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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Falk.

Schuldner, nahmen aber seine Pflicht der Dankbarkeit nicht für sich oder ihre Stadt,sondern für arme Kinder, die seiner Hülfe einst bedürfen möchten, in Anspruch.Wenndereinst, über kurz oder lang, sagten sie, ein armes Kind an deine Thüre klopft, sodenke, wir sinds, die alten, grauen Bürgermeister und Nathsherrn von Danzig, die an-klopfen, und weise sie nicht von deiner Thür."

In Halle blieb Falk der Theologie nicht treu. Wir wissen nicht, ob ihn mehr derGedanke an den engbegrenzten Beruf des geistlichen Amtes, der seinem vielseitigen undins Weite strebenden Geiste nicht zu entsprechen schien, oder die Meinung, als Schrift-steller und Dichter vorzüglich begabt und berufen zu sein, oder das Schwanken seinertheologischen Ansicht und ein innerer Widerstreit mit dem geforderten Bekenntnis dazuvermocht habe. Wahrscheinlich wirkte dieses alles zusammen. Gewiß ist, daß er in dernachfolgenden schriftstellerischen Laufbahn, welche schon in Halle begann, keineswegskirchlich rechtgläubig war, ja kaum auf dem Boden des Positiven christlichen Glaubensstand. Denn obschon wir in seinen Schriften nirgends einer Spur von Verachtung derReligion begegnen, so finden wir doch auch eine Reihe von Jahren hindurch nirgendseinen Anklang, der an das religiöse Leben seiner Kindheit erinnerte. Die Sittlichkeit,wie sie in den Ideen des Menschen und in den Gefühlen seiner bessern Natur eineGrundlage finden kann, war sein Standpunct. Dazu hatte ihn mehr und mehr dieHerrlichkeit des antiken Lebens, insbesondere der römischen und griechischen Poesie er-griffen, und diesen Studien gab er sich unter Fr. A. Wolf mit allem Eifer hin.Genug, Falk verließ die Theologie, um sich einem freien schriftstellerischen Leben zu wid-men. Wenige Jahre nach der Hallischen Studienzeit finden wir ihn in Weimar nieder-gelassen, freundlich ausgenommen von Wieland, Herder, Göthe.

In der Poesie Falk's müßen wir seine kleineren, meist lyrischen Gedichte und seineSatiren unterscheiden. Das Lyrische entwickelte sich früh in ihm; wir haben schon ausdem Jahre 1783 ein in seiner Art sehr gelungenes Gedicht, das ganz den Ton desVolksliedes trifft. Diese Gabe des leichten lyrischen Ergusses begleitete ihn bis indie spätem Jahre und gab bald seinem väterlich-pädagogischen Herzen, bald seineminnig religiösen Wesen einen lebhaft ansprechenden, lieblichen Ausdruck. Einige Liederaus der späteren Periode, (z. B.Was kann schöner sein, was kann edler sein, als vonHirten abzustammen" und das sehr bekannte Lied von den christlichen Festen) sind zumEigenthum der Schulen und des Volks geworden. Uebrigens war die lyrische Be-gabung Falk's nicht von der Art, daß sie einen dichterischen Lebensberuf begründenkonnte. Seine Lyrik ist wesentlich Gelegenheitspoesie, im weiteren Sinne des Wortes;sie bleibt im Selbsterlebten, Subjectiven als solchem, worin ein Vorzug, aber auch eineSchattenseite liegt. Jene Frische und unmittelbare Lebenswärme, wodurch manche Ge-dichte Falk's ausgezeichnet sind, wird nicht ohne die selbsterlebte Wirklichkeit erreicht;andererseits find ohne eine freie, kunstmäßige Objectivirung des innerlich Erlebtengrößere und vollkommenere Werke, elastische Leistungen nicht möglich. In dieser Fähig-keit und Tendenz der Seele liegt das, wodurch der dichterische Beruf als solcher erstentschieden wird. Wir sprechen ihn Falk ab, in seiner Natur lag ein anderes Ziel.Ihm ist immer das Leben selbst, das er ausspricht und darstellt, nicht die Poesie des-selben die Hauptsache; das Aesthetische als solches sich zum Zweck zu machen, liegt ihmfern; vollends Erlebniffe zu suchen um der Poesie willen wäre ihm ganz unmöglich ge-wesen. Falk hatte bedeutende Elemente der poetischen Gesammtbegabung; er besaßaußer einem lebhaften Gefühle und einer feurigen Einbildungskraft die Gabe desWitzes und heitern Scherzes, und ein nicht geringes Talent der leichten, treffenden undwohllautenden Rede. Nur jener Kunstsinn und das eigentlich poetische Interesse fehlteihm; daher wir hie und da Maßlosem, Unpassendem und einem Mangel an derjenigenSorgfalt begegnen, die nur dem gewidmet zu werden pflegt, was wir als eigentlichenZweck, um seiner selbst willen, behandeln. Bedeutender erscheint nun Falk allerdingsin der Satire. Diese Gattung, welche in der Darstellung und Forderung dessen lebt,