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Föni'lon.
des Geistes und Herzens und als einer der ersten Versuche, die Aufgaben und Eigen-thümlichkeiten der weiblichen Erziehung im Zusammenhänge darzustellen, immerhin alseine bedeutende Leistung zu schätzen. Als nun Ludwig XIV, fort und fort auf die Be-kehrung der Protestanten seines Königreichs bedacht, für die Mission in Poitou Fsnslonersehen hatte, war allen, die ihn kannten, klar, daß niemand mit den zu solcher Wirk-samkeit erforderlichen Kenntnissen so viel Kraft der Liebe, so feinen und sichern Taktvereinige als eben er, wie er denn auch gerade als Superior der XouvsUss Oatlloligussin der entsprechendsten Weise für jene Mission sich hatte vorbereiten können. Aber erkam in eine überaus schwierige Wirksamkeit. Die protestantische Bevölkerung imSprengel von La Rochelle, welche Fsnslon, in Verbindung mit dem Abbs von Längeren,seinem Herzensfreunde, und dem später zu großem Ruhme gelangten Fleury, bekehrensollte, war fest und entschieden in ihrem Bekenntnis und, durch eine Reihe harter Maß-regeln verbittert, selbst den Belehrungen und Bitten eines Fsnslon wenig zugänglich.Wie er seine Aufgabe anfaßte, zeigt sein damals entstandenes Buch 8ur 1s Ministersäss xastsnrs. Nach Paris zurückgekehrt empfahl er dem Könige den Protestanten gegen-über Schonung und Geduld und trat dann wieder in seine anspruchslose Wirksamkeitbei den XonvsUss dstllolignss ein. Ein schon gereifter Mann, schien er von denBahnen des Ehrgeizes fern bleiben zu wollen.
Als aber jetzt den drei Söhnen des Dauphin, den Herzogen von Bourgogne, vonAnjou und von Berry, Erzieher gegeben werden sollten, konnte Fsnslon doch nichtübersehen werden. Er hatte seine Schrift über die Erziehung der Mädchen für dieHerzogin von Beauvilliers geschrieben, die ihre Kinder mit der treuesten Sorgfalt undwahrhaft christlichem Ernste erzog, und der Gemahl der trefflichen Frau, den der könig-liche Großvater zum Gouverneur der Prinzen bestellt hatte, erbat sich vor allen Fsnslonzur Unterweisung derselben. Die Bedenken derjenigen, welche in ihm einen verkapptenIansenisten zu erkennen glaubten, schlug Bossuet nieder; in weiten Kreisen aber wardie Freude groß über Fsnslons Erwählung und die Akademie von Angers machte siezum Gegenstände einer Preisaufgabe.
In der That sahen sich ausgezeichnete Männer zu dem bedeutsamen Werke ver-bunden. Der Herzog von Beauvilliers war ein durchaus gediegener Charakter, vonexemplarischer Frömmigkeit und unwandelbarer Pflichttreue, der seine Mitarbeiter — eswaren nächst Fsnslon die Abbss de Längeren, Fleury und de Beaumont und der alsBeichtvater der Prinzen hinzugetretene Jesuit de Valois — fort und fort auch in glück-licher Eintracht verbunden hielt und indem er die oberste Leitung mit sicherem Takteführte, doch die Einzelnen nach ihrer Individualität auch freier sich bewegen ließ.Fsnslon besaß sein volles Vertrauen und wurde bald die Seele der eigentlichen Er-ziehungsthätigkeit, der er nun auch, unbewegt unter den rasch wechselnden Zerstreuungenund Aufregungen des Hoflebens, alle seine Kraft und Liebe zuwandte.
Die zunächst vorliegende Aufgabe war sehr schwierig. Der älteste der drei Prinzen,der Herzog Ludwig von Bourgogne, hatte, als Fsnslon sein Führer wurde (September1689), sein siebentes Lebensjahr vollendet. Mit reichen Fähigkeiten ausgestattet, warer doch auch von einer oft bis zum Jähzorn sich verlierenden Heftigkeit, die dann raschwieder von einem durch das Bewußtsein seiner fürstlichen Stellung gehaltenen Trotzeabgelöst wurde; empfänglich für alles Gute war er doch stets in Gefahr, das Edelsteeiner flüchtigen Laune zu opfern; die Festigkeit anderer reizte ihn, ihre Nachgiebigkeitnährte seinen Stolz; bei ungeschickter Leitung konnte er in unheilvolle Richtungen ge-rathen und zu voller Bösartigkeit ausarten. Um so größer war Fsnslons Verdienst.Er hatte sogleich erkannt, daß er das Herz seines Zöglings gewinnen müße, bevor eran die Bildung seines Geistes denken könne, und er gewann es, indem er mit einer-ruhig vorwärtsschreitenden, jeden günstigen Moment taktvoll benützenden Geduld dieunendliche Beweglichkeit des Knaben zum Stehen brachte, die leidenschaftlichen Auf-wallungen als niedrig und verderblich fühlen ließ und mehr und mehr dem kleinen