Felbiger.
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ders angezogen hatte, das war nicht bloß die Tätigkeit dieser Schule überhaupt undihre Sorge für Heranbildung tüchtiger Lehrkräfte, sondern — auf sehr bezeichnendeWeise — namentlich die seit einigen Jahren daselbst angewendete sogenannte „Hähn'scheTabellar- und Litteralmethode" (s. unten. Joh. Friedrich Hahn, geb. 1710 zu Baireuth,später Klosterprediger und Schulinspector im Kloster Bergen unter Abt Steinmetz, 1749Feldprediger in Berlin, 1753 Jnspector der Realschule zu Berlin unter Hecker, 1759Geueralsuperintendent in Stendal, 1762 Generalsuperinteudent und Abt in Bergen,1771 durch Cabinetsbefehl Friedrich's entlassen, darauf zum Generalsuperintendenten inAurich ernannt, ch daselbst 1789). Daß Felbiger gerade für diese Methode von nunan auf eigenthümliche Weise eingenommen ward, erklärt sich neben anderem durch jenenmechanisch systematisirenden Geist, welchen die Jesuiten mit ihrem hierarchisch-absolutisti-schen Wesen dem ganzen (höhern) Unterrichtswesen und Bildungsmodus aufgedrängthatten und dessen Kind auch Felbiger war. — Mit seiner Rückkehr von Berlin beginntnun von seiner Seite in lebendiger, eingreifender und nach und nach in immer weitereKreise sich ausdehnender Weise eine aufbauende und reformirende Thätigkeit auf demGebiete des Volksschulwesens. Er schickt in cer Stille auf seine Kosten mehrere jungeMänner zur Instruction nach Berlin, wiederholt selbst seine Reise nach Berlin (undBergen), stiftet Anstalten zur Bildung von Schullehrern, Seminarien d. h. Normal-schulen (zur Veranschaulichung und Einübung des neuen Unterrichtsverfahrens) zu Sagau(am Augustinerstift), zu Leubus, Grüssau und Randen (an Len betreffenden CistercienserKlöstern), später in Breslau (am Domslift), in Natibor und Habelschwerdt (Stadt-schulen), arbeitet mit Wort und Schrift, wie durch eigene Theilnahme am Unterrichtfür Hebung des Unterrichts, giebt eine Reihe instructivcr Schulbücher in einer eigenenBuchdruckerei heraus, sorgt für Verbesserung der Schulbesoldungen und dringt überallauf eine geregelte Ordnung des Schulwesens. Auf diese Weise war es natürlich, daßdie preußische Regierung, welche jetzt nach dem Schlüße des 7jährigen Kriegs und demHubertsburger Frieden (15. Febr. 1763) sich alsbald angelegentlich mit der Hebung desVolksschulwesens beschäftigte und so eben im Jahr 1763 (12. Aug.) das bekannte„Gencral-Land-Schulreglement" (s. Neigebaur, Das Volksschuiwescn in den preußischenStaaten 1834. S. 5. Rönne, Das preußische Unterrichtswescn S. 18) veröffentlichthatte, und insbesondere der schlesische Minister Graf Schlaberndorf in ihm den rechtenMann fand, mittelst dessen sie ihre beabsichtigten Schulverbesserungen auch in den neuenkatholischen Landestheilen durchzusetzen hoffen konnten. Man stellte ihn an die Spitzeder neuen Organisationen. So war die Ausarbeitung und Durchführung des „Land-schulreglements für die Römisch-Katholischen in Städten und Dörfern des souveränenHerzogthums in Schlesien und in der Grafschaft Glatz" vom 3. Nov. 1765 (Neigebaura. a. O. S. 18. Rönne S. 131) insbesondere sein Werk, wie denn nun auch diesesGesetz ihn mit seiner ganzen eigenthümlichen Thätigkeit aus die beste Weise kennzeichnet.Es dringt H 1 —11 auf die sorgfältige Heranbildung von Lehrern und einen obliga-torischen Besuch der gegründeten Seminarien, welche insbesondere „in der Kunst, dieJugend in der deutschen Sprache zu unterrichten, nach der für die katholischenSchulen beliebten Lehrart, die erforderliche Geschicklichkeit mittheilen sollen."„Der Lehrer aber muß trachten, daß in seiner Schule alles, was man daselbst lehret,gründlich, vortheilhast und so wie cs im gemeinen Leben gebraucht wird, gelehrt undgelernt werde. Er muß demnach beflissen sein, daß der Lehrer seinen Schülern vonallen Dingen Grund angebe. Er muß sich bestreben, daß nicht, wie bisher meist geschehen,bloß das Gedächtnis der Schüler angefüllt, sondern deren Verstand aufgeklärt und geübtwerde. Wie wir nun diejenige Lehrart, nach welcher die dermalen bei den Normal-schulen angesetzten ersten Lehrer unterrichtet worden sind, von der Beschaffenheit befinden,daß durch deren Beibehaltung alles dies sehr wohl erhalten werden kann, so wollenund befehlen wir, solche überall zu gebrauchen, das Wesentlichstedavon, so in der Buchstabenmethode, dem Tabellarisiren, Lurch Frag