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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Fellenberg.

F('Ȁon.

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Satz mit dem ersteren in Verbindung setzt und auf dem Grunde einer Verinnerlichungdes Menschen und einer aufrichtigen Auseinandersetzung mit dem heiligen und gerechtenGott durch die Versicherung der göttlichen Gnade und des Friedens mit Gott in ChristodieVerchristlichung, Versittlichung, Vermenschlichung des Geschlechts"*) herbeiführenwill, ist sie in das Wesen der christlichen Psychologie tiefer eingedrungen und hat sicheinen höheren Anspruch aus den Namen einerchristlichen Pädagogik" erworben. Aberauch bei dieser Auffassung liegt die Gefahr nahe, durch Zurückstellung des anderen Mo-mentes, das in der Gottähnlichkeit der menschlichen Natur liegt, in Einseitigkeit zu ver-fallen. (Vgl. Niese, das christl. Gymnasium. Naumb. 1855. S. 31 und 33).

Hirzel.

FbnbloU (Franyois de Salignac de la Mothe Fsnslon), neben Bossuet der hervor-ragendste Repräsentant der französischen Kirche im Zeitalter Ludwigs XIV., hat auchdurch seine pädagogische Thätigkeit Anspruch auf bleibende Anerkennung sich erworbenund zumal als Prinzenerzieher in so ausgezeichneter Weise gewirkt, daß kaum ein an-derer, der in ähnlicher Stellung gestanden, mit ihm verglichen werden kann. Durchumfassende Studien zur Lösung seiner Aufgabe trefflich vorbereitet, brachte er dazu auchdie klare, weitschauende Besonnenheit eines Staatsmanns und die in jeglicher Probebestehende Liebe eines Vaters. 2m Bewußtsein, daß die Zukunft Frankreichs zu einemguten Theile mit der Leitung dreier Fürstensöhne in seine Hand gelegt sei, widmete erseinem Berufe alle Mittel seines reichen Geistes, alle Kraft seines tiefen Gemüths,alles, was ein immer erneutes Nachdenken und die vielseitigste Erfahrung ihm darbot.Und so waren denn auch die Ergebnisse seines Wirkens, wenigstens nach einer Seitehin, wahrhaft überraschende, und was er, um diese Ergebnisse herbeizuführen, gearbeitethat, das ist, wie anspruchslos es immer erscheinen mag, schon darum eingehender Beach-tung Werth, sicherlich aber auch von Wichtigkeit für die Kenntnis der Bildungsverhält-nisse seiner ganzen Zeit. Wir vergegenwärtigen uns hier diese Thätigkeit in kurzenUmrissen und lassen dabei das auf seine kirchliche Stellung und seine theologischen KämpfeBezügliche seitwärts liegen.

Fsnslon gehörte einem alten Geschlechte Südfrankreichs an und war den 6. August1651 auf dem Schlosse Fsnslon in Perigord geboren. Der einsichtsvolle Vater erzogden spätgeborenen Sohn, der anfangs schwächlich war, aber bald glänzende Anlagenentwickelte, mit höchster Sorgfalt und hatte die Freude, den ungemein empfänglichenund doch zugleich merkwürdig besonnenen Knaben die raschesten Fortschritte machen zusehen. Im Alter von zwölf 2ahren verstand derselbe schon ziemlich gut griechisch, spracher das Lateinische mit Leichtigkeit, hatte er eine Reihe der solcher Frühreife zugänglichenAuctoren durchgearbeitet. Für den geistlichen Stand bestimmt studirte er dann einigeJahre auf der Universität CahorS, worauf er in das Haus seines Oheims, des MarquisAnton von Fsnslon, nach Paris kam. Der 18jährige Jüngling fand hier sogleich alsPrediger den ermunterndsten Beifall) aber willig folgte er dem weisen Rathe des Oheimsund zog sich aus dem bethörenden Lärm der Welt in das Priesterseminar St. Sulpicezurück, wo er nun fünf Jahre für die klerikale Laufbahn sich vorbereitete. Zum Priestergeweiht kehrte er zu öffentlichem Wirken zurück und widmete sich zunächst der Seelen-pflege der Armen und Kranken. Dann stellte ihn der Erzbischof von Paris Harlay andie Spitze eines aus jungen Damen ver höchsten Kreise gebildeten Vereins, der sich diekatholische Unterweisung protestantischer Mädchen zur Aufgabe gemacht hatte. Er bliebzehn Jahre in dieser Stellung, für Lehrerinnen und Schülerinnen ein mild ausgleichenderBerather, ein väterlicher Freund und Führer. Seine oft gedruckte, wiederholt auch indeutscher Sprache erschienene Schrift äs l'säuoution äss üllos war eine Frucht dieserWirksamkeit. Die Schrift hat ihre Mängel und Lücken; aber sie ist voll feiner undwahrer Beobachtungen über das kindliche Leben, voll wirksamer Vorschriften für Bildung

*) Fellenberg'sche Ausdrücke.