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2 (1860) Director - Globus
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Fellenberg.

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(Hamm, Fellenbergs Leben rc. S. 24). Aber man hat auch hier in die Rechnungs-führung doch keinen reinen Einblick gewinnen können, wenn man auch auf die für dieAnstalt sehr werthvollen Geschenke Capo d'Jstria stiftete bei einem Besuch eine Küh-lem besonderes Gewicht legen will. Referent fand die Colonie, welche eine reizende Lagehatte, im Anfang der 30ger Jahre in einem kümmerlichen Zustand. Die Ansicht, daßArmenanstalten dieser Art sich selbst erhalten können, dürfte wohl nach den zahlreichenErfahrungen, die indessen überall gemacht worden sind, als beseitigt zu betrachten sein.

Dagegen ist der zweite oben erwähnte Grundsatz, daß der Unterricht eine Erholungvon der Arbeit sein soll, nicht leicht irgendwo vollkommener durchgeführt worden. Re-ferent hat, so oft er in einem dritthalbjährigen Aufenthalt in Hofwyl dem Unterricht derArmenschule angewohnt oder die Knaben hat in die Unterrichtsstunden ab- und zugehensehen, eine Munterkeit, Fröhlichkeit und Frische wahrgenommen, welche bei dem Ge-danken, daß dieselben eben von der Handarbeit und zum Theil von sehr anstrengenderherkamen, höchst überraschend war und sich nur erklären ließ aus der inneren Freude,welche der Unterricht ihnen gewährte, sowie freilich auch aus der verhältnismäßig be-haglicheren Situation, in welche der Arbeiter beim Unterricht übergeht. Dabei mußbemerkt werden, daß Tüchtiges geleistet wurde. Referent hat große Reliefs von Theilender Schweiz gesehen, von den geschickten Händen dieser Arbeiter gefertigt. EinzelneZöglinge dieser Armenschule wurden als Erzieher und Lehrer an den höheren Anstaltenbenützt und haben sich später als Lehrer in der Schweiz vortheilhaft ausgezeichnet. Inder Gründung und Erhaltung dieser Armenschule erblickt Referent das HauptverdienstFellenbergs. Er ist zwar nicht der Schöpfer des Gedankens. Dieser Ruhm gebührtPestalozzi. Aber er hat die Idee, die Pestalozzi geboren, zur Klarheit durchgearbeitet;er hat das, was Pestalozzi nicht zu verwirklichen vermochte, praktisch so durchgeführt,daß die Armenschule in Hofwyl als die Mutteranstalt der zahlreichen indessen in undaußer Europa entstandenen Anstalten betrachtet werden muß.

Gedenken wir überhaupt hier des Verhältnisses Fellenbergs zu Pestalozzi, das sichschon von der näheren Beziehung herschreibt, in welcher der 24 Jahre ältere Pestalozzizu Fellenbergs elterlichem Hause stand. Gleichheit der pädagogischen und sittlichenGrundanschauungen und Gleichheit des Strebens mußte beide zusammenführen. Beidewaren so hingenommen von der Bedeutung der Erziehung, daß sie jeder seinen ursprüng-lichen Beruf verließen und sich den pädagogischen Interessen ausschließend Hingaben. Beidejammerte des Volks." Beide kannten das nicht, was man Lebensgenuß nennt. Beide warenso eigenthümlich geartet, daß es scheinen konnte, jeder wäre zur Ergänzung des anderngeschaffen, und beide zusammen müßten die erfolgreichste Wirksamkeit entfalten können. Siehaben auch zweimal zu gemeinsamem Wirken sich vereinigt im Jahr 1804 und im Jahr1817. Aber sie trennten sich beidemal bald wieder und zwar nicht ohne Bitterkeit. Lastenwir dahin gestellt, welche Schuld hieran andere tragen, namentlich die Gehüsten und LehrerPestalozzi's, deren Privatinteressen und Machinationen. Wir finden in der Eigenthüm-lichkeit beider Männer noch Gründe genug, welche es begreiflich machen, daß sie imLeben nicht Zusammengehen konnten. Beide waren pädagogische Schwärmer, aber Pesta-lozzi schwärmte für die Seelen, Fellenberg für die Staaten und für das Menschen-gesckllecht, Pestalozzi sah in dem Geringsten einen Gegenstand seiner Liebe und Fürsorge,Fellenberg fand in dem Glücke der Staaten und dem Heile der Menschheit einen wür-digen Gegenstand seines Strebens.'*) Wenn Pestalozzi die weltbeglückenden Plane seinesCollegen zu großartig erscheinen mochten, so konnte Fellenberg im kleinen und einzelnenhart, rücksichtslos, gewaltthätig verfahren. Fellenberg war ein geborener Herrscher, er

*) Als Pestalozzi im Jahre 1804 seine Anstalt nach Münchenbuchsee in Fellenbergs nächsteNähe verlegt hatte, so proponirte Fellenberg sofort die Errichtung einer gemeinsamen Er-ziehnngsrepublik in der Schweiz mit Errichtung von unter sich zusammenhängendenBildungsanstalten in allen Cantonen der Schweiz. Hamm S. 14 und Nekrolog d. D. S. 750 .

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