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2 (1860) Director - Globus
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Erziehung.

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großen Brutofen sn masss ins Leben befördert, sondern jedes einzelne wird von seinerMutter mit Schmerzen geboren und bedarf der individuellsten Pflege, so wenig banndie Erziehung eine massenhafte sein; auch darin erweist sich die Pädagogik als Tochterder Ethik, da auch diese (s. d. Art.) es principiell mit dem Einzelnen, mit seiner SeeleHeiligung zu thun hat. Der Gesetzgeber kann immerhin bei öffentlichen ans die Erziehungbezüglichen Einrichtungen von Ideen allgemeiner Art sich leiten lassen, das ist dasPolitische im Pädagogischen; aber die weisesten Institutionen sind fruchtlos, wenn nichtdas einzelne Kind als Person den Gegenstand der Erziehung bildet, d. h. wenn auchder praktische Erzieher ins große arbeiten will. Dem widerspricht selbst die Schul-erziehung nicht; auch sie ist mehr scheinbar als wirklich eine Massenerziehung; der Lehrer,der sich des Einzelnen nicht annimmt, wird an der Masse keine Wunder thun; undüberdies muß der Schulerziehung die Familienerziehnng voran und zur Seite gehen,und zwar als diejenige, von welcher für die Gesammtbildung des Zöglings viel mehrabhängt, als von jener. Darum haben auch solche Lehrer, die vielleicht in der großenWelt nie genannt wurden, die aber sich immer der ihnen persönlich Anvertrautenauch mit persönlicher Hingebung und Treue angenommen haben, ein höheres Ver-dienst, als wer, ohne im kleinen arbeiten zu wollen, ein Weltschulmeister zu sein sicheinbildet. — Wenn aber nur der einzelne Mensch Object der Erziehung ist, so ister es dafür auch ganz, nämlich nicht auf die ganze Dauer seines Lebens (so lange be-hält uns nur Gott in seiner Schule) aber doch bis zur völligen Selbständigkeit. Demwiderspricht keineswegs, daß dem älteren Sohne mehr Freiheit gestattet wird, als demKnaben, dem Kinde, denn auch das Gestatten der Freiheit ist noch ein Moment der

Erziehung — als Mann hat mir niemand solche zu gestatten, ich nehme sie mir selbst.

Auch in dem Sinn, in welchem Ziller a. a. O. S. 2 sagt: „die Erziehung kann

nicht für den ganzen Menschen sorgen," da er nämlich das leibliche Auferziehen vom

Erziehungsbegriff ausschließen will, können wir die Beschränkung nicht zugeben. Dennso richtig der Tadel ist, den er dagegen ausspricht, daß die Pädagogen seit Rousseau(und Locke) vorzugsweise „den physiologischen Bedingungen deS menschlichen Daseins nach-gegangcn," so ist doch eben so gewiß, daß in der Regulirnng des leiblichen Lebens,und zwar von Anfang schon, ein erziehliches Moment liegt. Gerade im werdendenMenschen hängt das leibliche und geistige, näher das sittliche Leben so enge zusammen,daß die Betheiligung der Physiologen und Mediciner am Gesammtwerke der Erziehungs-kunst nicht entbehrt werden kann, wir vielmehr Arbeiten wie z. B. die Schrift vonHeyfelder „Die Kindheit des Menschen" (Erlangen 1857. 2. Ausl. 1858) für unsereWissenschaft stets willkommen heißen. Rein pathologische, therapeutische und diätetischeFragen, die das Kindesalter betreffen, hat die Pädagogik allerdings nicht zu behandeln,sie kann sie von sich aus auch nicht beantworten; der Arzt als solcher ist nicht Erzieher.Aber da die mono sana durch das oorxus sanum wesentlich mitbedingt ist und diePflege und rosx. Herstellung des letzteren immer zugleich den Willen des Zöglings mitin Anspruch nimmt, so ist nur das den Hebammen, Kindswärterinnen und Aerzten an-heimfallenve Detail dieser Dinge von dem Begriff der Erziehung auszuschließen, immer-hin aber ihr auch in dieser Beziehung der ganze Mensch als Object zuzuweisen.

3> Ist der Mensch, und zwar das Individuum, nicht die Masse, das Object derErziehung, gleichsam das Material, das sie als Kunst zu bearbeiten hat, so fragt es sichweiter, was sie aus diesem Objecte machen soll? wie das Kunstwerk heißt, zu dem dieserStoff unter ihren Händen sich gestaltet? Es ist der Mensch, der seinem Begriff adäquate,seiner Anlage und Bestimmung entsprechende Mensch, den die Erziehung zu Standebringen soll, nachdem ihn die Zeugung als ein zwar alle Anlagen in Hch tragendes,aber völlig unentwickeltes, ja (s. d. Art. Erbsünde) auch widersprechende, negative Ele-mente in sich hegendes Wesen in die Welt gesetzt hat. Ohne darum einem falschen,inhaltsleeren Humanitarismus in die Hände zu fallen, für dessen 'Bekenner der BegriffMensch nur den Inhalt hat, das Oppositum des Begriffes Christ zu sein (wie für