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2 (1860) Director - Globus
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Ethik.

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sein dieser an jene;" es giebt daher hier wieder ein bestimmtes Moralprincip, sofernnämlich die absolute Aufgabe dem Menschen gestellt ist, die materielle Natur, seine eigeneund die gesammte ihm äußere irdische kraft seiner Selbstbestimmung seiner Persönlich-keit zuzueignen. (Verwandt ist die Definition von Wirth a. a. O. S. 3:die Sitt-lichkeit ist die Verwirklichung des Selbstbewußtseius in der eigenen Natur wie in dertellurischen Leiblichkeit überhaupt, die Verklärung dieser beiden in jenem durch ihre Um-bildung.") Bei Rothe erscheint dieses Moralprincip zugleich mit der Schöpfung dermenschlichen Persönlichkeit in der Reihe des creatürlichen Werdens,des schöpferischenDifferenziirungs- und Organisationsprocesses; durch diese eine ganz neue Ordnung desSeins ankündigende Erscheinung ist die Materie wesentlich über sich selbst hinausgeführt,ihre Macht gebrochen" (S. 170 s.). Dies aber geht auf den absoluten, göttlichenWillenszweck zurück, daß die Welt, die durch den Schöpfungsact nur unmittelbar alsStoff gesetzt worden ist, vergeistigt werde; diesen Zweck verwirklicht aber Gott durch denMenschen, so daß man in dieser Beziehung sagen kann: sittlich ist dasjenige menschlicheHandeln, in welchem der Mensch als Organ Gottes zur Nealisirung jenes Weltzweckesfrei thätig ist; eine Definition, die wir in soweit als richtig gelten lassen müßen, als

das Specifische des Sittlichen immer die nicht schon an sich seiende, sondern erst im

menschlichen Willen sich vollziehende Einheit des Göttlichen und Menschlichen, das WirkenGottes durch das Organ menschlich freien Wollens ist. Ob dieses Gute nach seinermateriellen Seite die Ueberwindung der Materie durch die Persönlichkeit, die Aneignungjener an diese sei, ob es nicht z. B. Tugenden gebe, die sich schlechterdings dieser Defi-nition nicht fügen, dies wäre Sache weitgehender Untersuchung, wozu wir hier nichtbefugt sind. Uns scheint aber, daß in jener Definition, die vom Gegensätze zwischenMaterie und Persönlichkeit nichts sagt, bereits dasjenige Princip enthalten ist, das auchdas Christenthnm in seiner Lehre aufgestellt und Praktisch ins Leben eingeführt hat, näm-lich die Liebe, in der ebenso sehr das Formelle der Gesinnung als das Materielle dessen,was gethan werden soll, ebenso sehr das göttlich Nothwendigs oder Gebotene als

das menschlich Freie vereinigt ist und beides rein in einander aufgeht. Dies ist auch

der fundamentale Punct, an welchem die philosophische und die christliche Ethik sich inwesentlicher Einheit erkennen; vgl. Fichte a. a. O. II. 1. Vorrede S. VIII und CHa-lybäus I. Z 1315.

2) Für die weitere Entwicklung des Inhalts der Idee des sittlich Guten besitzt dieEthik die drei Begriffe der Pflicht, der Tugend und des höchsten Gutes. Alle drei ent-stammen einem vorchristlichen Boden, widerstreben jedoch nicht der Uebertragung in diechristliche Wissenschaft. Der Pflicht entspricht das Gebot, das, wie die Gesammtheitund Einheit der Gebote, das Gesetz, auf den Gesetzgeber zurückweist, während der Pflicht-begriff (den in seiner specifischen Bestimmtheit die Bibel nicht kennt) vielmehr autonomischals heteronomisch ist. Allein wenn der Philosoph auch das Gute nicht als etwas vonfremder Hand dem Menschen octroirtes, sondern als dessen eigenstes Wesen faßtwie ebendeshalb auch der Erzieher den Zögling nur zu dem zu machen hat, was seineigenes Wesen als höchste Bestimmung in sich trägt; wenn also auch das Gute schonursprünglich als eigener, innerster Wille des Menschen (nicht bloß als Wille Gottes,dem der Mensch gern oder ungern sich fügen müßte), also, mit Z.H. Fichte zu sprechen(a. a. O. II. Z 1), alsGrundwille" gefaßt wird,als das eigentlich Gewollte undAngestrebte, die unmittelbaren und darum unter sich widerstreitenden Wallungen desEinzelnen innerlich Bestimmende und daher auch als das wahrhaft Einigende und Ge-meinschaftstiftende im Menschengeschlecht:" so steht doch (s. ebd.)jener Grundwille, weilin der Tiefe und im Hintergründe des Bewußtseins ruhend, dem noch unmittelbarenWillen der Einzelnen gegenüber als Gesetz;" er muß (ebd. S. 9) als solchessich demEinzelwillen erst einbilden und ihn von Grund aus umgestaltend zum Organ seinerselbst machen;" ein Proceß, in welchem sich die Gesetzesform des Guten um so schärferzu empfinden giebt, je mehr jene Umgestaltung durch das zwischeneintretende Böse statt