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2 (1860) Director - Globus
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Erziehungsprincipicn.

aufgefaßten Objecte jenen Zweck zu erreichen. Vollständig aber wird sowohl die For-derung der wissenschaftlichen Einheit der Pädagogik als auch die Einheit des praktischenVerfahrens erst dadurch erfüllt sein, wenn auch diese drei Principien auf ein einzigeszurückgeführt werden können. Das nun ist alsdann möglich, wenn wir ganz gemäßdem, was auch die christliche Ethik als ihr Princip anznsehen hat uns in den Mittel-punct des Christenthnms stellen; dort ist kein bloßer Grundsatz, weder ein praktischesoberstes Gesetz noch eine theoretische Lehre, eine Idee, sondern der persönliche, lebendigeErlöser selbst das Princip; als solches wirkt er in demjenigen Ganzen, das wir dasReich Gottes nennen, als solches muß ihn auch die Wissenschaft erkennen und sol-chem Realprincip gemäß sich gestalten. So nun sagen wir auch von der Pädagogik:ihr Princip ist Christus; und zwar, wenn wir nun jene drei Seiten gleich ins Augefassen, nach welchen hin sich das pädagogische Princip differcnziirt, so gewinnt dasselbefolgende concretere Gestalt: 1) War dem Griechen der Weise, dem Israeliten der Ge-rechte das Ideal eines Menschen, so ist dieses Ideal uns gegeben in Christus, undzwar in solch reeller, substantieller Weise, daß der Zögling nicht bloß Christo ähnlich(Phil. 2, 5. Röm. 15, 5), also ein Mensch Gottes (2 Tim. 3, 17), sondern daß ermit Christo persönlich Eins werden soll; Christus soll in ihm Gestalt gewinnen (Gal.4, 19), d. h. eben: Christus soll das Realprincip sein, das lebenskräftig in ihm wirkt,das in ihni, in diesem Individuum, aufs neue Fleisch wird, sich in ihm zu neuer persön-licher Realität ausprägt. Daß damit nichts ächt menschliches, nichts sogenannt weltliches,sofern eS ethisirt werden kann, von der Erziehung ausgeschlossen, diese durch obigesPrincip nicht zu einer mönchischen oder pictistischen gemacht ist, hat das System derPädagogik selbst zu zeigen (s. die Päd. des Unterz. 2. Ausl. S. 94 ff.). 2) Indemwir von einer christlichen Anthropologie reden, so ist damit gesagt, daß auch für dierichtige Erkenntnis des menschlichen Wesens Christus Las Princip ist; d. h. a) er, alssündloser Mensch, ist der Maßstab, an dem wir erst erkennen, daß unsere Natur einegefallene, verderbte ist; sowie nicht minder sein Erscheinen in der Welt, seine Wirksam-keit als Erlöser uns die Nothwendigkeit einer Erlösung durch eine Offenbarung Gotteskennen lehrt, also darthut, daß uns ohne solche nicht zu helfen war; aber b) er, alssündloser, die Fülle der Gottheit (Kol. 2, 9) in sich tragender Mensch, ist auch derfactische Beweis, daß diese Mcnschennatur einer Erlösung, einer Befreiung, einer Er-hebung zur Göttlichkeit (2 Petri 1, 4. Skic-s xorvwr-ol PÜakws) fähig ist,

daß es also ebenso sehr nöthig als auch der Mühe Werth und eine nicht vergeblicheArbeit ist, dieser Menschennatur in jedem Individuum sich anznnehmen und ihren an-erschaffenen, erst in Christus vollständig zn Tage gekommenen Adel ihr znrückzngeben.Sein eigenes Wachsthum, in dem wir trotz der Dürftigkeit der Nachrichten über seineKindheit und Jugendgeschichte doch gewisse Stadien unterscheiden können, zeigt, daß auchdas Reine, Göttliche, was im Menschen, im Kinde lebt, erst wachsen muß, also dieNaturordnung auch im Geistesleben nicht aufgehoben ist, sondern respectirt werden muß. In diesen Beziehungen liegt das christlich-pädagogische Princip in der Stelle Marc.10, 14 klar vor uns; zn Christo sollen die Kinder gebracht werden, das deutet darauf,daß außer ihm für sie kein Heil ist, weder in ihnen selbst noch in der Menschenwelt,weder in der Natur noch in der Cultur finden sie die rettende Kraft. Aberihrer istdas Himmelreich," das beweist ihre Fähigkeit dazu, wie auch daswehret ihnen nicht"den geheimen, auch unter der Sünde noch fortdauernden Zug zu ihm hin verräth.Endlich 3) bietet für die Methode der Erziehung schon das zeitliche Leben des Herrnreichliche Anhaltspnncte dar, wie er als Pädagog an seinen Jüngern, an seinem Volkarbeitete. Aber auch in diesem Puncte beschränkt sich das Princip nicht auf ein bloßesVorbild; vielmehr ist er selbst in seiner lebendig fortdauernden Wirksamkeit in derKirche und in den einzelnen Menschenherzcn, d. h. sein Geist, Christus im h. Geiste,der wahre ; diesen Geist in sich selber zu tragen, ihn zu verstehen, ihm zu

folgen, in seiner Kraft immer schärfer nicht nur das Gute vom Bösen, das Heilsame