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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Falk.

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Schritt cntgegenkommen, die Bevorzugung des Adels im Staate und namentlich imKriegswesen beseitigen; er verlangt Nationalbewaffnung, denn dadurch sei der Feindübermächtig, daß bei ihm die Nation, nicht bloß ein stehendes Heer kämpfe. WennKrieg von Nation zu Nation mit Nachdruck geführt werden solle, so müße die ganzeNation daran Theil nehmen können und wollen; können, durch Einrichtung einerfreien Landmiliz; wollen, durch freie Eröffnung der Bahn des Ruhms und der Ehreoder durch Einführung eines freien und allgemeinen Beförderungssystems.

Es war gleich nach der Schlacht bei Jena, als Falk in eine ihm ganz angemessenepraktische Wirksamkeit eingeführt wurde. Die zur Vertheilung der Kriegscontributionengebildete französische Commission bedurfte eines dolmetschenden Vermittlers. Falk wurdeauf Wieland's Empfehlung zum Secretär derselben ernannt und er benützte diese Stellungmit eben so viel Muth als Klugheit, das Harte zu mildern und maßlosem Unfug ent-gegenzutreten, wodurch er sich vom Landvolk den Namen des gütigen Raths, vomGroßherzog von Weimar später den Titel eines Legationsraths mit einer Besoldungerwarb. Wieder finden wir ihn in ähnlicher Weise thätig im Jahr 1813 nach derSchlacht bei Leipzig, als die Franzosen auf dem Rückzug plündernd durch Thüringenzogen. Er wurde als Beauftragter des Großherzogs ins französische Lager gesendet,und was er hier erlebte und wirkte, ist von ihm selbst in demKriegsbüchlein" mit-getheilt worden. Vielen verschaffte er unter eigener Lebensgefahr das Ihrige wieder,und es gelang ihm mit Hülfe von zwei Compagnieen, welche auf seine dringenden Vor-stellungen der französische General ihm zur Verfügung stellte, Sicherheit und Ordnungin den Dörfern wieder herzustellen. Hiermit schließt die politische Laufbahn Falk's.Nicht lange darnach' knüpfte sich hieran die pädagogische, hervorgegangen wie beiPestalozzi aus dem innigen Erbarmen mit dem Volk und der zahlreichen Jugend,welche in Armut und Verwahrlosung verkam. Dieses Nebel, auch in Friedens-zeiten nur allzu sehr verbreitet, machte sich in Folge der Kriegsbegebenheiten invielfach höherem Grade fühlbar. Die religiöse Stimmung der Zeit trieb zur Thatund Falk war eS, der das Werk begann. Zuvor aber hatte er selbst in dieserharten Zeit durch die härtesten Leiden zu diesem Werke der Liebe vollends er-zogen werden müßen. Ansteckende Krankheiten wütheten in jener Gegend als Hinter-lassenschaft des Kriegs. Vier erwachsene, blühende Kinder Falk's unterlagen denselbenin kurzer Frist. Alle Kraft der Religion erwachte durch dieses Leiden in seiner starkenSeele. Was in dem Knaben mit so innigem Gefühl gelebt hatte, sodann in demJüngling und Mann unter dem Einfluß einer ungenügenden Weltansicht vor dem täu-schenden Gefühl eigener sittlicher Kraft und Selbständigkeit, unter der Last eines selbst-gewählten und nicht ohne Selbsttäuschung festgehaltenen Berufs, etwas in den Hinter-grund getreten war, dem er sodann durch den Einfluß ernster deutscher Wissenschaft sichwieder genähert hatte der Glaube an den lebendigen Gott, der in Christo die Weltheimgesucht und erlöset hat, kehrte nun wieder mit der Kraft der Demuth und welt-überwindenden Liebe bei ihm ein und trieb ihn, alle seine Kräfte und seine seltenepraktische Begabung der Rettung des Volks und ganz vorzugsweise der verwahrlostenJugend zu widmen. Unglückliche kamen an seine Thür und suchten beiihrem gütigenRathe" Beistand. Nun erinnerte sich Falk der alten Rathsherrn in Danzig. Er grün-dete mit dem Stiftsprediger Horn in Weimar einen Verein,die Gesellschaft derFreunde in der Noth," und der wichtigste Theil der von hier ausgehenden Hülfe be-stand in der Stiftung der ersten deutschen Rettungsanstalt, welche nun in den letztendreizehn Jahren seines Lebens bis zu seinem Tode im Jahre 1826 den ausschließlichenBeruf seines Lebens bildete.

Der Geist, in welchem diese Anstalt gegründet und geführt wurde, war von An-fang an derjenige der Innern Mission und wir finden die Idee dieser Bestrebungenschon von Falk mit hinreichender Klarheit, wenn schon natürlich nicht in dem vollstän-digen Umfange ihres Wirkens erkannt und ausgesprochen, zunächst mit der bestimmten

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