßt sich sagen, daß inkleinern Orten an solchen Tagen das Bedürfnis der Eltern, ihre Kinder bei ihren Ge-schäften zu benützen, einige Rücksicht verdient. Für höhere Anstalten liegt die Sachewohl etwas anders. Ein Zugeständnis eigener Art ist es, daß die Kirchweihfeste z. B.in Sachsen zwei schulfreie Tage (im Altenburgischen vor einiger Zeit noch vier) nachsich ziehen, wie denn auch manche Gymnasien die Schüler, deren Heimatorte Kirchweih-fest haben, für zwei Tage vom Schulbesuche dispensiren. Sehr wichtig sind für dieVolksschule die Ernteferien, und die Schulgesetzgebung hat sich viel mit ihnen be-schäftigt. Man suchte früher in Preußen, Sachsen, Württemberg dadurch zu helfen,daß man während des Sommers den Unterricht auf etwa zwei Morgenstunden beschränkteund die Schulinspectoren ermächtigte, manche Kinder während der eigentlichen Erntezeitvom Schulbesuche ganz oder zum Theil zu befreien, und noch jetzt ist in Sachsen Praxis,daß eigentliche Ernteferien nicht bestehen, sondern den Schulvorständen nur nachgelassenist, die Schullehrer auf ihr Ansuchen statt sogenannter Hundstagsferienin den geschäfts-vollsten Tagen der Erntezeit" eine Woche von ihren amtlichen Pflichten zu entbinden.Ungleich liberaler ist man anderwärts (im Anhaltischen, in Hannover, in Mecklenburg,im Altenburgischen, im Großhcrzogthum Hessen rc.) gewesen und hat die Sommerferienbis 3, 4, 6, 8 Wochen ausgedehnt, lieber die Zeit der Ernteferien ist natürlich nachörtlichen und klimatischen Verhältnissen zu entscheiden; die Bestimmung des Anfangs,wohl auch die Vertheilung, wird am besten den nächsten Behörden (den Localinspectoren)überlassen, obwohl die höhern auf Controls auch in diesem Stück nie zu verzichten haben.Die feste Regelung des Schulbesuchs in der Volksschule ist übrigens, auch nach Ab-stellung des Unterschiedes von Sommer- und Wintcrschnlen, hier und da noch so wenigpopulär, daß dem Volksgefühle in den Tagen der Hen-, Getreide- und Kartoffelernte,der Weinlese rc. schonende Rücksichten nicht versagt werden können. Für die höhernSchulen stnd die Sommer- oder Hundstagsferien in manchen Ländern schon seitalter Zeit eine zusammenhängendere Zeit der Erholung gewesen. Indes trifft man inziemlich weiter Ausdehnung den Gebrauch, einen Monat hindurch nur die Nachmittags-stunden ausfallen zu lassen, die fleißige Rectoren doch auch wieder zu besonder» Privat-lectionen benützten. So der treffliche Ehr. Weise in Zittau, der in einem Programmvon 1679 seinen Schülern zurief: Habcamus Oauicularcs, sock gualss ooluit Älajcckus,gnulss läpsius, kkutcauus, Llurctus et alii, guorum praccipua scripta, stiaru ckcbcmnsOanicnlaribus; sic Ilsus ksliciter obllusrs jnboat mousoiu Irnnc mssssscxus turnllorrsis tum inAsniis larZiatnr guam maxims säkulares! Aber selbst bei solcher Ein-schränkung (vgl. Schulze, Gesch. des Gymn. zu Gotha 86) fanden diese Ferien Tadler,und so war an manchen Orten (z. B. in Durlach nach Vierordt a. a. O.) währendder Hundstage immer nur der Montagnachmittag frei. In den sächsischen Fürstenschulengab es bis auf die neuere Zeit Ferien dieser Art gar nicht. Jetzt dürften die höhernAnstalten fast überall 34 Wochen nnverkümmerte Sommerferien haben (über Badenvgl. Bd. I. 410, über Baiern I. 435. 454); doch ist selbst in den einzelnen Länderndie aus pädagogischen Gründen wünschenswertste Uebercinstimmung in der Zeit noch nichterreicht und wird auch äußerer Verhältnisse halber kaum jemals zu bewirken sein.Manche Anstalten haben sich auf drei Wochen Sommerferien beschränkt, um zu Michaelis