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Elementarschule.
bracht, wie sich nach den Erfahrungen und Ansichten eines bewährten Schulmannesdie Einrichtung und der Lehrplan der Elementarschule in der Landschule (und in derVolksschule überhaupt) gestalte. Dieser Lehrplan, wenn schon vor dem Erscheinen der„drei preußischen Regulative" entworfen, kann doch im wesentlichen als eine Ausführungder in diesen aufgestellten Grundzüge des Elementarunterrichtes angesehen werden.Doch dürfte das Ziel des Goltzsch'schen Lehrplanes an mehreren Puncten zu hoch ge-griffen sein. Was den Religionsunterricht betrifft, so ist der von Goltzsch gegebenenStoffvertheilung die der genannten Regulative vorznziehen, welche für die beiden erstenSchuljahre nur die Geschichten „von der Schöpfung, dem Sündenfalle, der Sündflut,von Abrahams Berufung und Mosis Sendung, sowie diejenigen aus dem Leben desHeilandes, welche zur Erklärung der christlichen Feste, zur Veranschaulichung seinerGottheit und seiner barmherzigen Liebe dienen," vorschreibeu, und erst nach diesemVorcursus die Reihenfolge eines guten Historienbuches eingehalten wissen wollen. Wennauch der Elementarunterricht es nur mit einzelnen Lebensbildern aus der Geschichte desReiches Gottes zu thun hat, so ist doch der Entwicklungsgang des göttlichen Heilsplanesnicht außer Acht zu lassen und derselbe auf der untersten Stufe um so mehr auf über-sichtliche Weise durch Hervorhebung der Hauptmomente in großen Zügen zu zeichnen,als es hier darauf ankommt, die religiösen Grundstimmungen zu wecken. Läßt mandie großen Entwicklungsmomente zu weit auseinanderfallen, füllt man die Zwischenräumemit einem zu reichen Materiale von Anfang an ans, so wird der Blick des Kindes vonden entscheidenden Wendepuncten abgelenkt und dem Lehrer die Gelegenheit genommen,eine fruchtbringende Anwendung der Geschichte ans das innere Leben der Kinder selbstzu machen. Die von Bormann (Unterrichtskundc S. 103) im Anschluß an die Regu-lative gegebene Auswahl von 18 biblischen Geschichten, welche in den ersten beidenJahren also zweimal dnrchgenommen werden müßten, entsprechen dieser Stufe entschiedenmehr. Dazu kommt, daß den Anfängern überhaupt eine größere Zeit gewidmet werdenmuß, wenn eine sichere Grundlage gewonnen werden soll.
Nur für Dorfschulen kann ferner der von Goltzsch vorgcschlageue religiöse Vor-bereitungsunterricht durch erweckliche Geschichten aus dem Leben zngclassen werden, weilim allgemeinen von den Landkindern angenommen werden muß, daß sie an sittlich-reli-giösen Vorstellungen arm in die Schule treten, da die Eltern wenig Zeit haben, mitihnen zu verkehren. Im allgemeinen sollen diese ersten Weckstimmen des religiösen Be-wußtseins von Vater und Mutter kommen. Ueberdies sind die meisten Geschichten dieserArt für das Kind viel schwerer zu verstehen, als die biblischen Erzählungen von derSchöpfung, dem Sündenfalle, der Gesetzgebung rc.
Was die Sprechübungen betrifft, so sind dieselben wohl in der Elementarschule nurals ein-integrirender Theil des Sprachunterrichts neben Lesen und Schreiben, keineswegsals ein besonderer Gegenstand, am wenigsten als ein verbundener Sach- und Sprach-unterricht anzusehen. Es ist in der vorausgeschickten Darstellung der Aufgabe, welchedie Elementarschule zu lösen hat, schon gezeigt worden, daß ein eigentlicher weltkundlicherSachunterricht gar nicht in die Elementarschule fällt. Auch stellt G. selbst die Forderung,daß die Erscheinungen, welche besprochen werden, nicht etwa classificirt werden sollen,daß auch kein Zusammenhang unter ihnen angestrebt, sondern nach Belieben das erstebeste Bild ergriffen und behandelt werden soll. Das heißt aber eben den Sachunterrichtausschließen, denn in einem Gebiete, in dessen Behandlung das Belieben und die Zu-fälligkeit herrscht, kann von einem Unterrichte nicht mehr geredet werden. Ganz andersgestaltet sich bei G. die Auffassung der Sprechübungen, wo er die sprachliche Seite der-selben berührt. Hier sehen wir sofort Ordnung, Stnfengang, Absicht und Zweck. Auchist der Ort, den G. den Sprechübungen im Lehrplane anweist, gewiß der richtige.Aber warum soll nicht zugegeben werden, daß diese Hebungen eben um der zu berich-tigenden Vorstellungen und ihres sprachlichen Ausdruckes willen vorgenommen werden?Die Furcht vor einer inhaltsleeren Weise, diese Denk- und Sprechübungen zu be-