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2 (1860) Director - Globus
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Erziehung.

sittlichen und intellectuellen Aufgaben, die das Leben selber stellt, daß der Erzieher dieKraft des Zöglings im Gang erhalten und sie an immer umfangreicherem Stoffe fort-während steigern muß. Der Anregung muß die Uebung folgen, und zwar, je nachdemder Wille des Kindes sich bestimmt, wiederum entweder durch bloße Fortdauer der An-regung, durch Reizung mittelst immer neuer Darbietung von Objecten der Thätigkeit,oder durch Zwang.

s) Jener Eigenwille ist aber nicht bloß ein häufiges Hindernis der vom Erzieherbeabsichtigten Thätigkeit des Zöglings, sondern er geht daraus aus, Dinge zu bewerk-stelligen, die dem Erziehungszweck direct entgegen sind. Diesen bösen Willen in einenguten umzuwandeln, (also seine Bekehrung, seine Wiedergeburt) ist zwar die mit demErziehungszweck selber wesentlich identische Aufgabe des ganzen Erziehungsgeschäfts.Aber sie würde nie gelost, wenn man die einzelnen bösen Willensbewcgungen und diedaraus hervorgehenden Handlungen einstweilen hiugehen ließe, bis das Herz des Kindesein neues, — bis die Liebe zum Guten an die Stelle der Lust zum Bösen getreten,oder etwa auch bis die eigne Erkenntnis des Guten, die verständige Einsicht an dieStelle des thörichten Begehrens getreten wäre. Jenes Hingehenlassen hätte nur dieFolge, daß der Wille sich im Schlimmen immer mehr festsetzte, das böse Handeln immermehr zur Gewohnheit würde. Dadurch, daß man letzteres einfach nicht geschehen läßt,daß der schlimme Wille nicht durchgesetzt, das Unrechte Gelüste nicht befriedigt werdendarf, wird Wille und Gelüste nicht etwa bloß mechanisch zurückgedrängt, um im Innerndesto bösartiger um sich zu greifen (wiewohl die unkluge Art der Behandlung, da nurdas äußere Benehmen geregelt, nach dem aber, was heimlich geschieht, nicht gefragtund auf Gemüth und Gewissen nicht positiv eingewirkt wird, allerdings jene allerschlimmsteWirkung haben kann): sondern, wie jede böse Lust durch Befriedigung nur wächst, soist auch die Versagung dieser Befriedigung, die Verhinderung der Ausführung des Ge-wollten das unentbehrlichste Mittel, um das Unrechte Wollen selbst allmählich zu ver-nichten. So gesellt sich zu dem oben besprochenen positiven Zwang, der das Kind nöthigt,etwas zu thun, was es nicht thun wollte, der negative, der es zwingt, etwas zu unter-lassen, was es thun wollte; beide Seiten dieses nöthigenden Verfahrens zusammen nennenwir in einem engeren Sinne die Zucht.

(Die von a—o bezeichneten Erziehungsmittel treffen ungefähr mit Hippel's De-finition zusammen, die freilich als Definition sehr unvollständig ist: „erziehen heißt:vom Schlaf aufwecken, mit Schnee reiben, was erfroren ist, und abkühlen, wo's brennt").

Jn der zweiten Linie ergiebt sich uns Folgendes:

u) Das erste, unmittelbarste Mittel der Einwirkung auf den Zögling liegt in derpersönlichen Gegenwart des Erziehers, die eben deshalb auch eine oonältio sins guanon für die Erziehung ist. Belehren, ermuntern, vorwärts bringen kann ich einenMenschen auch durch Briefe, durch Schriftstellerei; erziehen aber kann ich ihn nur, wenn ichihn persönlich um mich habe. Dies ist aber nicht nur Bedingung für die weitere Ein-wirkung, die persönliche Nähe des Erziehers nicht nur Bedingung für den Nespect, derseinem Gebot erwiesen wird, sondern sie wirkt selbst schon erziehend, und das um somehr, je edler, je würdiger die Person des Erziehers dem Zögling, wie allen in seineNähe, kommenden gegcnübersteht. Es ist die Selbstdarstellung des Erziehers, die wirals Erziehungsmittel darum so hoch stellen müßen, weil auf den Menschen, und zuallermeist auf das noch nicht zu eigner Persönlichkeit ausgeprägte Kind, nichts einen soentschiedenen, mächtigen Eindruck macht, als eben ein tüchtiger Mensch, ein „vollkommenerMann" (vgl. Jak. 3, 2). Unwillkürlich ahmt das Kind nach, was es an ihm sieht,nicht vermöge eines Nachahmungstriebes, den man Kindern zuschreibt, als wären sicAffen, sondern weil es fühlt, um etwas zu sein, müße es ein Mann werden, weil ihmdas Rechte, Gediegene, Erle, für das nur erst die Empfänglichkeit ihm inwohnte, hierin einem lebendigen Bilde vor Augen steht. Hierüber verweisen wir auf den Art. „Er-zieher," und fügen nur bei, daß jene Selbstdarstellung-um so besser pädagogisch wirken