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2 (1860) Director - Globus
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Familie, Familicngcist, Familiensinn.

saus xllrass reden. Wichtig sind ferner alle Familienfeste für den Zweck, den wir hierim Auge haben; obenan Weihnachten, das sowohl durch die Freude des Empfangens,die die Herzen öffnet, als durch die Geschenke, die sich die Geschwister gegenseitig machen,der Liebe Impuls und Nahrung giebt; ferner die Geburtstage beider Eltern und jedesKindes. Ob die Feier dieser letztem eine mehr oder weniger solenne ist, hängt vomGeschmacke der Eltern ab; was z. B. der eine Mann , als Aufmerksamkeit von seinerFrau an seinem Geburtstag erwartet, das könnte einem andern sehr lästig sein; vollendsmit einem Carmen jedesmal aufzuwarten, wäre ebensowenig eines jeden Liebhaberei,als selbst besungen oder angesungcn zu werden. Aber was ein jedes wirklich erfreut,das soll ihm in der Ehe das andre, auch wenn es dessen nicht gewohnt war, nichtversagen; in jedem Fall dürfen solche Tage nicht ignorirt werden; ob der Kinder nochso viele sind, die Feier der Geburtstage ist jedem ein Zeichen, daß sein Leben, seinePerson etwas Werth ist im Kreise der Familie. In obige Reihe fallen aber weiter alleTauftage und Confirmationstage es gehört ja das wesentlich zum Schönen undSegcnsvollen aller solcher kirchlichen Handlungen, namentlich auch der Abendmahlsfeier,daß sic zugleich die edelsten Familienfeste sind; wie kann selbst die Vorbereitung zurCommunion, wie kann das Bekennen der Sünde und der Vorsatz zum Fleiß und Ernstin der Heiligung dadurch so viel concrete Wahrheit und Lebendigkeit gewinnen, daß allesdies speciell auf das Leben in der Familie bezogen, aus diesem das Detail genommenwird! Zu den Dingen, durch welche gerade die Familie ihren sittlichen Einfluß ausübt,rechnen wir besonders auch kleinere oder größere Ausflüge, die gemeinsam gemacht wer-den. Gerade das Herausgehobensein aus dem Einerlei des täglichen Lebens, der gemein-same Genuß des Neuen, der ohnehin dadurch so sehr erhöht wird, daß den Kindernunendlich vieles neu ist, sowie die gemeinsame Mühe das alles öffnet die Herzenungewöhnlich weit gegen einander, und die Erinnerung bildet einen Lichtpunct auf langeZeit. (Es versteht sich, daß zu einem wirklichen Reisegenuß die Kinder nicht zu jungsein dürfen; aber wer immer darum allein reisen will, um sich nicht auch unterwegsnoch mit Kindern plagen zu müßen, der ist ein Egoist.) In diese Kategorie des gemein-samen Genusses bei gemeinsamer Leistung setzen wir auch noch eine Specialität, die inmusikalischen Familien sich findet und da leicht ins Werk zu setzen ist: nämlich Familien-concerte, die lediglich darin bestehen, daß was jedes Kind gelernt hat von Zeit zu Zeitvor einem kleinen Kreis von Hausfreunden, die mit der Familie verwachsen find, pro-ducirt wird und die sämmtlichen musikalischen Kräfte, über die die Familie zu verfügenhat, in Trio's, Quartetten, überhaupt Eusemblestücken singend und spielend Zusammen-wirken. Man legt in unfern Tagen mit Recht im Gegensätze zu der tollgewordenenGegenwarts- und Zukunftsmusik wieder hohen Werth aus die Hausmusik; auch diePädagogik muß sich der neuen, unglaublich wohlfeilen Ausgaben der alten Meister freuen,durch die dem Familienleben eine so kostbare Nahrungsquelle aufgethan ist. Was denAntheil betrifft, den die Dienstboten am Familienleben und dadurch auch an der Er-ziehung nehmen, so »ersparen wir das hierüber zu Sagende auf den Art. Gesinde.Schließlich ist, ehe wir zum zweiten Punct übergehen, nur noch auf die Beziehung einBlick zu werfen, in welcher die Gastfreundschaft zum Familienleben, und zwar insbeson-dere auch zu der pädagogischen Bedeutung desselben steht. Einerseits nämlich gehörtdas zu einem christlichen Hause, daß mau daselbst, nach der Apostel Mahnung 1 Petr.4, 9. Hebr. 13, 2gastfrei ist ohne Murmeln," d. h. gastfreundlich aus so lauteremHerzen, daß auch die Kinder nicht etwa es mitanzuhören bekommen, wie die Mutterhinter der Küchenthür sich über diese Belästigung beschwert, während sie im Salon denGästen ihre außerordentliche Freude ausdrückt, sie zu sehen. Es ist ein wahrer Segenfür einen Mann, wenn die Frau von ihrem Elternhause her gewohnt ist, jeden Gast,auch wenn er zu unerwünschter Zeit kommt, mit Freundlichkeit aufzunehmen und, weilsie einfach giebt, was das Hans vermag und immer schnell sich zu helfen weiß, auchdurch keinen derartigen Ueberfall in Verlegenheit zu setzen ist. Leider haben in vielen