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2 (1860) Director - Globus
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Erziehung, verkehrte Richtungen in derselben.

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gmncte zur Bestimmung und Classification der pädagogischen Abnormitäten bietet Rosen-kranz im 3. Theile seiner „Pädagogik als System," welcher „die einzelnen Systemeder Erziehung" behandelt (S. 151—223); auch vgl. man im allgemeinen Salzmann,Anweisung zu einer unvernünftigen Erziehung der Kinder (Krebsbüchlein). Schnepfen-thal 1788.

Bevor wir mm die einzelnen Verirrungen, welche von den angegebenen Punctenaus möglich sind, näher betrachten, ist noch von einer in der Gegenwart vielgenanntenVerkehrtheit zu reden, welche nicht Wohl nur als eine falsche Richtung in der Erziehungbezeichnet werden kann, da sie vielmehr, folgerichtig durchgeführt, jede Erziehung ebenso gewiß aufheben würde, als sie in ihrer Consequenz zusammenhängendes Denken undgeordnetes menschliches Leben überhaupt unmöglich macht. Es ist dies der Materia-lismus. Im strengen Sinne nämlich bezeichnt dieses Wort die Ansicht, „daß alles,was existirt, nur eine zufällige Zusammenwürfelung und Mischung von einer zahllosenMenge materieller Substanzen sei." Dieser Materialismus verzichtet also auf die Ent-deckung eines inneren Zusammenhangs in den Dingen, damit zugleich auf ein eigentlichwissenschaftliches Denken, auf ein nach Grundsätzen geführtes und eingerichtetes Leben— es müßte denn der Grundsatz sein, keine Grundsätze haben zu wollen — und mit-hin auch auf eine nach Grundsätzen erfolgende Erziehung des Heranwachsenden Geschlechtes.Für den consequenten Materialisten müßte die Erziehung als Unterstützung in kräftigeErnährung, die Erziehung als Gegenwirkung, also die Zucht im engern Sinne in be-schränkende Diät sich verwandeln und bei dem auf solche Weise wohlgeregelten „Stoff-wechsel" müßte die richtige Seelenthätigkeit, die sich ja zu dem Gehirn und den Nervennicht anders verhält, als etwa der Urin zu den Nieren, oder die Galle zur Leber, vonselbst sich geben; Uebung der Sinne durch einfaches Darbieten sie anregender Gegen-stände aus der Sinnenwelt wäre das Aeußerste, was etwa noch als erforderlich erscheinenkönnte. So lange aber der Materialist mindestens einen zusammenhängenden Unterrichtin der Naturkunde, etwa auch in der Mathematik, noch für ersprießlich hält; so langeer sich noch die Freiheit nimmt — und zumal den Gegnern gegenüber pflegt er vondieser Freiheit einen sehr ausgedehnten Gebrauch zu machen — diesen oder jenen nichtbloß einen schlechtgesiitterten, sondern ganz einfach einen schlechten Menschen zu nennen;so lange er bei seinen eigenen Kindern über Spuren solcher Schlechtigkeit durch Hinblickans ihre Wohlgenährtheit und physische Kraft sich nicht zu trösten vermag: so lange ist esihm noch nicht gelungen, die letzten Reste des der menschlichen Natur einmal inhäriren-den Idealismus völlig hinauszuconseguenzen. Beachtenswerth ist namentlich die Jncon-sequenz; daß selbst die entschlossensten Materialisten es doch meist ganz wünschenswerthfinden, fromme Kinder zu haben; und mancher aristokratische Bonvivant, der vom weisenSalomo nichts gelernt hat, als daß alles eitel ist, mancher auf zu üppigem Bodenselber ins Kraut gewachsene Gutsbesitzer oder Pächter, mancher aufgeklärte Fabricantoder Kaufmann, der nur die eine Großmacht des Geldes kennt und anerkennt — manchervon solcher Sorte, wenn er seinem bescheidenen Hofmeister oder Hauslehrer imponirenwill durch seine freigeistischen Ansichten, könnte gewiß durch die einfache Frage zur Be-sinnung gebracht werden, ob er wünsche, daß man mit diesen Ansichten seine Kinderbekannt mache und in solchem Sinne sie erziehe. Die Herrn ahnen eben doch, daß eineconsequente Durchführung ihrer Ansichten die menschliche Gesellschaft zerstören müßte,und daß sie selbst nur von ihrer eigenen Jnconsequeuz leben. Ein vollkommen con-segucnter Materialismus existirt ebenso wenig, als ein vollkommen consequenter Spiri-tualist, d. h. ein Mensch, der die Ansicht hätte, „daß die ganze Außenwelt, sein Körperinbegriffen, den er sieht und betastet, bloß eine subjective Vorspiegelung seiner Denk-kraft sei." Was wir mit jenem Namen bezeichnen, das ist die allerdings in der Gegen-wart auf erschreckende Weise über alle Stände verbreitete Richtung, welche den Geistan den Dienst des Fleisches hingiebt und so die höhere und wahre Bestimmung desMenschen verleugnet. Diese Richtung hat auch in der Erziehung in^verschiedener Weise