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2 (1860) Director - Globus
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Ferien.

währen, und die Erfahrung zeigt ja doch immer wieder, daß Kinder, wenn sonst dieSchule rechter Art ist, namentlich bei etwas längeren Ferien allmählich wieder lebhaftesVerlangen nach der geordneten Thätigkeit der Schule haben, und gewiß kommt der rechteSchulmann stets wieder mit Freude nach der Ferienzeit zur Schule zurück.

Gleichwohl wird anzuerkennen sein, daß zu Ansetzung von Ferien in früherer Zeitnicht immer gerade klare Einsicht in die pädagogische Zweckmäßigkeit derselben Grundgewesen ist. Die Ferien hatten zunächst kirchlichen Charakter und ergaben sichz. B. schon aus der engen Verbindung der Schule mit der Kirche. Zumal die latei-nischen Schulen des 16. Jahrhunderts waren nicht nur durch ihre Singchöre, sonderndurch ihre ganze Einrichtung der Kirche so nahe gestellt, daß in der Zeit der hohenFeste, vor und nach denselben, Unterbrechung des Unterrichts als angemessen erscheinenmußte, ja unvermeidlich war, da Lehrer und Schüler in mancherlei Weise für den Dienstder Kirche sich vorzubereiten hatten. Ueberdies aber forderte der hohe Ernst, mit welchemman diese Feste begieng, neben dem, was der Gottesdienst von der Schule als solchererwartete, ganz im allgemeinen die Auszeichnung der Festzeiten durch stille Sammlungdes Gemüths und durch eine dem Hause überlassene Nachfeier. Wo, wie schon frühbei der Osterzeit, mit dem Feste der wohl auch durch öffentliche Prüfungen bezeichneteSchluß des Schuljahrs zusammenfiel, gewannen die Ferien eine größere Ausdehnung.Ebenso findet man oft, daß die frohe Weihnachtszeit Ferien bis zum Dreikönigstagebrachte. Kürzer war die Ruhezeit am Pfingstfeste, dauerte indes voch auch an manchenOrten eine Woche. Später geschah es hier und da, daß an jedem Tage der Charwochewie der Weihnachtswoche der Hauptlehrer jeder Classe, der zugleich Neligionslehrer war,eine Religionsstunde hielt, die natürlich auf das Fest Bezug hatte. Vgl. Vierordt,Gesch. der im I. 1724 aus Durlach nach Karlsruhe verpflanzten Mittelschule I. 89und Palm Do pristina iUustrio Noläani ckisoiplina narrativ 15 f. Der enge Zu-sammenhang der aus der Reformation hervorgegangenen Schulen mit dem kirchlichenLeben war übrigens auch der Grund, daß an den Marien- und Aposteltagen, amJohannistage, am Michaelisfeste, zu Fastnacht die Schule ebenfalls ausfiel; da indesdie Schüler an diesen Tagen meist zum Besuche des Gottesdienstes verpflichtet waren,hatten sie Ferien doch nur in dem Falle, daß auch vor diesenMittelfesten" noch durchdie Vigilien freie Zeit gewonnen wurde. Man erkannte aber bald die Nachtheile sozahlreicher Unterbrechungen des Unterrichts und war daher fast überall auf Beschränkungbedacht. Vgl. Eckstein, Beiträge zur Gesch. der Halleschen Schulen I. 22 und Siderer,Geschichte des Halberst. Martineums 18. Für etwas spätere Zeit Fikenscher Gesch.des Collegii Christian-Ernestini zu Bayreuth 201 f. 209. Während nun gegenwärtigdiese Unterbrechungen fast überall gänzlich abgeschafft sind, hat man natürlich die hohenFestzeiten der Schule als Ruhezeiten erhalten, und zwischen den verschiedenen Arten derSchulen giebt es in dieser Beziehung wohl keine erheblichen Verschiedenheiten. DieOsterferien dauern mindestens vom Gründonnerstag bis zum Dienstag oder Mittwochnach Ostern, erstrecken sich aber in manchen Ländern auch noch bis zum SonntagQuasimodogeniti; die Pfingstferien beginnen meist mit dem Sonnabend vor dem Festeund reichen wieder bis zum Dienstag oder Mittwoch nach demselben, hie und da biszum Trinitatisfeste; die Weihnachtsferien umfassen gewöhnlich die Zeit vom Tage vordem Feste bis zum Neujahr, gehen aber wohl auch bis zum 6. Januar. Die sächsischenFürstenschulen hatten früher auch noch viermal im Jahre zur Zeit der gemeinschaftlichenAbendmahlsfeier eine Unterbrechung der Studien.

Neben diesen durch das kirchliche Leben veranlaßten Ferien hatte man übrigens früh-zeitig auch ans weltlichen Anlässen Ferien. Den Schulzwecken zunächst standen die-jenigen Vaoationos, welche für die Anstrengungen feierlicher Schulacte entschädigen sollten,wie diejenigen, welche zumal in geschlossenen Anstalten als Belohnung ausdauerndenFleißes gewährt wurden. Dann kamen die Vacanzen der Jahrmarktstage, die anvielen kleinern Orten bis jetzt sich erhalten haben, wenn sie auch nicht mehr wie früher