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2 (1860) Director - Globus
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Erzieher.

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-unserer Seele;" an einer anderen Stelle (II. 447) bemerkt er, daß alle Grundsätzenichts helfen, „wenn man nicht, wie man im gemeinen Leben sagt, seinen Narren anKindern gefressen hat und sie liebt, ohne recht zu wissen: warum?" und er scheut sichnicht auszusprechen (11.321): „Wenn solche nichts von uns lernen wollen noch können,so liegt allemal die Schuld an uns, weil wir so ungelehrig oder stumpf sind, sie nichtin der rechten Lage anzugreifen." Auch Herder, der zu den Künsten des Uoutiksxumximuo in Dessau, wie Basedow einmal von Hamann titnlirt wird, gar kein großesZutrauen hatte, dringt vor allem ans einen Lehrer, der in seiner Classe völlig Herrund seiner Schüler mächtig sei, zugleich aber von dem oben angeführten Llaxima cksde-tnr eto. sich leiten lasse, und will auch auf den Erzieher das „Lerne was, so kannst dnwas!" angewendet wissen. Daneben secundiren Humanisten, welchen schon ihregründlichere Kenntnis der Geschichte in Bezug auf die neuen methodischen Künste dasMl ackmirari! empfahl und deren Unterrichtsstoff erfahrungsmäßig einen vom Geistdes Alterthums durchdrungenen, anregenden Lehrer erforderte, damit seine bildendeKraft vollständig entbunden werde. Einer der größten von ihnen sagt (I. A. Wolf,lieber Erziehung, Schule, Universität (Oousiliu sollolustioa) aus Wolf's literarischemNachlasse zusammengestellt von W. Körte, 1835): „Nur eine außerordentliche Liebe zudem Geschäft, zu der Jugend selbst und eine von ächter innerer Religiosität ausgehendeNeigung, für die nächsten Generationen zu arbeiten, kann die unsägliche Mühe, diemit diesem Stande verbunden ist, erträglich machen. Auf Belohnung darf der Lehrernicht rechnen, kaum auf Anerkennung." Je mehr die oberflächliche Aufklärerei, welchenamentlich für die Lehren der Geschichte und für die pädagogische Bedeutung undKraft des Evangeliums blind war, einem kräftigeren und innigeren religiösen Leben wich,desto mehr ist von dem persönlichen Einflüsse des Erziehers die Rede, wenn auch zu-nächst noch nicht in pädagogischen Schriften. Vor allen verdient hier Schleier-macher genannt zu werden, der zwar in seiner „Erziehungslehre" (herausgegeben vonPlatz. 1849 S. 90 f. 593) nur die Frage beantwortet, wem nach den Gesetzen dergesellschaftlichen Ordnung die Erziehungspflicht zufalle, in seinen drei Predigten „überchristliche Kinderzucht" aber (Predigten I. S. 579—620, vergl. Christliche Sitte S.225 ff. 341) die Pflichten der Erzieher aus dem Wesen der christlichen Familie tiefund überzeugend entwickelt. Demnächst sei auf Rothe's Theologische Ethik Z 1099.III. S. 679—705, und auf W. I. Thiersch, Ueber christliches Familienleben. 3. Aust.1857 S. 75 ff. verwiesen. Von pädagogischen Schriften darf der Unterzeichnete nebenPalmer's Evang. Pädagogik (1. Aust. I. S. 119ff. 220 ff. 311 f. II. S. 70f.) aufseineeigenen „Grundzüge der Erzichungslehre" (2. Aust. S. 96—216) Hinweisen, wo die be-züglichen Fragen seines Wissens am vollständigsten wenigstens gestellt, wenn auch nichtgelöst sind. Viel hierhergehöriges findet sich auch in Wiese's Deutschen Briefen überenglische Erziehung. Berlin 1852, gemäß dem englischen Grundsatz: Hot msasuros,but msu; dazu vergleiche man als Darstellung eines englischen Mustererziehers Tho-mas Arnold. Frei nach dem Englischen des A. Stanley von C. Heintz. Potsdam1847. (Vgl. d. Art. Arnold.)

Nach dieser historischen und literarischen Einleitung behandeln wir nun zuerst dieFrage: Wer soll der Erzieher sein? d. h. wem fällt nach der natürlichen Glie-derung der Gesellschaft das Erziehungsgeschäft ordnungsmäßig zu, und dann die:welche Anforderungen hat der Erzieher zu erfüllen, um seiner Pflicht voll-kommen zu genügen?

1) Auf die erste Frage: Wer soll der Erzieher sein? ergäbe sich ausdem allgemeinsten Begriff von Erziehung als einer Einwirkung Mündiger ans Unmün-dige, wodurch diese ebenfalls zu Mündigen werden sollen, zunächst die Antwort, daßeben die Mündigen die Erzieher seien. In der That giebt es bei den Naturvölkernkaum eine andere Erziehung, als diese von selbst sich ergebende unmittelbare Einwirkungder Gesammtheit der Mündigen aus die Heranwachsende Generation, wodurch diese