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2 (1860) Director - Globus
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Ethik.

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um so mehr man sich zu Herbart Hingetrieben fühle, der dasselbe namentlich in Bezugauf das öffentliche Leben geltend gemacht habe; und daß schon die Ableitung der ethischenIdeen aus jenem ursprünglichen ästhetischen Wohlgefallen an dem, was ihnen entspricht,was sie im Musterbilds darstellt, ans Pädagogik hinführe:daß mein Ich, als ein freies,auch wirklich das gebührende Wohlgefallen an der Idee finde, dazu verhilft nicht dieDemonstration, aber um so gewisser sittliche Bildung des moralischen Urtheils, wie sieauf dem Wege der Erziehung nnd Selbstbildnng gewonnen und bei der Bildsamkeitund Beseeltheit der Wurzeln des Willens errungen und festgehalten werden kann. Daherdas bedeutende Gewicht, das Herbart allenthalben der Erziehung zuschreibt." (Weiteresdarüber s. in dem Art. über diesen Philosophen selbst.) Wenn aber mit Obigem dasWesen des sittlich Guten als unmittelbar in den ethischen Ideen vorliegend mehr nurempirisch bestimmt wird, wobei immer noch denkbar wäre, daß es solcher Ideen nochmehrere zu entdecken gäbe: so hat dagegen Schleiermacher jenen Grundbegriff inprincipieller Weise zu construiren und eben damit der Ethik im Gesammtorganismusaller Wissenschaft ihre Stelle auszumitteln gesucht. Er geht aus von dem höchsten Gegen-satz, unter dem alles Sein beschlossen sei (Entw. eines Shst. der S. L. Z 46. 47.),nämlich dem der Natur und der Vernunft; das höchste Bild aber des höchsten Seins,also auch die vollkommenste Auffassung der Gesammtheit alles bestimmten Seins ist dievollständige Durchdringung und Einheit von Natur und Vernunft. So giebt es nunauch nur zwei Hauptwissenschaften, die der Natur und die der Vernunft, jeder in ihremDurchdrungensein von der andern. Wiederum ist jede als Kraft und als Erscheinung(tz 57) zu fassen, was von jeder ein zwiefaches Wissen erzeugt, ein beschauliches, welchesdas Wesen ausdrückt, und ein beachtendes, welches Ausdruck ist des Daseins (dasselbeSein ist in jenem urbildlich, in diesem abbildlich ausgedrückt). Der beschauliche Aus-druck oder das Erkennen des Wesens der Natur ist die Physik, der beachtliche Ausdruckoder das Erkennen des Daseins (der Erscheinung) der Natur ist die Naturkunde. Derbeschauliche Ausdruck, oder das Erkennen des Wesens der Vernunft ist die Ethik, derbeachtliche Ausdruck oder das Erkennen des Daseins der Vernunft ist die Geschichtskunde.Psychologie und Logik gehören (s. bei Schweizer, S^ 37 Amn.) nicht zum specnlativenWissen von der Vernunft, sondern zum Wissen von der Natur; Ethik dagegen ist (wieS. 37 genauer gesagt wird), speculatives Wissen um die Gesammtwirksamkeit der Ver-nunft auf die Natur. Hier also haben wir im Gegensätze zu der vorherigen Aufstellungirgend eines Moralprincips, gleichsam eines größten Gebots, eine Definition des sittlichGuten selbst: es ist Las Wirken der Vernunft aus die Natur, das Walten der Vernunftin der Natur, aber dies wird nun nicht als ein Sollen dargcstellt auch hier zeigt sichSchleiermacher als Antinomist; die Ethik ist so gut wie die Physik eine bloß beschreibendeWissenschaft; eine Physiologie, nicht bloß des-Willens, dessen Betrachtung einen sehr unter-geordneten Theil derselben ausmacht, sondern der gesammten Vernnnftwirkfamkeit imMenschen und durch ihn aus die gesammte Natur, deren Anfang in der Natur sichnirgends findet und deren Ziel gleichfalls nie erreicht wird (Fichte a. a. O. I. S. 347).Das Ethos ist, wie Feuerlein (a. a. O. S. 295) es treffend bezeichnet, eine kosmischeGrundkraft, welche die Welt durchströmt, und bloß im allgemeinen kann gesagt werden,die Vernunft habe die Aufgabe, d. h. die Bestimmung, sich in die Natur hineinzulegen.Ob damit das Wesen des Sittlichen richtig erkannt ist, haben wir hier nicht weiter zuerörtern, wir verweisen auf die Kritik dieser Ansicht bei Hartenstein a. a. O. S. 106 ff.und bei Fichte a. a. O. (Wir werden übrigens unten noch auf Schleiermacher zurück-kommen.) Unter die wenigen Puncte, wo Schleicrmacher und Hegel sich berühren,gehört die Auffassung der Ethik, wie sie in der Rechtsphilosophie (WW. Bd. VIII.) nndin der Phänomenologie des Geistes (WW. Bd. II. in den Abschnitten V. und VI.) dar-gelegt ist. Hegel stellt so wenig ein Moralprincip im alten Sinne auf, daß er imGegentheil alle dergleichen Sätze, auch wenn er ihnen relative Wahrheit zuerkennt,immer wieder aufhebt, so daß ein absoluter Maßstab für Gut und Böse eigentlich gar