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2 (1860) Director - Globus
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Fabrikschulen.

kanten giebt, welche die noch schwachen Kräfte der Kinder ohne alle Rücksicht aus derenZukunft auf die inhumanste Weise ausbeuten und den in ihren Fabriken beschäftigtenKindern die Wohlthat des Elementarunterrichts ganz oder größtentheils entziehen, findensich überall rühmliche Ausnahmen sowohl von Seiten einzelner Commnnen, als einzelnerFabrikbesitzer. In sehr vielen Fabriken in Frankreich erhalten die in den Fabriken be-schäftigten Kinder Schulunterricht. Dies ist z. B. der Fall in Lille, in Mühlhausen,wo ein kleinerer Theil die Fabrikschnlen, der größte die Ortsschule besucht, und an anderenOrten. In Mühlhausen sind sogenannte rslais, gegenseitige Ablösungen, eingeführftso daß die Kinder, die zur Schule gehen, von anderen Kindern in ihrer Arbeit zu be-stimmten Zeiten abgelöst werden. Da die in der Schule verbrachte Zeit bezahlt wird,wie wenn sie in der Fabrik gearbeitet hätten, so gehen sie gerne in die Schulen. Singenund Zählen wird während der Arbeit getrieben. Aehnliche Einrichtungen finden sich inBelgien. So haben die Eigenthümer der Fabriken von Grand-Hornu bei Mons zweiSchulen mit 160 Knaben und 300 Mädchen zum größeren Theil auf eigene Kosteneingerichtet; dasselbe geschieht in ziemlichem Umfang von der Gesellschaftäs la Vieills-LlontaAno," die z. B. in MoreSnet eine Schule mit einem besonderen Lehrer errichtethat, in welcher Französisch, Deutsch, Lesen, Schreiben, Rechnen, die Elemente der Ge-schichte und Geographie, Gesang und Religion gelehrt werden, deren Benützung unent-geltlich, aber obligatorisch ist. In Berlin bestehen seit 1841 Nachhülfeschulen zumUnterricht derjenigen Armenkinder, welche am Tage in Fabriken beschäftigt sind, inReligion, Lesen, Schreiben, Rechnen, seit 1848 auf 4 Stunden des Sonntags Vor-mittags beschränkt, da die Kinder nach den Arbeiten des Tages zu ermüdet waren.Dagegen haben die von der Communalbehörde Berlins 1855 errichteten vier besonderenFabrikschulen für die in den Fabriken beschäftigten jugendlichen Arbeiter schon nach ein-jährigem Bestehen wieder aufgehört. In dem Regierungsbezirk Arnberg (ProvinzWestphalen) bestanden schon 1852 für die in den Fabriken beschäftigten 3863 (1730männliche und 2133 weibliche) Kinder unter 14 Jahren Fabrikschnlen. Eine der amfrühesten errichteten Schulen findet sich auf dem Jnng'schen Fabriketablissement Hammer-stein bei Elberfeld, eine Freischule mit einem von der Fabrik besoldeten Lehrer. Aehn-liche erfreuliche Erfahrungen sind ans einer Anzahl von Staaten, besonders auch deut-schen, zu berichten und zeugen von der Humanität und dem erleuchteten Verständnisihrer Gründer. Zu erwähnen möchte noch sein die Fabrik der Gebrüder Prochorow inMoskau mit 900 Arbeitern. Dieselbe besitzt eine eigene Schule, in welcher den Kin-dern der Arbeiter und den in der Fabrik angestellten jugendlichen Arbeitern unentgelt-licher Unterricht in Religion, Lesen, Schreiben, Sprachlehre, Rechnen und Zeichnen er-theilt wird.

Nicht mit Unrecht hat ein competenter Richter ausgesprochen: die Schule soll ersterfunden werden, welche die Schwierigkeiten, die der Einrichtung und Leitung solcherSchulen bisher hindernd im Wege standen, zu lösen habe. Wir haben sic als einenNothbehelf auzusehen, durch welchen wenigstens die schlimmsten Folgen, die das Fabrik-leben für Kinder hat, einigermaßen neutralisirt werden können.

Entschieden wird zugegeben werden mäßen, daß für jugendliche Fabrikarbeiter dieErrichtung eigener Schulen zweckmäßiger ist, als der Besuch der Communalschulen, dasich diese unmöglich nach der Couvenienz des Fabrikbesitzers richten können und da beidieser Art von Kindern, welche so viel beschäftigt sind, das unumgänglich Nothwendigeauf dem kürzesten Wege erreicht werden muß. Kommen die Kinder etwa nach Voll-endung des zwölften Jahres in die Fabrik, nachdem sie die Volksschule absolvirt oderwenigstens den absolut unentbehrlichen Unterricht empfangen haben, so ist die Aufgabefür die Fabrikschule leichter und sie kann mit einer bis zwei Stunden fortführen odererhalten, was bereits begonnen ist. Treten aber die Kinder in jüngerem Alter, wie esgewöhnlich besonders in größeren Fabrikorten der Fall ist, und bei ungenügendemElementarunterricht ein, so ist die Aufgabe eine schwierigere, und es sind unter Be-