Erziehungsprincipien.
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den Republiken des Alterthums, anders von Friedrich dem Großen, anders in derersten französischen Revolution, anders vom modernen deutschen Liberalismus, von die-sen! häufig im Gegensätze gegen den religiösen Charakter der evangelischen Volksschuleverstanden worden; consequenl würde eine aus der Hegel'schen Theorie vom Staat alsder obsectiven Sittlichkeit beruhende Pädagogik dieses Princip aufstellen mützen); oderdie als solche Potenz vielmehr die Kirche betrachten (welch letzteres nur auf kaiholischemBoden möglich, dort aber nur von den Jesuiten in rücksichtsloser Consequenz durch-geführt worden ist; wir^Protestanten werden zwar kirchlich, d. h. im Geist unsererKirche erziehen, aber nicht das Sein in der Kirche als höchsten Lebenszweck fassen: dieKirche ist eben so sehr um des Einzelnen willen da, als der Einzelne für sie da ist).
U. Was die anthropologischen Principien betrifft, so stehen sich hier zwei Extremegegenüber, zwischen denen die wahre Anschauung der Sache in der Mitte liegen muß.Es ist der Pelagianismus mit seinen mannigfachen, aber unbedeutenden Modifikationen,der im Zögling nur Gutes und alles Gute als schon vorhanden, als Anlage undNeigung voraussetzt, und daher in der Erziehung nur entwickeln will; eine Ansicht, dieauf Seite des intellektuellen Lebens zur Sokratik führt und in dieser sich repräsentirt,deren Grundsatz ist, nichts dem Zögling als traditionelle Wahrheit, als Offenbarung,zu überliefern, sondern alles durch bloßes Fragen aus ihm selber herauszulocken. Dasandere Extrem wäre der Manichäismus, der im gefallenen Menschen nichts gutes mehrübrig läßt; ein pädagogisches Princip ist aber von dieser Seite nie aufgestellt worden,da jene Voraussetzung jede Erziehung zum voraus unmöglich macht; selbst die Hand-habung der Zucht wäre in diesem Fall nur eine Art Polizei, nur Einschränkung zumBehufs öffentlicher Sicherheit, nicht Erziehung. Statt dessen können wir diejenige An-sicht als den pädagogischen Gegensatz des Pelagianismus bezeichnen, welche im Zöglinggar nichts, weder Böses noch Gutes als angeborene Neigung und Anlage voraussetzt,sondern ihn erst durch Erziehung das werden läßt, was er wird. Repräsentanten dieserRichtung sind Herbart und Beneke, jeder in anderer Weise (worüber die sie be-treffenden Art. zu vergleichen sind); ebenso, nur nach seiner eigenen Art, d. h. nach dereines französischen Charlatans, ausgeführt ist dieser Grundgedanke bei Jacotot, derwenigstens in Bezug auf die intellectuelle Bildung von dem Satze ausgeht, daß alleMenschen gleiche Geistesanlagen haben, daher man aus jedem machen könne, was manwolle; was genau betrachtet ganz dasselbe ist, wie wenn wir sagten: positiv angelegtist in keinem etwas, sondern nur die Möglichkeit für alles; was also aus ihm wird,ist rein das Werk seines Erziehers. Da wir hier nur die Principien aufzuzeichnenhaben, so können wir nicht weiter die Entwicklung derselben bei jedem der genanntenPädagogen verfolgen, die übrigens vielfach zeigt, wie nahe sich Extreme berühren können,ohne daß darum der principielle Gegensatz aufhört.
0. Was wir endlich das Princip der Methode nennen, dafür bietet die Geschichtenoch sehr wenig allgemeines und bedeutendes dar. Wir finden Wohl eine Menge Unter-richtsgrnndsätze, aber sie haben, wie oben schon erinnert ist, nur die Dignität von Maxi-men und gehören ohnehin fast nur dem Gebiete der Didaktik an. Für die Erziehung ist
das, was wir hier im Auge haben, meist in der Form ausgesprochen, daß gesagt wird,
welche Eigenschaften der Erzieher persönlich haben und wie er seinen Beruf, wie er seineArbeit und deren Erfolg ansehen müße? Nur bei Pestalozzi ist die Frage selbst mit allerSchärfe herausgetreten, aber in einer Weise von ihm beantwortet, in der wir ein Trywrovipküöox, also eben einen Jrrthum im Princip erkennen. Bekanntlich (s. den Art. Pesta-lozzi) hatte er den Aberglauben, seine Methode, und zwar nicht bloß als Art desUnterrichts, sondern als Methode der Erziehung im vollen Umfange, wirke unfehlbar;mit derselben Sicherheit, wie eine Maschine auf das ihr hingegebene Material wirkeund ihm die verlangte Form gebe, werde und müße auch die Methode ihre Resul-tate erzielen. Und wie bei einer Maschine auf die persönliche Qualität dessen, der
sie in Bewegung setzt, lediglich nichts ankommt, ausgenommen das Eine, daß er