Fabrikschulen.
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schränkung auf die nothwendigsten Fächer, Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen inerster, Zeichnen und Gesang in zweiter Linie und unter Weglassung alles unnöthigenBeiwerks täglich 3, wenigstens 2'/? Stunden Unterricht zu crtheilen.
Vorausgesetzt, daß die Arbeitszeit eine den Kräften des Kindes entsprechende ist,kann die Arbeit in der Fabrik mit ihrem Mechanismus nicht geradezu als hinderlichund ganz unvereinbar mit dem Schulunterricht angesehen werden, wenn gleich zugegebenwerden wird, daß in ungleich förderlicherem Zusammenhang mit dem Schulunterrichtdie landwirthschaftliche Arbeit, der Feld- und Gartenbau steht, wie dies des näherenin dem achten Rechenschaftsbericht der deutschen Pestalozzi-Stiftung zu Pankow beiBerlin von 1856 und in dem Gutachten des Professor E. W. Kalisch „In Sachen derFabrikschulen" nachgewiesen ist. Was die allgemeinen Grundsätze betrifft, so möchte ichmich im wesentlichen zu denjenigen bekennen, welche mir schon vor ein paar Jahrenein Mitarbeiter an der Encyklopädie (A. Hauber) brieflich mitgetheilt hat:
1) Arme Kinder, die daheim keine Arbeit haben können, sind auch im Lernen besserdaran, wenn sie in Fabriken arbeiten, vorausgesetzt, daß sie nicht über Kraft angestrengtwerden; denn die Thätigkeit des Arbeitens wirkt concentrirend, während das Herum-lummeln, abgesehen vom Bettel, erschlafft.
2) Daher können Fabrikkinder auch in einer kürzeren Schulzeit so viel oder mehrlernen, als andere arme Kinder in der vollen.
3) Sobald in einem Orte eine größere Zahl von Kindern in Fabriken thätig ist,bedarf es einer eigenen Schule für sie, welche ihre Zeit mit der Fabrikarbeit in Korre-spondenz setzt, und wo die Gemeinde nicht im Stande ist, eine solche Schule aus eige-nen Mitteln herzustellen, da muß den Fabrikherrn ihre Errichtung auferlegt werden,als Bedingung, unter welcher sie die Kinder benützen dürfen.
4) Medicinalpolizeiliche Norm und Aufsicht muß sich der Gesundheit der Kinderin Beziehung auf Stundenzahl und Nachtarbeit annehmen.
5) Der Religions- (Konfirmanden-); Unterricht und der Kirchenbesuch muß obrig-keitlich sicher gestellt werden.*) C. U. Hahn.
*) Von einer sehr interessanten und lehrreichen Erscheinung auf diesem Gebiet giebt Hubera. a. O. S. 48—102 in der Absicht, eine merkwürdige Form der Entwicklung des Associations-princips zu schildern, ausführlichen Bericht. Es ist dies die einer Gesellschaft von etwa 400Actionären gehörige Kerzen- und Nachtlichterfabrik in Belmont, eine der größten Fabriken Lon-dons, welche namentlich auch viele Hunderte von Knaben und Mädchen beschäftigt. Huber sahsie bei ihrer Arbeit so heiter, gesund, reinlich, ordentlich, wohlgezogen, als irgend Kinder, die inden glücklichsten häuslichen Verhältnissen an einem Tisch mit den Eltern und Geschwistern arbei-ten, und versichert, er habe zwischen Eltern und Kindern nicht oft an Blick, Stimme und Aus-druck und so vielen unbeschreiblichen Symptomen das Hinüber- oder Herüberweben der Fädender Liebe, des Vertrauens und der Freude gesehen oder sonst gespürt, wie hier zwischen demFabrikdirector, I. Wilson und den sogenannten „weißen Sklaven." In ihren Schulen aber, die(unter einem der mächtigen Bögen der großen Westeisenbahn) in jeder Beziehung trefflich ein-gerichtet sind, werden sie in allen sittlichen und nützlichen Dingen unterrichtet, welche die christ-liche Volksschule zu lehren berufen ist; ein anderer Bogen ist ganz würdig und einfach für diegemeinsamen Schnlandachten eingerichtet. Da die Nachtarbeit bei diesem Geschäft unvermeidlichist, so werden die Kinder zur Erholung im Sommer rottenweise auf 14 Tage, die schwächerenund kränkelnden oster und länger auf Kosten der Fabrik an den Strand in die erfrischende See-luft und die stärkende Seeflut geschickt. Von Sonntagsarbeit ist natürlich keine Rebe; die mei-sten Arbeiten hören wegen der Revision der Maschinen rc. schon am Sonnabend Mittag auf.Huber giebt interessante Auszüge ans dem Berichte Wilsons an eine Commission der Actionäre, inwelchem er erzählt, wie die Schule ganz aus dem freien Willen und dem Gefühl des Bedürf-nisses bei den Kindern heraus allmählich sich entwickelt habe. Noch als ihnen von Seiten derFabrik eine große Helle Schulstube für 100 Schüler eingeräumt wurde (1848), war die Sacheso, ganz in ihrer Hand, daß sie sich dabei ausschließlich selbst regierten und sogar das Gebet, wo-mit sie ihre Schreib- und Leseübungen zu schließen Pflegten, von einem der Knaben gesprochen