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2 (1860) Director - Globus
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Erziehnngstalent, Takt.

schaftlichen, politischen und militärischen Genies. Die Verhältnisse dagegen, in welchender Erzieher in Schule und Haus zu wirken hat, sind so einfach, die Aufgaben kehrenim wesentlichen so sehr immer wieder und darum kann man auch über die Mittel zuihrer Lösung, zumal innerhalb der christlichen Gemeinschaft, so wenig zweifelhaft sein,daß es hier nicht auf die Neues findende und schaffende Kraft des Genies ankommt,sondern auf die umsichtige und sich gleich bleibende Thätigkeit eines mit Gewissenhaftig-keit benützten pädagogischen Talentes.Ein genialer Erzieher" ist ebenso wenig einganz eigentlich gebrauchter Ausdruck, als etwaein genialer Seelsorger." Nur wo esbei völliger Zerrüttung der pädagogischen Verhältnisse auf neue Begründung eines ge-ordneten Zustandes ankommt durch außergewöhnliche Mittel, wäre für die schöpferischeThätigkeit des Genies eine Stelle. Unter den epochemachenden Pädagogen der neuerenZeit hatte offenbar Pestalozzi auf den Namen eines pädagogischen Genies am erstenAnspruch, obgleich er jene harmonische Verbindung verschiedener Eigenschaften nicht be-saß, welche das pädagogische Talent ausmachen.

Wenn natürliche Anlage durch den heiligen Geist erhöht die rechte Richtung em-pfängt und verklärt wird, so wird sie zum Charisma im neutestamentlichcn Sinne,und in der That gehen, bei der innigen Verwandtschaft des pädagogischen und seel-sorgerlichen Amtes, die Gnadengaben, welche das Neue Testament als die unentbehr-lichsten Grundlagen des Berufes zum Bischofsamte darstellt, den Eigenschaften parallel,welche wir als Hauptfactoren des Erziehungstalentes bezeichnet haben, die Gaben derLehre, der Negierung und des Untersch eidens der Geister (1 Cor. 12, 411.28). Ja der Prophet des alten Testamentes schon zählt, wenn er als die Gaben desGeistes bezeichnet Weisheit und Verstand, Rath und Stärke, Erkenntnis und Furchtdes Herrn (Jes. 11, 2), damit zugleich die Eigenschaften ans, welche das Erziehungs-talent begründen, die stets auf die gottgewollten höchsten Zwecke gerichtete Weisheit undden scharf unterscheidenden und Persönlichkeiten und Verhältnisse richtig würdigendenVerstand, den Rath, der überall die richtigen Mittel und Wege findet, und die That-kraft, welche diese Mittel energisch handhabt, und endlich wird mit der Erkenntnis undFurcht des Herrn die Grundlage angegeben, auf welcher jene Eigenschaften ruhen müßen,um zu gedeihlicher pädagogischer Wirksamkeit zu führen.

Der Ausdruck Takt, insofern damitdie Feinheit und Sicherheit des Benehmensim Umgang" (Heyse, Fremdwörterbuch u. d. W.) bezeichnet wird, geht nicht von demBegriffe des musikalischen Taktes aus (wie z. B. Krug im encyklopädisch-philosophischenLexikou aunimmt), so daß damit eigentlich das Einhalten des richtigen Maßes im Be-nehmen bezeichnet wäre, sondern er geht unmittelbar auf taotns, Gefühl, dann in emi-nentem Sinne: feines Gefühl zurück. Bestimmter verstehen wir unter Takt die aufnatürlicher Feinheit des Gefühls beruhende und durch Erfahrung undUebung ausgebildete Fertigkeit, im freien Verkehr mit andern injedem gegebenen Fall, und insbesondere in zweifelhaften Fällen vasAngemessene unmittelbar mit Sicherheit zu erkennen und zu thun. Daserste Moment in dieser Begriffsbestimmung, daß der Takt auf einer Naturanlage be-ruhe, weist auf seine Verwandtschaft mit dem Talent hin: ohne den natürlichen feinenSinn für die persönliche Eigenthümlichkeit anderer und für die Besonderheit der jedes-maligen Lage wird es niemand zum Ruhme eines taktvollen Verhaltens bringen. Aufder andern Seite aber ist der Takt auch nicht bloß Sache des Talentes, sondern zu-gleich eine durch Erfahrung und Uebung ausgebildete Fertigkeit. Das anständige Be-nehmen eines Kindes kann man nicht wohl taktvoll nennen, und das feine Gefühl,welches durch jede Unangemessenheit verletzt wird und das Angemessene überall sicherherausfühlt, wird erst dann zum Takt, wenn mit der Feinheit des Gefühls auch dieSicherheit des Benehmens sich verbindet. Weiter schließt der Begriff des Taktes dieBeziehung auf den Verkehr mit andern und die ihnen schuldige Rücksicht ein: der Hi-storiker, welcher in seinem Werke lediglich den objectiven Thatbestaud darzustellen bemüht