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2 (1860) Director - Globus
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Felbiger.

Großglogau in Schlesien, von katholischen Eltern, studirt F. später auf der Universitätzu Breslau Theologie und tritt 1746 in das fürstliche Stift Oanonioorum roAularinraviäiuis 8. ^.uAustini OovAioZatiouis I^tsiaueusis Unserer lieben Frauen zu S'aganin Schlesien, wird 1758 Archipresbyter (Erzpriester) des Sagan'schen Kreises und baldnachher Abt und Prälat daselbst. Als solcher hatte er die Aufsicht über das Kirchen-und Schulwesen der Stadt und einer Anzahl dazu gehöriger Dörfer auszuüben undwurde in dieser Stellung bald auf die allgemeinen Zustände des katholischen Volksschul-wesens aufmerksam. Dieses war bis jetzt unter der österreichischen Herrschaft im aller-erbärmlichsten Zustand geblieben. Die katholische Kirche, in deren Händen das Bolks-schulwesen lag und insbesondere die Jesuiten, die seit 1550 (Ferdinand I.) in Oesterreichzur Herrschaft gelangt waren, hatten dafür so viel als nichts gethan. Während in denevangelischen Kreisen mit der Reformation auf diesem Felde eine lebendige Thätigkeiterwacht war und allerdings auch die katholische Kirche in den ersten Jahrzehnten nachder Reformation nothgedrungener Weise dem evangelisch-christlichen Religionsunter-richt einen römisch-katholischen Unterricht entgegenzusetzen versucht hatte (doch war 1553der Bischof zu Breslau genöthigt, in seinen städtischen Parochialschulen protestantischeLehrer anzustellen, weil er keine katholischen Lehrer finden konnte), war nament-lich seit der Restauration des Katholicismus mit dem 30jährigen Kriege und der völli-gen Obmacht des Jesuitismus in Oesterreich und insbesondere in Schlesien, eine völligeGleichgültigkeit und Unthätigkeit auf diesem Gebiete eingetreten. Auch die pietistischenBewegungen auf dem Unterrichtsfelde in Deutschland im Anfänge des 18. Jahrhundertswaren bei der Abgeschlossenheit Oesterreichs und des Katholicismus überhaupt vomdeutsch-nationalen Leben bis jetzt ganz spurlos vorübergegangen. Es gab in Schlesienin der Mitte des 18. Jahrhunderts nur wenige namentlich städtische und zwar nachDisciplin und Methode im ersten Kindheitszustande befindliche Volksparochialschulen.Da war es der eigenthümlich erregte neue Zeitgeist, welcher, nachdem von ihm um dieseZeit immer weitere Kreise deS deutschen Lebens ergriffen und die mannigfachstenStrebungen im volksthümlichen Sinn erregt worden waren, auch in Schlesien sichgeltend machte. Der Zugang wurde ihm hier durch die politischen Veränderungen, welcheder österreichische Erbfolgekrieg mit sich führte, und Len Uebergang Schlesiens unterPreußische Herrschaft (seit dem Dresdner Frieden 1745) gebahnt und erleichtert. Zuseinem Organ aber wußte er sich nach seiner Stellung und seiner besondern unsnicht näher bekannten Individualität unfern Felbiger zu machen. (Das Folgendenach derNachricht von der Verbesserung der römisch-katholischen Schulen im Herzog-thum Schlesien und der Grafschaft Glatz" in Walch, Neueste Religionsgeschichte II.Lemgo 1772 S. 214 f.) Nachdem dieser in dem Drang, die intellectuell traurig ver-wahrlosten Zustände des Volks zu verbessern, zuerst im Jahr 1761 den localen Versuchgemacht hatte, die katholische Schule in Sagan zu heben, derselbe aber an der Un-tüchtigkeit der Lehrer gescheitert war (die Katholiken selbst zogen es theilweise vor, ihreKinder in die evangelische Schule zu senden), begann er zur Begründung umfassenderund gründlicher Reformen seine Aufmerksamkeit auf die gerade damals im wei-teren preußischen Vaterland sich regenden Bewegungen in dem Gebiet des Unterrichtszu richten. Vor allem zogen die regelmäßig erscheinendenNachrichten von der

Berlin'schen Realschule" seine Augen auf diese in merkwürdiger Weise aus demHalle'schen Pietismus hervorgegangene, durch Eons.-Rath Hecker (vergl. d. Art.) imJahre 1739 gegründete und im Jahre 1748 durch Verbindung mit einem Schullehrer-seminar erweiterte Anstalt.*) Er macht sich daher im I. 1762 selbst^aber ganz imgeheimen auf den Weg, um diese Schule durch unmittelbaren Augenschein kennenzu lernen, und kehrt äußerst befriedigt und angeregt zurück. Was ihn aber hier beson-

*) Vgl. das so eben erschienene Schriftchen:Die Berliner Realschule und die kath. SchulenSchlesiens und Oestreichs von K. Bormann," Berlin, Wiegandt und Grieben. 18 öS.