Elementarschule.
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des ästhetischen Elementes theils untergeordnet, theils, wo es die Verhältnisse erlauben,selbständig nebengeordnet werden kann. An diesen Stoffen stellt sich bereits in derElementarschule das Ideal allgemeiner Menschenbildung dar: die höchste Bestimmung desMenschen ist durch seine religiöse Entwickelung, sein Verhältnis zur Menschheit durchdie sprachliche Bildung, sein Verhältnis zur Natur durch das Rechnen, die Grundlagealler Naturwissenschaft, bedingt. Freilich hat jeder dieser Stoffe eine andere Dignität.Fassen wir den Werth des Inhaltes an sich ins Auge, so ist der absolute Stoff, wieim Leben des Menschen überhaupt, in dem religiösen gegeben; blicken wir auf denFactor, welcher für die intellectuelle Entwickelung der wichtigste ist, so fällt der Schwer-punct in die sprachliche Bildung; sehen wir auf die praktische Aufgabe des Menschen,die Natur zu beherrschen und sie den höheren Interessen des Lebens dienstbar zu machen,so bleibt die mathematische Bildung und Geisteszucht die wesentlichste Forderung. Sohaben Humanismus und Realismus ihre Wurzeln in der Elementarschule, aber beide inder Unterordnung unter den absoluten und höchsten Lebensinhalt, daher denn auch Palmermit Recht die Aufgabe für den Unterricht überhaupt unter die allgemeine Formel faßt,daß dem Kinde die Wahrheit gegeben werde. Und so wird ersichtlich, daß es imGrunde eine dreifache Modification der Elementarschule geben kann, insofern sieintegrirender Theil a) der Volksschule, b) der gelehrten Schule, o) der Realschule (Ge-werbeschule, Handelsschule rc.) sein kann. Im ersten Falle wird, wie in der Volks-schule überhaupt, der religiöse Unterricht, im zweiten die sprachliche, im dritten die ma-thematische Bildung das relative Uebergewicht haben; denn wenn gleich die Aufgabeder Elementarschule für alle Kinder wesentlich dieselbe ist, so wird doch der ganzeOrganismus jeder Schule sich auch auf den unteren Stufen derselben nothwendig geltendmachen. Dadurch wird auch der unpraktische Gedanke widerlegt, daß etwa die ganzeElementarschule für alle Berufskreise schon darum eine gemeinschaftliche sein könne odergar müße, weil sie ja aller berufsmäßigen Bildung vorhergehe, und weil doch die Ideeder höchsten Bestimmung des Menschen für alle dieselbe sei. Der individuelle Charakterder Schule prägt sich nicht auf eine so äußerliche Weise aus, daß etwa ein bloßes plusoder minus der Lehrstunden für gewisse Gegenstände über ihn schon entscheiden könnte,sondern er schafft sich seine eigenthümliche Methode, seinen besondern Lehrton und feineindividuellen Formen des Unterrichts; es liegt daher im Interesse jeder Anstalt, die einewirklich organische Entwickelung gewonnen hat, des Gymnasiums, der Realschule undder Volksschule, daß sie ihre Schüler in der Richtung vorbereitet empfange, welche dieBerufsbildung nun verfolgen soll. Dazu kommt, daß die socialen Unterschiede derStände, aus denen die verschiedenen Anstalten sich ergänzen, sich schon in der geistigenEntwickelung der Kinder reflectiren, und daß diese Verschiedenheiten ein rascheres oderlangsameres Fortschreiten sowohl überhaupt als in Beziehung auf Einzelnes bedingen.
Wenn die ethische Betrachtung des Menschen zur Auffindung derjenigen Unterrichts-stoffe führt, mit denen darum aller Unterricht begonnen werden muß, weil sie am sicherstendie wesentlichsten Richtungen der menschlichen Persönlichkeit anbahnen, so werden dieseStoffe doch wiederum zu Elementen im pädagogischen Sinne erst durch den Unterrichtselbst, denn an sich stellen sie ja nur die Objecte dar, an welche das allgemeinste unddauerndste Interesse des Menschen auch für jede spätere Zeit sich anschließen soll. DieReligion, die Sprache und das Rechnen können im Unterrichte elementarisch oder nichtelementarisch behandelt werden und nur in dem ersten Falle sind sie eben Unterrichts-elemente. Der Begriff des Elementes in diesem Sinne bedarf daher noch einer näherenBestimmung vom Gesichtspuncte des Unterrichtes aus. Wir müßen daher noch einmaldie Frage nach dem Wesen des Elementes aufwerfen, und zwar gegenwärtig in derbestimmten Form, wodurch ein Unterrichtsgegenstand ein elementarischer werde. Durchdie Beantwortung dieser Frage würde sich auch die früher aufgeworfene erledigen, woder Gegenstand aufhöre, elementarisch zu sein, und wo er etwa die Form der Wissen-schaft annehme. Die oben aufgestellte Definition der methodischen Elemente, als der