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2 (1860) Director - Globus
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FvNölon.

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leitete Lectüre. Um die Entwicklung der Kirche genauer kennen zu lernen, las der Prinznächst den historischen Büchern der heiligen Schrift ausgewählte Briefe von Cyprian,Ambrosius, Augustin und Hieronymus, Stücke von Prudentius und Paulinus; daranschloß sich die Beschäftigung mit Bossuet's Histoirs clss vailations, woran indes auchdas Lesen des Sleidan sich geschlossen hätte, wenn das Werk dieses protestantischenHistorikers in französischer Uebersetzung zu haben gewesen wäre. Bei der Staaten-geschichte blieb natürlich fortwährend die französische Geschichte für den Prinzen Haupt-sache; aber er las nach und nach auch die Hauptwerke über die Geschichte der Nieder-lande, Deutschlands rc. Mit der Lectüre traten mancherlei schriftliche Ausarbeitungen(Auszüge, chronologische Tabellen rc.) in Verbindung. Für Realien hatte der Prinzdas lebhafteste Interesse; es ist hieraus zu erklären, daß man mit ihm auch Cato'sBuch vom Landbau, Columella, Hesiod's Werke und Tage, Tenophon's Oekonomicuslas. Merkwürdig erscheint, daß er vom Studium der Physik fern gehalten wurde, weilzu besorgen war, er werde auf diesen Gegenstand mit Leidenschaft sich werfen und dannfür das Wichtigere keinen Sinn mehr haben.

Die Entwicklung des jugendlichen Fürsten war in der erfreulichsten Weise geför-dert, sein Gemüthsleben zum Tröste für alle, die den launenhaften, unlenksamen Knabengesehen hatten, wie umgewandelt worden, als Fsnslon, durch Bossuets Eifersucht undLeidenschaft in unglückselige Streitigkeiten verwickelt und eines schwärmerischen Quietis-mus angeklagt, das Vertrauen des Königs verlor und Versailles verlassen mußte(August 1697). Einer königlichen Weisung gemäß begab er sich nach Cambray, ausdessen erzbischöflichen Stuhl Ludwigs Dankbarkeit zwei Jahre vorher ihn erhoben hatte.Wir haben hier weder die Kämpfe, welche die Katastrophe herbeiführten, eingehender zubesprechen, noch die segensreiche Wirksamkeit, welche Fänälon nun als Oberhirt einesweiten Sprengels entfaltete, oder die Hochherzigkeit, mit welcher er den kirchlichen Zwistzu Ende führte, zu schildern. Und auch in Bezug auf den Einfluß, den er nach derTrennung noch auf den geliebten Zögling ausübte, dürfen wir kurz sein. Zunächstschien ihm freilich jede Möglichkeit dazu abgeschnitten. Im Januar 1698 wurden auchseine Freunde, die Abbos de Beaumont und de Langeron in rauher Weise vom Hofeentfernt, und er selbst schien so tief in Ungnade gefallen zu sein, daß die Hofleute kaumseinen Namen auszusprechen wagten.

Das Erscheinen der ^vvntnres äs lolLnmlznö, wider seinen Willen erfolgt, ver-schlimmerte dieses Verhältnis. Der Plan zu diesem Werke war früh entworfen, imwesentlichen wohl auch schon in den Jahren 1693 und 1694 ausgeführt worden; aberdie Arbeit hatte doch mannigfache Unterbrechungen erfahren, und ihre Abrundung undVollendung fällt erst in die Zeit, wo er unmittelbar auf seinen Zögling nicht mehrwirken konnte und nun um so mehr das Bedürfnis fühlte, wenigstens noch mittelbardie Bildung des Thronerben vollenden zu helfen. Ueber das Werk als Kunstwerkkönnen die Ansichten auseinandergehen, wie es denn gleich anfangs sehr verschiedeneUrtheile erfahren hat; allein darüber kann kein Streit sein, daß es für den Zweck, demes dienen sollte, außerordentlich gut berechnet war. Fonälon wollte dem künftigen Königevon Frankreich zeigen, wie umfassend und schwierig >die einst zu lösende Aufgabe seiund welcher Einsicht und Kraft er bedürfen werde, um durch die Gefahren seiner Bahnhindurchzukommen. Darum hat er ihm nun auch das Königthum von allen Seitendargestellt, in glorreicher Entfaltung und in schimpflicher Entartung, in gesicherter Hal-tung und in bedenklichen Krisen, im Glanze großer Erfolge und im Jammer schlimmerEnttäuschungen; er hat erkennen lassen, wodurch ein Volksleben recht gedeiht, wie vieldabei die persönlichen Fehler des Regenten stören und verwirren, wie aber auch wiederWeisheit und Kraft desselben anregend und belebend, ordnend und fördernd, schirmendund versöhnend wirken können; er hat veranschaulicht, wie viel dabei der freien Tätig-keit des Volkes überlassen werden darf, welchen Nachtheil ungeschicktes Eingreifen in diegesunde Lebensbewegung desselben bringt, wie indes Fahrläßigkeit, die den rechten