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2 (1860) Director - Globus
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Erzieher.

Gott berufen und mit der entsprechenden Anlage ausgerüstet sei. Diese individuellenEigenthümlichkeiten, Anlagen und Kräfte zu beobachten und zu erkennen, muß derErzieher befähigt sein; vgl. was wir darüber in dem Art. Beobachtung gesagthaben, und den Art. Anlagen I. S. 163. Aber auch die einzelnen Fälle und Ver-hältnisse, welche der pädagogischen Einwirkung sich darbieten, haben ihre Individua-lität und wollen nicht nach dem stracken Maßstabe äußerlicher Gesetzlichkeit abgeur-theilt sein. Es ist leichter, in der Lehrstunde Ruhe zu halten, als aus der Aufregungdes Spiels sich plötzlich zu sammeln, und wenn hier auf die Mahnung des Erziehersnicht augenblicklicher Gehorsam folgt, so wird er dies minder strafbar finden, als dort;und jeder, der mit Erziehung sich beschäftigt hat, weiß, daß der einzelne Zögling einanderer ist zu verschiedenen Zeiten, daß namentlich die Arbeitslust und Arbeitskraft ihreFlut hat und ihre Ebbe und bald ein hastiger Eifer und eine Art Uebermuth des Ge-lingens Beschränkung fordert, bald wieder das schwach glimmende Docht angefacht werdenwill mit dem Odem der Liebe und das schon geknickte Rohr festgebunden mit freundlichunterstützender Hand. Den Inbegriff aller diesen Anforderungen entsprechenden Eigen-schaften bezeichnen wir als Erziehungstalcnt und pädagogischen Takt, worüberder betreffende besondere Art. zu vergleichen ist. Gegründet auf den Grund des gött-lichen Wortes und durch dessen Lehren, wie durch die der Geschichte und der eignenErfahrung ausgebildet und in treuem, sicherem und thatkräftigem Wirken hervortretend,wird es zur pädagogischen Weisheit: sie ist kein rein theoretisches, sondern zu-gleich ein praktisches Verhalten, ihr Anfang ist, wie der aller Weisheit, die Furcht desHerrn, zur besonderen Berufsweisheit aber wird sie erst durch die besondere Gnadengabedes pädagogischen Talentes (Palmer S. 220 ff.).

3) Es liegt in der Natur der Sache, daß der Erzieherberuf, als auf das Gebietdes geistigen Lebens sich beziehend, auch von geistigen Eigenschaften abhängig gemachtwird, und diese mögen im Bisherigen mit genügender Vollständigkeit aufgezählt sein.Es kommen jedoch auch noch einige physische Bedingungen in Frage, welchen sichzwar kein Mensch zu entziehen vermag, die aber doch auch zur freien Selbstbestimmungdes sonst zur Erziehung Berufenen insofern in Beziehung stehen, als er durch sie ver-anlaßt werden kann, theils seiner erziehenden Thätigkeit gewisse Grenzen zu stecken, theilsdie in jener Bedingung liegenden natürlichen Hemmungen durch freie sittliche Thätigkeit,so viel als thunlich, anszuglcichen: wir meinen Geschlecht, Alter und Gesundheits-zustand des Erziehers.

a) Die, im Unterschiede von der vorwiegenden Empfänglichkeit deS Weibes, dasmännliche Geschlecht charakterisirendc vorherrschende Selbstthätigkeit bildet die natürlicheVoraussetzung aller derjenigen Eigenschaften, welche die allgemeine Fähigkeit zum eigent-lichen pädagogischen Berufe begründen: der Richtung, vorzugsweise bestimmend auf andereeinznwirken, der Fähigkeit, aus sich herausgehend, in ihre Individualität sich zu versetzen,des freien Ueberblicks über die verschiedenen Lebensgebiete und die damit zusammen-hängenden Aufgaben der Erziehung, wogegen das Weib überall mehr in der Unmittel-barkeit der eignen Individualität beschlossen bleibt. Daher muß es, wie wenig auch diehohe Bedeutung des weiblichen und namentlich des mütterlichen Einflusses bei der Er-ziehung verkannt werden darf, Voch als Ziegel gelten, daß die oberste Leitung, wie schonim Hause dem Vater, so ganz besonders bei der umfassenden Aufgabe der Erziehungin der Schule dem Manne zukommt. Erzieherinnen können kleinere Kinder be-aufsichtigend und dann, namentlich Mädchen, in einzelnen, ja den meisten Fächern unter-richtend, vortrefflich wirken; aber die Sorgen der Organisation und der Oberaufsichtmäßen ihnen von einem Erzieher abgenommcn werden, wenn sie nicht Gefahr laufensollen, zum Nachtheil zugleich der Zöglinge den Reiz schöner Weiblichkeit einznbüßen.

b) Daß die Erfüllung der beiden an den Erzieher nothwendig zu stellenden For-derungen, einerseits als ein wahrhaft Mündiger den Zöglingen Halt und Vorbild zubieten und andererseits zu ihnen sich herabznlassen, durch das Alter des Erziehers