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Elementarschule.
einfachen Theile, in welche der Lehrstoff sich zerlegen läßt, reicht zur Beantwortung dieserFrage nicht aus. Denn es ist klar, daß diese Gliederung des Stoffes in seine metho-dischen Elemente weder dem Elementarunterricht allein angehört, noch auch denselbenallein ausmacht. Vielmehr fällt jene Zerlegung des Stoffes schon vor den eigentlichenUnterricht in die Vorbereitung des Lehrers, und der Unterricht selbst soll nun die sogefundenen Elemente dein Kinde aneignen, soll sie dazu benützen, daß durch sie und anihnen die geistige Kraft des Kindes geweckt und gestärkt werde. Hier also tritt die Frageein, wie der Unterricht in den Elementen sich unterscheide von jedem anderen Unterrichte,— oder mit anderen Worten, wodurch der Unterricht elementarisch werde? Gehen wirvon dem höchsten Ziel alles Unterrichtes aus, so mäßen wir sagen, dieses würde erreicht,die absolute Vollkommenheit der intellectuellen Entwickelung würde dargestellt sein, wenndie Summe alles Wissenswürdigen erfaßt und die ungehemmte Freiheit in der Anwen-dung dieses Wissens erlangt wäre. Mit dieser Vorstellung ist das Ideal der Wissen-schaft bezeichnet, das nicht in einem Einzelnen, sondern nur in der Totalität allerWissenden sich realisiren kann. Aber an diesem Ideale muß doch alle Bildung des Ein-zelnen und jeder individuelle Zweck des Unterrichtes gemessen werden. Wie eng auchdiese Sphäre sei, welche die Intelligenz des Einzelnen umfaßt, so wird sein Wissen dochnur in dem Maße ein für ihn befriedigendes und für alle ersprießliches sein, in welchemer die Kenntnis des Materiales mit der geistigen Beherrschung desselben vereinigt. Undso geht durch allen Unterricht die zwiefache Forderung, das positive Wissen sowohlals die geistige Durchdringung desselben zu fördern, und diese beiden einander ergän-zenden Forderungen kehren unter den verschiedensten Namen immer wieder. Denn wennder Unterricht über Thatsachen der Bildung der Einsicht, wenn Kenntnisse der Fertigkeit,positives Wissen der geistigen Durchdringung, empirisches Wissen dem rationalen, mate-rialer Unterricht dem formalen, extensive Richtung der Bildung der intensiven entgegen-gestellt werden, so bezeichnen alle diese Gegensätze im wesentlichen nur dieselben beidenGrundfactoren, aus denen das lebendige Wissen sich zusammensetzt. Die größte Schwie-rigkeit alles Unterrichtes besteht also darin, den Schüler zwischen den extremen Richtungenbeider Seiten hindurch zu führen, und ihn sowohl vor jener Eitelkeit, welche aus derbloß extensiven Erfassung des Gegenstandes hervorgehen muß, wie vor jener Unlust zuschützen, die sich nothwendig einschleichen muß, wo durch unendliche Uebnng der Fertigkeitder Blick immer auf einen Pnnct gefesselt wird. — Diese Schwierigkeit wird aber da-durch nicht wenig vermehrt, daß in der erwählten Berufsart, in der Neigung und inder ganzen Anlage der Einzelnen sich immer schon eine Prädisposition für die eine oderdie andere dieser beiden Richtungen ausspricht, und daß überdies zwischen den besonderenZweigen des Wissens eine nicht geringe Verschiedenheit darin obwaltet, ob in ihnen dieForderung, Thatsächliches aufzunehmen, oder den begrifflichen Zusammenhang zu erfassen,vorwalte. Weder in den einzelnen Wissenden, noch in den einzelnen Wissenschaftenalso hört jene Differenz zwischen der intensiven und extensiven Richtungans, und in jedem Unterrichtsgegenstande wird sich die Erfahrung wiederholen, daß wederder ganze Inhalt desselben durchlaufen, noch die vollständige Reihe von Uebungen durch-gemacht werden kann, durch welche der Gegenstand erst völlig erschöpft wäre. Auchwird weder das eine noch das andere nöthig sein,- denn den ganzen Umfang des Ma-teriales zu kennen, wird immer nur demjenigen obliegen, der sich berufsmäßig mit diesemGegenstände beschäftigt, und in der Reihe der möglichen Uebungen, die an diesemMateriale vollzogen werden können, werden immer manche sein, die schon an früherenGegenständen gemacht worden, oder solche die an künftig darzustellenden noch werdenangestellt werden müßen. Die relative Unvollständigkeit alles Unterrichtes und die inallem Unterrichte höherer Art sichtbare Differenz zwischen extensiver und intensiver Voll-ständigkeit erklärt und entschuldigt sich daher durch den Zusammenhang aller Wissen-schaften. Aber so kann es sich nicht mit dem Elementarunterrichte verhalten, der, wennauch an das Leben anknüpfend und aus demselben manche Erfahrung voraussetzend,