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2 (1860) Director - Globus
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Erziehung.

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Unterscheidung zwischen eänosrs und eänoars deutlich zu machen versucht worden, wie-wohl dieselbe nicht, ausreicht, um eine bestimmte Definition daranf zu bauen; E. M.Arndt (Fragmente über Menschenbildung, I. S. 43) sieht in eänoaro sogar schon dasKünstliche angedeutet und würde säncsrs, aufziehen, rykPxti- für richtiger halten.Schmid sieht das sänosrs das einemal als Sache der Mutter an, indem sie das Kindgebiert (a. a. O. S. 40 „es wird der Mensch in das Licht des Tages herausgeführt,eänoitnr," nach dem Spruche: oüucrtt obststrix, säucat nntrix, s. S. 1), das anderemal(S. 22t) soll Lärmers heißen „aus der Familie in den größeren Lebenskreis, in dieWelt hinausführen," ein drittesmal (S. 223): „die inner», höheren Thätigkeiten an-regen, zur Entfaltung bringen und groß ziehen," wogegen hier sänoars heißem soll: „denKnaben aus der animalischen Daseinsform herausführen, den animalischen Menschenin den spiritalen verwandeln." Versuchen wir es mit deutscher Etymologie, ob wirvielleicht ein festeres Resultat gewinnen. Ziehen — etwas von seiner Stelle weg aneine andre bringen, und zwar so, daß es, wofern es überhaupt beweglich ist, folgen muß,aber folgen auf stetige Weise, also im Gegensätze zum Geworfen-, Gestoßen-, Getragen-werden; was gezogen wird, muß immer noch gewissermaßen selber gehen, auch wenn essich dagegen sträubt — dieses Stammwort ist bereits durch metaphorischen Gebrauchauf unsrem Gebiete einheimisch geworden, verwandt dem Sinne, in welchem der Gärtnersich Blumen aus Zwiebeln zieht; so zieht sich der Lehrer einen Gehülfen, der Capell-meister sein Orchester, in welchem Falle man aber genauer „heranziehen" sagt; hiev

bleibt der Sinn dem ursprünglichen Bilde noch am meisten getreu, da es ein förmliches

nach sich- oder sich nachziehen ist, ohne daß damit schon irgend eine Andeutung über

die Mittel gegeben wäre. Dagegen wenn wir sagen: „der Bursche muß unters Militär,

damit er gezogen wird," so steht vielmehr das Mittel, die unerbittliche Zucht, im Vorder-gründe der Darstellung, der Zweck aber ist nicht, daß er einem andern (dem Ziehenden)nachkommt, sondern daß schon formell durchs Gezogenwerden, d. h. durch die Passivität,in die ihn der Zwang versetzt, er überhaupt die rechte Passivität als Negation seiner-schlechten Activität, d. h. Gehorsam gegen Personen, Auctoritäten, Ordnungen als Ne-gation seines rohen Eigenwillens lerne. „Aufziehen" hat ebenfalls bereits seine festepädagogische Bedeutung erhalten; es ist die Fortsetzung dessen, was man beim zartestenAlter, im Hinblick aus die dem Leben drohenden Gefahren, das „Davonbringen" nennt,also die leibliche Pflege bis dahin, wo das Kind in dieser Beziehung sich selber versorgenkann; eine Aufgabe, die nach dem Tode der Mutter z. B. auch von einer Magd ge-löst werden kann. Hier wiegt das Animalische vor, daher man auch von einem Kalbedasselbe sagen kann, von Menschen aber den Ausdruck meist dann gebraucht, wenn ver-waiste oder verwahrloste Kinder schon sehr früh in fremde Hände kommen, deren Er-ziehungswerk in diesem Falle namentlich aus dem Gesichtspuncte der erbarmenden, dasLeben erhaltenden Liebe betrachtet wird. Erziehen dagegen — gemäß der Bedeutungder Vorsilbe Er in vielen Wörtern, in erringen, erwerben, erkunden, erarbeiten, erzwingen,erwägen, erstehen (sowohl eine Strafe, als einen Gegenstand in einer Steigerung er-kaufen) u. s. w. — drückt das Vollendete, bis ans Ziel Verfolgte aus, und ebenso dasalle Seiten Umfassende, das Völlige nach seiner Qualität. Erziehen ist also - ziehenund aufziehen in jenem metaphorischen Sinn, aber mit der bestimmten Bezeichnung, daßdieses Geschäft bis an sein Ziel fortgeführt werde und alle Seiten des zu ziehendenObjectes umfasse. Damit ist jedoch der wirkliche Inhalt des Begriffes noch nicht näherbestimmt. Wir wissen ihn nicht bündiger zu definiren, als so: die Erziehung ist dieabsichtliche und zusammenhängende Einwirkung Mündiger auf die Unmündigen, wodurchdiese jenen persönlichen Werth erlangen sollen, dessen sie ihrer Natur nach fähig sindund in dessen Erreichung der göttliche Zweck sich erfüllt, zu dem jeder einzelne für sichund als Glied der gesammten Menschheit, so wie diese selbst, von Gott geschaffen ist.

1) Das Subject der Erziehung ist nur der Mensch; nur ein freies Wesen kannfreie Wesen wie zeugen so erziehen. Man ist zwar vollkommen berechtigt, den Begriff