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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Erziehungsprincipien.

Chaos); sie tragen ein Realprincip in sich, auch wenn der menschliche Geist dasselbenoch nicht anfgefunden; hat er dasselbe gefunden, so ordnet er darnach auch seine Er-kenntnisse, und jede principiell construirte Wissenschaft ist hiernach eigentlich ein unwill-kürliches orsäo in unmn clsnm. Subjectiv aber beruht jene Forderung auf derConstitution des denkenden Geistes selber, der, je mehr er zu sich selber kommt, um somehr für alles disparate, was er in sich aufniimnt und reproducirt, eine Einheit suchtund nur in dieser sich vollkommen befriedigt. Woher aber gewinnt er dieselbe? Psycho-logisch giebt es der Wege viele, auf denen ein Mensch zu solch einem Grundgedankengelangt, ans denen er denselben findet; an sich aber wird ein Princip nie erst durchAbstraction, durch Deduction, durch Calcul gewonnen, es ist nie erst das Resultat vonanderweitigen Prämissen (dann wäre vielmehr die Prämisse das Princip), sondern es istimmer eine Realität, die sich mir zu geistiger Intuition darbietet, die aber für meineWissenschaft oder für mein Handeln erst dadurch zum Princip wird, daß ich sie mitmeinem Willen ergreife, ihr gleichsam huldige. Daher kommt es, daß einerseits wohläv xrinvixiis non ost ckisxntancknm, denn worauf einmal mein Wille einen entschie-denen Werth legt, davon bringen mich Argumente des Verstandes nicht ab, anderer-seits aber dennoch auch von Principien gesagt und nachgewiesen werden kann, daß siefalsch oder wahr, schlecht oder gut, ein Tryolrov ipröSox oder eine Fundamentalwahrheitseien: denn was jemand als Realität ansieht, kann möglicher Weise ein bloßer Schein,oder was jemand als höchstes Gut begehrt, kann etwas untergeordnetes, kann seinemKerne nach ein Nebel sein. Tragen wir dies nun auf unser Gebiet über, so fragt essich erstens, ob die Erziehung und Erziehungswissenschaft überhaupt ein Princip nöthighat? und zweitens, woher wir dasselbe bekommen oder welches das richtige ist? Wasdas Erste betrifft, so würde die Erziehung gar nicht Gegenstand einer Wissenschaft wer-den können, wenn sich kein Princip aufstellen ließe; nur wenn alle einzelnen Lehren,alle Zwecke und Mittel, alle Gebote und Rathschläge, die sich auf das Erziehungs-geschäft beziehen, unter eine Einheit gebracht und in organischem Zusammenhang dar-gestellt werden können, ist eine Pädagogik als Wissenschaft möglich. Aber auch diePraxis der Erziehung kann eines Princips nicht entbehren. Ist sie völlig principloswie etwa auch eine Politik principlos sein kann, so vernichtet sie sich selbst, hebtheute die Wirkung dessen wieder auf, was sie gestern gethan; der Zögling, statt selberzu einem Lebeusprincip zu gelangen, wird keine feste Anschauung von dem, was er thunund sein soll, gewinnen; die Willkürlichkeit, Unbeständigkeit, Launenhaftigkeit der Um-gebung wird sich entweder auf ihn vererben, oder wird er sich solch einer Nicht-Er-ziehung gegenüber bald auf seine eigenen Füße stellen; wird etwas aus ihm, so habenseine Erzieher kein Verdienst, wohl aber sind sie dafür verantwortlich, wenn nichts ausihm wird. Möglicherweise kann aber die Erziehung eine gewisse Einheit und Bestimmt-heit in Bezug auf ihre Zwecke und Mittel haben, ohne daß wir doch eigentlich von einemPrincip reden könnten, wenn es nämlich bloß die Gewohnheit des Herkommens ist, demman folgt, wo es sich nur darum handelt, daß der Knabe einmal sein Brod, das Mäd-chen eine Versorgung findet, und hiezu die nun einmal gangbaren Wege eingeschlagenwerden, daneben auch einige Cultur des Betragens zum Surrogat der sittlichen Er-ziehung gemacht, d. h. ebenfalls als Mittel zu jenem Lebenszweck behandelt wird. Indiesem Sinne kann man wohl von einer industriellen, materialistischen, egoistischen Er-ziehung, aber nicht von einem dergleichen Princip reden, weil dieses immer etwas vomGeiste klar aufgefaßtes sein muß. Schon näher sind einem solchen diejenigen gekom-men, die sich für die Erziehung Maximen gebildet haben. Eine Maxime ist ein aufpartiellen Umfang beschränkter Grundsatz, also Wohl eine Art von Princip, aber nurdazu dienlich, um nach irgend einer Seite hin das Verfahren einheitlich zu machen, eszu regeln, weit nicht ausreichend, um für alle pädagogischen Probleme eine festeNorm zu geben, daher sehr oft diejenigen, die sich auf ihre Erziehungsmaximengroße Stücke einbilden, zwar im einzelnen streng und consequent sind, daneben aber