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2 (1860) Director - Globus
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Erzi ehungsprincipicn.

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vom Nachtheiligen, sondern auch das Bessere vom Guten, das Beste unter mannig-fachem Guten zu unterscheiden, überhaupt r« öt«-pk'^>oPr« (Phil. 1,10; vergl.

Röm. 12, 2), in diesem Geiste auch stets zu reden, was gut ist «yöx o7r-oöo^i- rsist'v« öm rors «xoüv'votv (Eph. 4, 29 ; vergl. Kol. 4, 6), und ebenso im Zöglingselbst jenen innern Erzieher arbeiten zu lassen, ihm Raum zu schaffen, ihn zum Wortekommen zu lassen, allmählich ihm gänzlich Platz zu machen, damit er allein das Regi-ment führe: das ist in allen Erziehungsmethoden das einzig wahrhaft Methodische,es ist, wie wir dieses Princip sonst ausgedrückt haben, die Weisheit, die Wohl in dereinen Erziehungsweise eine mehr, in der andern eine weniger adäquate Gestalt erhält,die aber auch zur richtigsten methodischen Regel immer als das eigentlich Beseelendehinzutreten muß, wovon erst der wirkliche Erfolg abhängt. Mit diesem Princip istallerdings kein bestimmter Inhalt gegeben, es scheint mehr formell als materiell zu sein.Wir hätten also vielleicht eher irgend einen der in Theorie und Praxis vorkommendenGrundsätze hier einreihen sollen; z. B. den Grundsatz, dem Zögling so viel als möglichfreien Spielraum zur Entwicklung seiner Kraft und seines Willens zu lassen; oder denGrundsatz: durch den Kopf zum Herzen! dann wieder nach der Seite des Lernens dasnon innlta, soll nmltum u. s. f. Aber alles der Art sind Maximen, nicht einPrincip; als solches genügt uns nur eine Lebensmacht, die wir zwar nicht in eineFormel bannen und als Devise auf unsere Fahne schreiben können, die aber desto sichereralles umfaßt, die nicht wie eine Regel mit ihren Ausnahmen als unvermeidlichen Tra-banten dasteht, sondern im Geiste sich lebendig erweist und im einzelnen Falle dasRichtige unmittelbar an die Hand giebt; eine Potenz, die den Erzieher inspirirt. Da-mit allein stehen wir fest auf dem Boden des Evangeliums, das ja auch für das sitt-liche Leben keine oberste Formel als größtes Gebot aufzustellen sich begnügt, sonderndie lebendige Macht des Guten ins Menschenherz selber pflanztden Geist derKraft, der Liebe und der Zucht," 2 Tim. 1, 7.

2) Sehen wir uns noch nach Sätzen und Begriffen um, die uns in der Geschichteund Literatur der Pädagogik als Principien vorgeführt werden, so zeigt sich die größteMannigfaltigkeit derselben in der ersten der drei Beziehungen, welche wir oben unterschie-den haben; cs ist der Zweck, die Aufgabe der Erziehung, die principiell so verschiedenbestimmt wird, während für die beiden andern Grundfragen, die anthropologische unddie methodische, für die eine nur eigentlich Ein Hauptgegensatz, für die andere nurVereinzeltes und dem Detail Angehöriges anzuführen ist. Wir versuchen in folgendemeine Zusammenstellung dessen, was geschichtlicher Registrirung Werth scheint. (Eineübersichtliche Zusammenstellung der Principien finden wir auch bei L. Schmid vonSchwarzenberg, Philos. Pädag. im Umriß S. 36, ohne daß dieselbe jedoch aufSelbständigkeit und ganz genaue Rubricirung Anspruch machte. Gräfe hat in seinerAllgem. Pädag. I. S. 357360, Anm., etwas ähnliches versucht, aber nur in Formvon Citaten, ohne sie nach bestimmten Rücksichten sachlich zu ordnen.)

Grundsätze über das Ziel und den Zweck der Erziehung.

a) Solche, die nicht einen festen Punct, sondern bloß die Richtung angeben, irrwelcher die Erziehung vorzugehen hat.

1)Erziehung ist absichtliche Einwirkung von Seiten der Erwachsenen auf dieJugend, um diese zu der höhern Stufe der Ausbildung zu erheben, auf welcher dieEinwirkenden stehen" oderwelche die Einwirkenden besitzen und überblicken." Indieser Definition, wie wir sie bei Beneke übrigens nicht als die von ihm festge-haltene Ansicht, s. Erz.-L. 2 . Ausl. S. 6. 7. ansgedrückt finden, ist ein absolutesZiel, ein Ideal nicht bezeichnet; es ist zufällig, auf welcher Stufe selbsteigener Bildungder Erzieher oder ein ganzes Zeitalter steht; auch ist dabei nicht unterschieden zwischendemjenigen an der Bildung, was fortschreitet von Generation zu Generation und zwi-schen dem, was immer und überall dasselbe ist, was jedes Menschen Werth bedingt.Obige Definition erscheint als praktisches Princip wirklich festgehaltcn in der Kasten-