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2 (1860) Director - Globus
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Ethik.

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«ach welcher jeder sich selbst zu erziehen hätte, was sich von der Erziehung anderernur in der Form, in der Technik unterscheiden kann? Jene psychologische Vermittlungführt aber mit Nothwendigkeit auf die Erkenntnis, daß das Subject, in welchem dieIdee des Guten ebenso gewiß realisirt werden soll, wie sie als Idee ihm inwohnt,d. h. der Mensch, zwar hierauf angelegt ist, aber sich selbst überlassen durch bloßeNaturentwicklung keineswegs jene Bestimmung erreicht, und noch viel weniger mit demEintritt in die Existenz auch schon dieser Bestimmung entspricht; der Mensch muß erstethisirt werden; das Gute ist also nicht bloß als Qualität, sondern auch als ein Wer-den, als ein Proceß zu begreifen, nnd zwar als ein Proceß, der bei aller Kräftigkeitder Anlage und bei aller Freiheit des sich selbst bestimmenden Willens doch eben sosehr auch von der Einwirkung solcher Potenzen abhängt, die selber das sittlich Gutein sich darstellen. Was ist das anders als Erziehung? Wenn daher der älteste Be-arbeiter der christlichen Sittenlehre als eines Ganzen, Clemens von Alexandrien, seinemWerke den Titel lkaockaAvAns gegeben hat, so war dies, wenn er gleich als Erzieherdes Menschengeschlechtes zur Sittlichkeit ausschließlich den Logos betrachtet, ein richtiger,nur nicht vollständig ausgeführter Gedanke. (Kurz und schön hat denselben Chaly-bäus Speculat. Ethik I. S. 76 ausgesprochen.) Wenn dagegen das Verhältnis zwi-schen Pädagogik und Ethik von Einzelnen, wie Montaigne (s. Daub, Prolegomenazur theologischen Moral S. 346. 360 ff.) so auf den Kopf gestellt wurde, daß letzteredas Product der ersteren sein soll, somit für die Ethik keine absolute Norm existirts,sondern selbst die Grundbegriffe von Gut und Böse lediglich das Werk des Erzieherssein würden, der sie so oder anders dem Zögling eingepflanzt hat, so ist damit dieSittlichkeit auf die Linie der conventionellen Sitte herabgedrückt; auf solch eine Ver-kehrung kann man, wie Daub a. a. O. S. 375 sagt, nur gerathen aus Liebhabereifür die Erziehung. Es giebt nicht ein pädagogisches Princip für die Ethik, sondern nurein ethisches für die Pädagogik. Umgekehrt ist auch wieder die Pädagogik durchausethischer Natur. Sie kann nur ethische Zwecke als Zwecke der Erziehung (s. d. Art.)aufstellen; denn ihr allererstes Axiom ist dasselbe, was die Ethik aufstellen muß, daßder Werth des Menschen als Person in höchster und letzter Instanz immer in seinersittlichen Qualität, in seinem Wollen liegt; höher, als zu sittlicher Vollendung, kann ernicht steigen, denn (vergl. 1 Petr. 1, 16) damit wird er Gottes Ebenbild; alle andernVorzüge, die er besitzen, alle Verdienste, die er sich erworben haben mag, wie sie jetztschon immer nur relativen Werth haben, verlieren schließlich auch diesen und können ihnnicht retten, wenn ihm jener absolute Werth, der sittliche, abgeht. Der schöne Aus-spruch, womit Kant seineGrundlegung zur Metaphysik der Sitten" eröffnet:Esist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich,was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille"ist ein unumstößlicher Satz, der auch der Pädagogik die Richtung ihres Weges aufsunzweideutigste bezeichnet. Dieselbe sieht sich aber eben so auch bei der Wahl ihrerMittel daran gebunden, jedes derselben vor allem darauf anzusehen, ob es sittlich ist;wo nicht, so muß sie es, als wie praktisch es sich sonst auch zu empfehlen wüßte, unbe-dingt verwerfen. Allerdings hat sie auch Zwecke und Mittel in ihrem Bereiche, dienicht an sich selbst schon sittlicher Natur sind; wie man z. B. ein Rechenexempellöst, wie man eine lateinische Periode construirt, darüber weiß das Gewissen keinenBescheid zu geben. Aber sobald wir auch solche Thätigkeiten nicht in ihrer Vereinzelung,sondern im Zusammenhänge mit dem ganzen Organismus des persönlichen wie desgemeinsamen Lebens auffassen, so zeigt es sich, daß der sittliche Mensch keineswegsinzwischen schlafen gegangen ist, während jene Operationen vor sich gehen, daß viel-mehr auch diese wenn schon mehr oder weniger unbewußt von ethischen Motivenbegleitet und getragen sind, ja noch mehr, daß dasjenige, was auch obigen wie allen Thä-tigkeiten und Errungenschaften des Menschen die letzte Weihe, den höchsten, den alleinbleibenden, unvergänglichen Werth verleiht, eben das Sittliche daran ist. Hieraus geht