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2 (1860) Director - Globus
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Felbiger.

und Antwort nnd Zusammen-Unterrichten besteht, durchgängig einzuführen,wie auch die hiezu verfaßten Bücher und Tabellen überall zu brauchen" (§ 4. 5). ImWeitern wird der Besuch der Seminarien von Seiten aller Candidaten des geistlichenStandes anbefohleu (K 10), Näheres über die äußere Ordnung der Schulen (ß 1124)und die stufenmäßige Methode des Unterrichts (Z.24) festgesetzt, der Schulzwang

und eine Controls des Schulbesuchs der Kinder gegenüber von Eltern und Dienstherrenstreng normirt (A 2534), zu diesem Behufs die besondere Unterstützung der armen,mittellosen Kinder von Gemeinde wegen befohlen (K 3541), und endlich eine sorg-fältige Schulaufsicht nnd Schulvisitation nach Gemeinden und Distrieten theils durchdie Ortspfarrer und die Erzpriester, theils durch besondere von der Regierung ernannteObcrschulinspectoren ans dem geistlichen Stande (Z 42 62) angeordnet. Auf derGrundlage dieses Statuts entwickelte nun Felbiger, der die Durchführung der Schul-verbesserung immer mehr als seine Lebensaufgabe erkannt hatte, freilich unter großenSchwierigkeiten, welche ihm die Abneigung des Volks und der katholischen Geistlichkeit,ja sogar mancher eifersüchtiger Protestanten bereitete, eine außerordentliche, vielgeschäftigeThätigkeit (vgl. Felbiger,Ausführliche Nachricht von der erst zu Sagan, dann aber in ganzSchlesien und der Grafschaft Glatz unternommenen Verbesserung der katholischen Schulen"S. 196, 1768). Ueber die Tendenz seiner Bestrebungen spricht er sich in seinerHauptschrift:Eigenschaften, Wissenschaften und Bezeigen rechtschaffener Schulleute, umnach dem in Schlesien für die Römisch-Katholischen bekannt gemachten Landschulreglementder Jugend nützlichen Unterricht zu geben." Bamberg und Würzburg 1772 S. 1568)folgendermaßen (S. 63) aus:Die alten Schulleute sahen vornehmlich nur auf dasGedächtnis und plagten die Jugend mit Auswendiglernen. Bei der neuen Lehrart suchtman a) das Gedächtnis nicht mit bloßen Wörtern, sondern auch mit Sachen anzufüllen;b) den Verstand zu üben, zum Nachdenken und Ueberlegen anzuführen; o) von allenDingen den Grund anzugeben, daß die Jugend ihn einsehe; ä) die Jugend durchFragen (durch Katechisiren) anzuhalten. Vorhin lehrte man in den Schulen,ohne sich zu bekümmern, ob man das, was man der Jugend beibrachte, so lehrte, wieman es brauchte. Man begnügte sich in den meisten Schulen, die Kinder bloß lesenund einen kurzen Katechismus auswendig lernen zu lassen, ohne ans Schreiben, Rech-nen re. zu gedenken. Jetzt bemühet man sich nichts, als was man im gemeinen Lebenbraucht und so wie man es brauchet, zu lehren und sowohl vernünftige als auch brauch-bare, arbeitsame und gesittete Leute zu bilden. Die alten Schulleute dachten wohl kaumdaran, wie sie geschwinder und besser ihren Zweck erlangen könnten. Jetzt sucht mauden Schülern das Lernen zur Lust und angenehm, so wenig beschwerlich als möglichzu machen und in kurzer Zeit und mit weniger Mühe alle Kinder durch die Schulevermöge des Zusammen-Unterrichtes zu unterweisen. Ehedem war es der Will-kür eines jeden Schulmanns überlassen, wie er unterrichten oder eines nach dem andernvortragen wolle. Nun hat man alles, was soll gelehrt werden, in Tabellenund andern Aufsätzen so geordnet, daß wenn Schulleute darnach sichnur achten, alles sowohl ordentlich als gründlich und auch so viel, alsder Jugend zu lernen nöthig ist, vorgetragen wird; man fängt in allenDingen vom Leichtesten an und geht sodann erst zum Schwereren fort unv lehret daszuerst, ohne welches das Folgende nicht kann verstanden werden."Für alle Dingeaber, die ins Gedächtnis sollen gefaßt werden, bedient man sich eines besonderenBortheils nämlich der Buchstabenmethode." Das für die damaligen Zeiteneigenthümlich Neue der Felbiger'schen Methode bestand also neben dem Katechisiren(Abfragen des Mitgetheilten) einmal in dem Zusammen-Unterrichten, im Gegen-satz zu der bis dahin herrschenden Unmethode, wornach ein Kind nach dem andernauf-sagte." Um jenes zu bewerkstelligen, sollten die Lehrer darauf dringen, daß die Kindereinerlei Lehrbücher hätten; wenn die Schüler etwas zu lesen oder herzusagen hatten,sollten alle in demselben Tone und demselben Momente dieselben Wörter sagen, nnd