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2 (1860) Director - Globus
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Erzieher.

es sein, als dem „Bestreben, den Jdealmenschen, der in einem jeden Kinde verhülltliegt, frei zu machen" (Jean Paul). Dem Erzieher, welcher den eigenen Willen demgöttlichen Gesetze dienstbar gemacht hat, tritt in dem Wunsch und dem Bestreben,dieses auch in seinen Zöglingen zur Geltung zu bringen, nothwendig das Bild einesZustandes vor die Seele, in welchem in den Einzelnen und im Ganzen jenes Gesetzwirklich zur Herrschaft gelangt ist. Dieses Bild ist sein Bildungsideal, und einsolches muß jeder Erzieher haben; nicht ein Ideal im Sinne eines jeder lebendigenBeziehung zur Wirklichkeit entbehrenden eitlen Hirngespinstes, das nur in müßiger,erschlaffender Sehnsucht herbeigewünscht wird, sondern das Bild eines von Gott ge-wollten vollkommensten Zustandes, zu welchem in jedem Menschen eine Anlage und zudessen Verwirklichung die Keime im gegenwärtigen Leben vorhanden sind. „Ein Principder Erziehungskunst," sagt Kant, „das insbesondere solche Männer, die Pläne zurErziehung machen, vor Augen haben sollten, ist: Kinder sollen nicht dem gegenwärtigen,sondern dem zukünftigen, möglich besseren Zustande des menschlichen Geschlechtes, dasist: der Idee der Menschheit und deren ganzer Bestimmung gemäß erzogen werden."Nach der Verschiedenheit der Zeiten und Verhältnisse haben verschiedene Bildungsidealesich geltend gemacht (s. d. Art. I. 697). Dem frommen Israeliten schwebte als solches dertreueste Gehorsam gegen das den Vätern geoffenbarte Gesetz, dem Griechen die voll-endete Kalokagathia vor, dem Römer ein Bürgerthum, das alle Bedingungen zu dem„roAsro Imports populos" besitze; die römische Kirche forderte unbedingteste, zu jederEntsagung bereite Unterwerfung unter ihre Satzungen, den evangelischen Humanistenhatte Johann Sturm in seinem „äootu utguo ologuons ptotus" ihre Aufgabe bündigformulirt und die Bestrebungen der pädagogischen Neuerer von Montaigne bis aufRousseau liefen im wesentlichen sämmtlich auf Locke's von Juvenal entlehntes „mengsann in oorporo sano!" hinaus, bis Basedow für den nützlichen und glücklichen Welt-bürger als ein in der Haushaltung brauchbareres Ideal die süßen Philister in erheb-lichem Grade begeisterte, zugleich den Uebergang bildend zu den Idealen einer allerwahren Erziehung Hohn sprechenden seelenmörderischen Abrichtung, die nichts höhereskannte, als Glück, Geld und Carriere machen. Wie viel auch über Erziehung theoreti-sirt und nach dem Erziehungsideale gesucht worden ist: für den Christen ist es gefunden;es kann nichts anderes sein, als, wenn auf den Einzelnen gesehen wird, der wahrhaftmündige Christ, „der vollkommene Mann, der da sei in dem Maße des vollkommenenAlters Christi" (Eph. 4, 13), wenn auf das Ganze, das Reich Gottes. Nur mit einemsolchen Ziel vor Augen ist der Erzieher im Stande, über der reichen Mannigfaltigkeitvon Beobachtungen und Aufgaben, welche in seinem Beruf auf ihn eindringen, dasWesentliche nicht zu übersehen und zu vergessen und bei allen inneren und äußerenHemmnissen seinen Beruf lieb zu behalten; denn diese Liebe ist dann mit der Hoffnungverbunden, daß Gott das von ihm gewollte und mit ihm begonnene Werk werde voll-enden helfen, und diese Hoffnung lehrt den Erzieher zugleich die Geduld, welche ohneNiedergeschlagenheit und Verstimmung ruhig fortarbeitet, wenn einmal ein Erfolg nichtso rasch sich zeigen will, als erwartet wurde,*) und sie ist mit der Demuth verschwi-stert, welche die eigne Kraft an der Unendlichkeit der Aufgabe mißt und nie vergißt,daß, mit wie treuer Sorgfalt auch das Feld bestellt und der Same gestreut wordenist, der wahre Segen am Ende doch immer von Gott kommt. — ES ist zu wünschen,daß die Liebe zum Beruf nicht auf eine zu harte Probe gestellt werde durch Ueber-

*) Mit Geduld, die er von Christo lernt und erhält, erzieht der Lehrer, welcher auch glaubtauf Hoffnung, da nichts zu hoffen ist, die stumpferen und unfähigeren Geister: will manchesnicht gelingen, scheint manches nicht begriffen werden zu können, geht es schlecht auch bei dembesten Willen und immer schlecht — er hält frisch und fröhlich aus, nicht um des äußeren Er-folges willen, sondern zur Ehre Gottes. Und wenn wirklich äußerlich nichts erreicht würde —es wird innerlich das Größte erreicht: sich Lemiithigen unter die gewaltige Hand Gottes (VilmarSchulreden S. 117 ). D. Red.