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Falk.
halten eifrig bemüht ist. Aber heimlich hat Hermes auf Zeus' Befehl dem Thoireetwas fremdartigen Stoff beigemischt, vermöge dessen einige von den Kindern seinerHand sich nun als Philosophen entwickeln und in lächerlicher Weise über das unmittel-bar Natürliche durch Reflexion hinausstreben. Dazu kommt dann Plötzlich die Berüh-rung mit der übrigen Menschenwelt, welche in jenem Jahrtausend durch Zeus zu Kün-sten und Wissenschaften, zu dem Zustande der gegenwärtigen Cultur gelangt ist. DasStück schließt mit einer völligen Sinnesänderung und Versöhnung des Prometheus.Man erkennt leicht, daß der Rousseau'sche Wahn von einer in sich vollkommenen undtadelfreien Menschennatur, welche nur durch die verhängnisvolle Gabe der Vervollkomm-nungsfähigkeit auf dem Wege der Cultur verdorben werde, in dieser Dichtung als dereigene Standpunct des Satirikers eingestanden, aber zugleich verworfen wird. Durcheine tiefere Selbsterkenntnis ist er zu dieser veränderten Auffassung der Welt gekommen:„Mein Jnnres mußt' ich tief in mir ergründen, im rohen Kampf feindseliger Gewaltenmich selbst gestalten. Nun da ich tief in mir dies selbst gefunden, ist mir der Misklangaußen auch verschwunden."
Dies war indessen noch nicht jene religiöse Selbsterkenntnis, in welcher wir ihnspäter wirken sehen. Diese in ihm zu reifen mußte das Leben selbst ihn mächtiger be-rühren. Noch ist ihm die Poesie die mächtigste Kraft im Menschen und das höchsteInteresse. Wie sehen ihn nun fürs erste als ästhetisch-kritischen Schriftsteller thätig.Schon am Ende des Taschenbuchs für Scherz und Satire finden wir zugleich mitBruchstücken aus Prometheus eine Abhandlung „die Charakteristiker." Hier sucht sichder Verfasser die Stufen menschlichen Thuns klar zu machen, zunächst in Bezug aufdie Kunst, aber mit einer deutlichen Hinweisung auf alles Thun der Menschen. Dashöchst Charakteristische ist ihm das, was aus der Idee als solcher frei geistig, jedochnicht ohne eine Grundlage des irdisch Wirklichen geschaffen wird. Diesem steht das nachder Empirie Gebildete entgegen und dazwischen liegt die Verknüpfung beider Normen mitUeberwiegen des Wirklichen. In den kleinen Abhandlungen, die Poesie und Kunst be-treffend, welche 1803 erschienen, wird ein werthvoller Anhang hierzu gegebcu. Sowenig wir jedem einzelnen Urtheil beistimmen möchten, der Hauptgedanke in diesenAbhandlungen, die Macht der Idee, als der Productiven Wahrheit im Menschen undihrer nothwendigen Verknüpfung und Befreundung mit der Wirklichkeit — ist jeden-falls von der allergrößten Bedeutung und ganz geeignet, in das Leben Klarheit undKraft zu bringen. Es ist das große Resultat der psychologisch-ethischen Forschungenseit Kant, wie Schelling es damals ausgesprochen hatte. Falk war kein eigentlich philo-sophischer Kopf; aber er war wie wenige befähigt zu geistiger Intuition und energischidealem Aufschwünge, und in hohem Grade geschickt, die auftanchende Wahrheit alssolche zu erkennen und in sich zu einer lebendigen Kraft werden zu lassen. Jener Ge-danke war es, durch welchen er jetzt zu einer liefern Selbsterkenntnis gelangte, denWahn der Rousseau'schen Natur überwand, sich mit der Cultur versöhnte und die sati-rische Richtung aufgab.
Wir haben Falk nunmehr auf seiner praktischen Laufbahn zu begleiten. Sie istzunächst eine rein ethische, von der Idee als solcher, und der ideal erfaßten Wirklichkeitausgehend. Von dem Kampfe um die Berliner Charitö redeten wir schon. Ein an-deres Gebiet eröffneten ihm die großen Zeitverhältnisse und die Lage des Vaterlands.Im Jahre 1806 begann er eine Zeitschrift heranszugeben: „Elysium und Tartarus,Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte." Der Titel, worin er scheinbarFremdartiges zusammenfaßte, deutet an, wie ihm noch immer das Ideale und dasHöchste im Leben unter der Gestalt der Poesie erschien. Das Bedeutendste nun indiesen Blättern sind seine politischen Betrachtungen, deren kühne Freimüthigkeit und fastprophetischer Charakter schon vor der Schlacht bei Jena ein Verbot des Blattes veran-laßte. Er fordert zur Kräftigung Deutschlands gegen den Feind eine Verbesserung derInnern Zustände; man soll der neuen Zeit und den neuen Formen selbst herzhaft einen