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2 (1860) Director - Globus
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Erzieher.

Erziehung.

Hofrath und Professor Hufeland;" zuerst 1798 als dritter Abschnitt der Schrift überden Streit der Facultäten).

Ein Mann also, dessen gebildeter Geist und Wille auch körperlicher Verstimmungund den drohenden Einseitigkeiten des Alters Widerstand zu leisten weiß, der als wahr-haft Mündiger mit seinem ganzen Wesen wurzelt in dem Grunde des christlichen Heilesund von hier aus mit freiem Blick hinaus sieht auf Welt und Leben, den eine innereNöthigung treibt, was er gelernt und erfahren, andern und insbesondere dem Heran-wachsenden Geschlechte mitzutheilen, um auch sie zur Mündigkeit zu erheben, dessen per-sönliches Uebergewicht von diesen zwar unmittelbar empfunden wird, aber nicht als eineuiederdrückende Last, sondern als eine läuternde, züchtigende, aufrichtende und erweckendeKraft, und der mit heiliger Liebe zur Jugend zugleich die besondere Fähigkeit verbindet,zu ihr sich herabzulasscn und jeden auf dem ihm gemäßen Wege seinem von Gott ihmvorgesteckten Ziele zuzuführen — das wäre der rechte Erzieher. Nicht leicht werden inder Wirklichkeit in einem Manne alle diese Züge sich vereinigen. Am wenigsten ist esmerkwürdigerweise gerade bei denen der Fall gewesen, die durch ihre pädagogischenTheorieen Epoche gemacht haben: Rousseau mußte selbst eingestehen, daß ihm zum prak-tischen Erzieher nahezu alles fehle; Basedow konnte bei dem unruhigen, hastigen Propa-gandismus für seine neuen Maßregeln zu dem ruhigen Einblick in sich selbst nicht kommen,den sein früherer Genosse, Salzmann, mit so vielem Recht dem Erzieher empfiehlt; undwenn Pestalozzi die Cardinaltugend des Erziehers, die aufopferungsfähigste Liebe zuseinem Beruf nicht fehlte, so hatte doch auch bei ihm diese Liebe einzelner PädagogischerSünden Menge zu decken. Diese hingebcnde Liebe ist aber auch die Kraft, durch welchedie aus der mangelhaften natürlichen Begabung des Erziehers, wie aus ungünstigenäußeren Verhältnissen sich ergebenden Mängel am sichersten beseitigt werden. Der Eiferder Liebe schärft den Blick für die mannigfaltigen Aufgaben des Berufes, für die eignenSchwächen, wodurch wir hinter diesen Aufgaben Zurückbleiben, und für die verschiedenenMittel, welche zu ihrer Beseitigung Erfahrung, Beobachtung und Studium darbieten,und ihm haben wir cs zu verdanken, daß wir denn doch, als auf ermuthigende Vor-bilder, auf eine tüchtige Anzahl von Männern Hinweisen können, welche dem Urbildeines vollendeten Erziehers nahe gekommen sind: unter den Repräsentanten der frischenJugendzeit evangelischer Bilvung auf unsere Trotzendorf und Sturm, im Gebieteder Bolkserziehung im engeren Sinne auf unsere A. H. Franke und Flattich, imGebiete der Gymnasialbildung auf unsere Meierotto, Bernhardt, C. L. Rothund neben ihnen auf den trefflichen, von deutschen Bildungselementen tief durchdrungenenThomas Arnold. Wo namentlich eine höhere Schule durch ernste Zucht und frischeRegsamkeit, durch ideales Streben und gediegenes Wissen segensreich wirkt, da kann mandarauf rechnen, daß, wenn auch der Name des bescheidenen Mannes nicht auf demliterarischen Markt ausgerufen wird, es doch vor allem die Persönlichkeit eines Erziehersvon jenem Schlage ist, welcher man diesen Segen zu verdanken hat. Und so bleibt esdabei: bsot measnrss, bnt mon! (Wiese, a. a. §). S. 20) nicht Maßregeln undMethoden thnn es allein, sondern vor allem die Persönlichkeit des Erziehers: durch siewerden die Mängel der Maßregeln am besten ausgeglichen, und ohne sie fehlt auch denbesten Maßregeln der wirksamste Nachdruck und die sicherste Garantie. G. Baur.

Erziehung. — Da unsere ganze Enchklopädie mit allen Artikeln von A—Z imGrunde nur die Exposition des Begriffs der Erziehung und die Darstellung der Geschichteseiner wissenschaftlichen Fassung und seiner praktischen Verwirklichung ist, so kann einbesonderer Artikel über Erziehung nur den Zweck haben, das Allgemeine, was Begriffund Name in sich faßt, zusammenzustellen, d. h. ungefähr dasjenige zu geben, was mananderwärts als „Einleitung in die allgemeine Pädagogik" bezeichnet hat. (So Zillerin der diesen Titel führenden Schrift, Leipzig 1856).

Das Specifische des Erziehungsbegrisfes ist von manchen (neuerlich wieder vonP. Schund von Schwarzenberg „Philos. Päd. im Umriß," Erlangen 1858) durch die