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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Falk.

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was sein soll, und eben dazu der Schilderung dessen, was in der Wirklichkeit ideewidrigist, als einer Folie sich bedient, war seiner praktisch-ethischen Natur angemessener. Dochwar es gerade diese Natur, welche auch seine Satire als Poesie nicht recht zur Voll-endung kommen ließ, ja diese Gattung selbst ihm allmählich entfremdete. Anfangs zwarhält sie sich im Allgemeinen, bleibt mithin auf dem poetischen Gebiet; nur der satirischeHumor und ein gewisser lebhafter Ernst in der Auffassung der Welt sucht zum Ausdruckzu kommen. So in den Satiren:der Mensch,"die Helden,"die Gräber zu Rom"und andere. Bald aber wird sie schärfer, specieller, persönlicher, der Dichter kämpftgegen bestimmte Richtungen der Zeit und deren Vertreter, auf wissenschaftlichem, poe-tischem, ethischem Gebiete, so inElektropolis," und in demJahrmarkt zu Plunders-weilern, einer Parodie des Göthe'schen," wo der Romanticismus ohne Schonung seinerGründer und Vertreter gezüchtigt wirk. Dieser Veränderung im Geiste seiner Satiresehen wir die Form derselben fortschreitend entsprechen. Von dem ruhig gehaltenensatirischen Lehrgedichte sehen wir ihn durch die freiere und lebhaftere Bewegung derprosaischen Erzählung hindurch übergehen zu dem satirischen Drama, welches durch dieKühnheit und Verwegenheit des persönlichen Angriffs an Aristophanes erinnert, währendjedoch der Ernst und wir möchten sagen die Gereiztheit des übrigens ganz um derSache willen unternommenen Angriffs der Leichtigkeit des poetischen Spieles und reingemüthlichen Humors bei Falk Abbruch thut. Aber je mehr es Ernst mit der praktischenTendenz wird, desto weniger kann die Satire genügen. Wer die menschlichen Dinge zuseinem Theile bessern will, muß sich selbst beschränkend in einem bestimmten engenKreise positiv handelnd eingreifen. Die That der lebenschaffcnden Liebe ist nöthig,Tadel und Spott sind die geeigneten Mittel nicht. Selbst die auf bestimmte Auswüchseder Zeit und deren Repräsentanten gerichtete specielle und persönliche Satire, so sehrsie von Seiten des Muthes, den sie erfordert, den Namen einer That verdienen mag,entbehrt doch um völlig eine solche zu sein, deS ganz bestimmten Zieles und eines werk-thätigen Hinstrebens auf dasselbe. Schon praktischer ist ein Angriff ans bestimmt vor-liegende, die Gesellschaft unmittelbar berührende und von derselben zu beseitigende Mis-bräuche; aber hier wird dann bei dem Ernste des unmittelbaren Wirklichkeitsinteressesder Charakter und die Form der Poesie ganz verschwinden. In dieser Weise findenwir Falk kämpfend gegen die in der Verwaltung der Berliner Charitö eingerissenenMisbräuche. Hiermit sehen wir die augedeutete Bahn bis ans Ziel durchlaufen. DieSatire ist zur Denunciation des unmittelbar abzustellenden Schlechten geworden, zumKampfe für einen bestimmten guten Zweck und der Sieg krönt dieses Bestreben; diegerügten llebelstände wurden abgestellt. - Aber nicht allein von Seiten der praktischenTendenz wurde Falk über die Satire hinausgeführt, auch von Seiten der gemüthlichenStimmung. Der tief in seinem Charakter liegende Zug der Liebe duldete auf die

Länge nicht die einseitige Negation deS Spottes und des Tadels; er fühlte das Be-

dürfnis anzuerkennen und zu lieben allzu lebhaft, um nicht der Misanthropie, welcherer sich kaum durch den angeborenen Humor erwehrte, gründlicher, durch eine wesentlichveränderte Weltanschauung entgegenzutreten. Diese Umkehr finden wir in einem seinerbedeutendsten Werke, demPrometheus" angezeigt. So vielseitig die satirische Launesich in diesem Drama noch geltend macht, so ist doch ganz vorzugsweise er selbst undseine bisherige Auffassung der menschlichen Dinge hier Gegenstand der Satire. Waser in dem statt der Vorrede vorangeschickten Gedichte sagt:Du hast, o Welt, Gesangund Glanz und Spiele, du hast der Narren wie der Tage viele; soll ich, ein größrerNarr, solch Thun zu wenden, mein Sein verschwenden? Soll ich, wie bald, in Cha-ron's Nachen landen, und hätte, ewige Natur, dich nicht verstanden, was das Jahrhun-dert Großes sich erzielet, es nicht gefühlet?" das ist das eigentliche Thema des

Prometheus. Der Titan, welchen Falk freilich ganz anders faßt als Aeschylns, ist ausseiner tausendjährigen Gefangenschaft am Kaukasus freigelassen und bildet sich nun aufeiner einsamen Insel einige Menschen, die er in dem einfachen Naturzustände zu er-