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2 (1860) Director - Globus
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Erziehung, verkehrte Richtungen in derselben.

staatliche Ordnung als ein das Recht und die Gesetze des geschichtlichen Werdens verachtenderabstracter Demokratismus hervvrtritt, zeigt sie sich in ihrer Feindschaft gegen die von demchristlichen Princip ausgehenden religiösen Ordnungen als Paganismus, insofern siedie positiven Heilslehreu und Heilsthatsachen verachtet, durch welche der Mensch aus demnatürlichen Leben dem ihm vorgesteckten Ziele der Gottähnlichkeit entgegengeführt wer-den soll, und dagegen das natürliche Leben vergöttert und in der Befriedigung der An-sprüche desselben die eigentliche Bestimmung des Menschen erkennt: da die Oppositiongegen den Staat unmittelbar gefährlich ist, so ist der pädagogische Radicalismus gegenihn nur gelegentlich bei besonders günstigen Zeitumständen herausgetreten und hat sichlieber in der unschädlicheren Feindschaft gegen die schutzlosere Kirche gefallen. Bekannt-lich hat sich wiederholt die Befürchtung geltend gemacht, es werde dieser Opposition diepädagogische Beschäftigung mit den Erzeugnissen heidnischer Cultur Vorschub leisten,und man hat daher das aus dem classischen Alterthum entlehnte Unterrichtsmaterial durchchristliche Schriften zu ersetzen gesucht. Bei näherer Betrachtung aber erweist sich jeneBefürchtung als unbegründet. Allerdings hat die Verwechslung einer bestimmten un-vollkommenen Erscheinungsform des Christenthums mit seinem Wesen und die Begeisterungfür die in ihrer Weise unübertreffliche Vollendung der wissenschaftlichen und künstlerischenProducte des classischen Alterthums hie und da auch Pädagogen veranlaßt, ähnlich wieeinst Winkelmann und auch Goethe in einer gewissen Lebensperiode, sich zu rühmen, daßsie Heiden seien, und zu vergessen, daß nur die Verbindung der Formvollendung desclassischen Alterthums mit der göttlichen Reinheit und heiligen Kraft des christlichenPrincips zur wahren Bildung führen kann, daß dagegen die antike Cultur allein hierzueben so wenig ausreichen würde, als sie im Stande war, Griechen und Römer selbstvor dem Verderben zu bewahren, welches, nach der tiefsinnigen Entwicklung des Apostels(Röm. 1, 21—32), überall da das Ende ist, wo der Anfang mit der ersten Verirrunggemacht wird, statt das Geschöpf zum Schöpfer zu erheben, den Schöpfer zum Geschöpfherabzuziehen. Im ganzen aber hat der historische Sinn, welcher durch, die Beschäftigungmit dem classischen Alterthum nothwendig angeregt wird, und der ideale Schwung,welcher seinen Erzeugnissen eigen ist, die pädagogischen Vertreter der classischen Bildungdavor bewahrt, das Recht und die Bedeutung des positiven Christenthums zu verkennen.Vielmehr ist die radicale Opposition gegen Christenthmn und Kirche hauptsächlich inRücksicht auf die Verhältnisse der Volksschule aufgetreten und wenn sie auch keineswegsvon deren Leitern und Lehrern ursprünglich ausgieng, so haben doch manche von denletzteren daran theilgenommen, theils von dem allgemeinen Aufklärungsschwindel der„Neuzeit" hincingezozen, theils weil ihre bedrängte äußere Lage eine Aenderung wirklichsehr wünschenswerth machte und sie dann in der Wahl der Mittel sich vergriffen. Be-kanntlich haben diese radicalistischen Reformbestrebungen sich namentlich in den lautenund vielstimmigen Nus nach Emancipation der Schule zusammengedrängt, der ge-wiß vollständig berechtigt war, sobald er verlangte, daß bei der Ausdehnung nnd Mannig-faltigkeit, welche gegenwärtig der Organismus des Schulwesens erreicht hat, die obereLeitung desselben einer besonderen Behörde übergeben werde, vollkommen unberechtigtaber, sobald er eine Verwerfung jeden Zusammenhangs zwischen Kirche und Schulebedeutete, wie er namentlich in dem wechselseitigen Verhältnisse des Ortsgeistlichcn unddes Volksschullehrcrs repräsentirt ist, sobald er in paganistischem Sinne die Forderungaussprach: „die Volksschule muß weltlich gesinnt sein." Ein Organismus ist nur danngesund, wenn seine verschiedenen Grundshsteme, hier also Schule und Kirche, sich nichtvon einander abschlicßen, um etwas für sich zu sein, sondern wenn sie in lebendigemWechselverkehr sich gegenseitig stützen; und Weltflucht liegt so wenig im Wesen desChrisienthums, daß eS vielmehr die Welt recht allseitig und kräftig zu erfassen trachtet,um sie dem natürlichen Verderben zu entreißen und mit seinem Geiste stärkend nndheiligend zu dnrchdringen; auch für die Erziehung giebt es kein Heil, als in Christus.Unbillig übrigens würde es sein, wenn man verkennen wollte, daß der Radicalismus