Erziehungsprincipien.
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für anderes gar kein Gemerk und Verständnis haben. Maximen können auch relativwahr und brauchbar sein, d. h. unter Umständen, unter localen, individuellen Voraus-setzungen sind sie ganz geeignet, wo aber jene fehlen, sind sie falsch. So haben sie auchviel mehr subjectives Gepräge an sich; sie sind der Ausfluß eines Charakters, sind dasResultat bestimmter Erfahrungen, die man persönlich gemacht. Ein Princip dagegen,obwohl es sich dem oben Gesagten zufolge nicht andemonstriren läßt, macht dennochauf objective, universelle Wahrheit Anspruch, ähnlich einem Axiom in der Mathematik.Zwischen Maximen können wir möglicher Weise noch eine Wahl haben, können sie (wiedies Schleiermacher'L Methode in seiner Erziehungslehre ist) gegen einander abwägenund sie auszugleichen versuchen; für ein Princip aber, das wir als das wahre erkannthaben, müßen wir allgemeine Anerkennung fordern. — Zu einem solchen nun muß dieErziehung gelangen, wenn sie ein einheitliches Verfahren, und die Pädagogik, wenn sieWissenschaft sein will. Wie aber gelangt sie dazu? Sowohl der Art. „Erziehung"als der Art. „Ethik" hat darzuthun, daß das pädagogische Princip nie ein anderessein kann als das ethische; denn die Erziehung soll aus dem Zögling nichts anderesmachen, als was er aus sich selbst zu machen, wozu er sich selbst zu erziehen hat, dasaber ist seine sittliche Bestimmung, von deren Erreichung schließlich der Werth jedesmenschlichen Individuums abhängt. Wofern wir daher in dem Sinn, in welchem ge-wöhnlich von einem pädagogischen Princip die Rede ist, ein solches anfstellen wollten,müßte es materiell dasselbe sein, was die Ethik als oberstes Moralgesetz ausspricht;was das letztere als sittliche Forderung jedem einzelnen vorhält, der er in sich selbstdurch seinen Willen in seinem Sinn und Wandel Genüge thun soll, das hält daspädagogische Princip jedem Erzieher als das Ziel vor, dem er seinen Zögling zuführensoll, dem also schon von Anfang alle pädagogischen Maßregeln conform sein, zu demsie sich wie Mittel zum Zwecke verhalten müßen. — Allein so ausschließlich von derEthik ist die Pädagogik nicht abhängig. Wie die Ethik selber, um nicht in einengesetzlichen Formalismus zu fallen, auf eine psychologische Basis zurückgehen muß, inwelcher sowohl ihr Zweck, das objectiv Gute, seine subjective Wurzel, seine sittlicheMöglichkeit findet, als auch ihre Mittel als menschliche Seelenkräfte vorhanden sind,nicht minder aber auch das Object gegeben ist, das erst ethisirt werden soll: ganz ebenso, nur noch specieller ausgeprägt, hat die Pädagogik ihren Ausgangspunct in derPsychologie; sie muß ja das Object kennen, das erzogen werden soll. Das scheint nuneinfach Sache der Empirie zu sein; man beobachtet das Kindesleben, vergleicht mit deneigenen Erfahrungen diejenigen, die von andern gemacht sind, und gelangt so zu einerbestimmten Ansicht. Aber um auch ans empirischem Wege das Nichtige zu erfahren,muß das Auge erst hell, der Blick geübt sein; um, was factisch vorliegt, würdigen zukönnen, muß man schon einen Maßstab, also dem Empirischen gegenüber ein Ideales,dem Relativen und Accidentiellen gegenüber ein Absolutes haben. Also auch der Psycho-logische Theil der Pädagogik bedarf eines Princips, und je nachdem dieses ist, wirdauch das Resultat der Beobachtung nicht bei jedem das gleiche sein. Endlich, wennes sich darum handelt, die Mittel selbst, die die Erziehung zur Erreichung ihrer Zweckeanwenden kann und soll, richtig zu wählen und zweckmäßig zu gebrauchen, so reichtdazu die volle Erkenntnis des Zweckes und andererseits des Materials, das für jenenZweck bearbeitet werden soll, nicht aus; auch für die specisisch pädagogische Technik be-darf es gewisser Grnndanschaunngen, die selbst wieder so principiell sind, daß hievondie ganze Ausführung in Wissenschaft und Praxis abhängt; es ist der Geist in derMethode, es ist der Glaube an die Methode, was sich darin ausspricht und fixirt. Somüßen wir für unsere Wissenschaft drei Principien haben: eines, das den oberstenZweck aller Erziehung ausdrückt; ein zweites, das die Grundanschanung vom Objectederselben enthält; und ein drittes, das gleichsam den sxiritns rsotor für alle die Mitteldarstellt, die dazu angewendet werden sollen, um an und mit dem so beschaffenen, so
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