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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Elementarschule.

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doch noch keine begründete Kenntnis, keine Geübtheit in den geistigen Functionen vor-aussetzen darf, wenn er sich nicht selbst für überflüßig erklären will; der aber eben sowenig irgend einen ihm zufallenden Gegenstand oder irgend eine ihm ungehörige Uebungübergehen kann, in der Voraussetzung, daß dies künftig schon werde gelernt werden,wenn er nicht wiederum sich selber aufheben will, denn er soll ja eben das lehren, wasallen künftigen Unterricht vorbereitet. Wie verhält sich also der Elementarunterricht zujenen beiden Grundrichtungen alles Unterrichtes, der materialen oder extensiven und derformalen oder intensiven? Man hat sich nicht selten geradezu dahin erklärt, daß derElementarunterricht hauptsächlich nur einer jener beiden Richtungen dienen dürfe, undes lassen sich in der Geschichte des Elementarschulwesens diese beiden Grundansichtenimmer wieder erkennen, von denen die eine behauptet, es komme nur darauf au, daßdas nöthige Material von Kenntnissen dem Kinde gegeben werde, die andere abereben so entschieden chervorhebt, daß vor allen Dingen die geistige Kraft des Kindesgeübt und seine Selbstthätigkeit erweckt werde. Jene wird mehr die Gedächtniskraft,diese mehr das Denken in Anspruch nehmen, jene mehr auf Mittheilung von Kenntnissen,diese mehr auf die Erzeugung der Fertigkeit ansgehen. Je stärker eine -der beidenRichtungen betont wird, desto mehr wird die Frage über das Wesen des Elementar-unterrichtes in tendenziöser Weise entschieden und die Aufgabe desselben verdunkelt. Nachjeder dieser einseitigen Meinungen würde die Differenz der extensiven und der intensivenRichtung nirgend größer und gespannter sein, als in dem elementarischen Unterrichte,so daß entweder mit den einen angenommen werden müßte, daß hier bei der größtenFülle des dargebotenen Materiales nur ein Minimum von geistiger Durcharbeitung des-selben zu fordern sei, oder mit den andern behauptet, daß das Material an sich völligbedeutungslos sei, wenn nur die vielfachste Uebuug der geistigen Kräfte dargebotenwerde. Beides ist falsch, denn die lebendige extensive Auffassung des Gegenstandes stehtzur lebendigen intensiven in einem geraden Verhältnisse, beide wachsen mit einander, unddieses gerade Verhältnis aufrecht zu erhalten, ist eben die Kunst des Unterrichtes. DieseAufgabe kann aber vollständig nur da gelöst werden, wo extensive und intensive Rich-tung noch gar nicht in jene Differenz getreten sind, wo die Erkenntnis der Sache unddie geistige Bewältigung derselben noch in Eins zusammenfällt, wo jeder Gegenstand,der gelehrt wird, eine neue Uebuug verlangt, und jede vollkommen überwundene Uebuugein neuer Gegenstand des Wissens ist. Nun erinnert zwar Schleiermacher daran, daßwir, so weit wir einen Gegenstand in seine Bestandtheile zerlegen mögen, niemals zujener Indifferenz zwischen Extension und Jntension gelangen. Und das mit Recht, so-fern von denjenigen die Rede ist, die von wissenschaftlichen Grundlagen aus jene Ele-mente betrachten. Diese können z. B. in jedem einzelnen Laute eine Menge von Be-ziehungen auffinden, z. B. physiologische, sprachliche und andere, die es erschweren, dieganze Reihe von Erkenntnissen, die aus dem einen Laute könnten gewonnen werden,zusammenznfassen, sie können in dem Zahlenkreise von 1—10 alle möglichen arithmeti-schen Sätze Nachweisen. Nicht so das Kind. Für dieses hat jeder Gegenstand nurdenjenigen lehrhaften Inhalt, der ihm eben aufgeschlossen wird. Auch kann ihm derganze Inhalt desselben niemals aufgeschlossen werden, weil die Voraussetzungen desVerständnisses für den unendlich größten Theil desselben fehlen, und weil wir durch dieBeschränktheit der kindlichen Fähigkeit immer wieder an die Grenze erinnert werden,die der Unterricht nicht überschreiten darf. Nun wird niemand leugnen, daß in derersten Auffassung eines Gegenstandes, in der ursprünglichsten Anschauung desselben beideMomente, das der Receptivität und das der Spontaneität Zusammenwirken mäßen.Das Kind muß den Laut selbst richtig erzeugen, wenn es ihn hörend richtig erkennensoll. Es fällt also Kenntnis und Uebung zusammen. Kann es ihn erzeugen, so kenntes ihn, und kennt es ihn, so kann es ihn erzengen. Ganz eben so verhält es sich beimSchreiben. Der Buchstabe ist ihm erst dann wirklich bekannt, wenn es ihn malen kann.Schon Herbart erinnert daran, daß dem Kinde vieles Gegenstand ist, was für den