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Elementarschule.
ruht schließlich ganz auf diesem Gedanken. Aber auch tiefdenkende und ernste Männermäßen, wenn sie die Anschließung an das Leben als das einzige Princip des Ele-mentarunterrichtes betrachten, ans jenes bunte Allerlei des Stoffes kommen, von demder Lehrplan Grasers ein so charakteristisches Beispiel giebt. Mit einem so zufälligenVerfahren wäre weder der alle Zeit nothwendigen Ordnung des Unterrichtes, noch demBegriffe des Elementes wirklich Rechnung getragen. Denn wenn das methodische Ele-ment eine Theilvorstellnng, ein Einzelnes ist, was aus dem wissenschaftlichen Ganzengelöst ist, so ist doch in dem Einzelnen auch wieder jenes Ganze der Substanz nachenthalten, und für den Unterricht ist es nicht gleichgültig, von welcher Art jenes Ganzeist. Da also im Elemente immer ein Stoff gegeben ist, so sehen wir uns wieder aufdie Vergleichung mit den Naturelementen hingewiesen. Aber für die denkende Betrach-tung der Natur sind die sogenannten chemischen Elements keineswegs die letzten Grund-bestandthcile der Körperwelt, sondern nur die einfachsten Erscheinungsformen der körper-lichen Substanz, bis zu denen die sinnliche Beobachtung die Natur verfolgen kann.Diese Elemente der Chemiker reichen, wie namentlich die organische Chemie lehrt, zurErklärung der Dinge nicht aus, und schon im Gebiete der unorganischen Chemienöthigen die auffallenden Gewichts- und Massenverhältnisse, die sich in der Verbindungder Elemente darthun, zur Voraussetzung einer eigenthümlichen Bestimmtheit der dieElemente constituirenden Atome, von der wir die Ursache nicht wissen, wohl aber dieWirkung sehen. Diese Wirkung ist immer nur in der Beziehung und Richtungans anderes erkennbar. Die natürlichen Elemente sind also Stoffe, welche besondereBeziehungen oder Richtungen in dem Wesen der Materie offenbaren. Betrachtenwir nun den Inhalt der menschlichen Bildung als Object des Unterrichts, so ist leichterkennbar, daß auch hier jeder einzelne Unterrichtsgegenstand eine bestimmte Richtungoder Beziehung in dem Wesen des Menschen darstellt, und so mannichfach diese Be-ziehungen sind und einander durchdringen, so mannichfaltig werden die Objecte desUnterrichts sich gestalten. Zu diesem ganzen System der Wissenschaften, in welchemsich die Summe aller menschlichen Interessen darstellt, soll nun der erste Unterricht denZugang bereiten, und zugleich soll doch der Unterschied zwischen denen, welche nur dienothwendigste Unterweisung, ohne welche keiner bleiben darf, empfangen, und zwischendenen, die eines höhern Grades geistiger Ausbildung theilhaftig werden können, nichtaußer Acht gelassen werden, damit einem jeden das für ihn Brauchbare und Wichtigevor allen Dingen gegeben werde. Somit entsteht die Frage nach dem Dringendstenund Nothwendigsten beim Unterrichte, und die andere, wo im Gebiete alles dessen, wasgelehrt und gelernt werden könne, dieses Dringendste liege (s. Herbart: „Ueber Pesta-lozzi's neueste Schrift, wie Gertrud ihre Kinder lehrt"). Wollte man Vollständigkeitauf dem Wege anstreben, daß man von allem ein klein wenig auswählte, so würdedurch die Planlosigkeit einer solchen Unterweisung der eigentliche Zweck des Unterrichtesgänzlich aufgegeben und die Unterweisung zum Spiele herabgesetzt werden. Es mäßenaber die allerersten Stoffe des Unterrichts solche sein, die, wie oben gezeigt, den Zugangzu allen Wissenschaften eröffnen, und, was darin liegt, die Ausbildung der geistigenKräfte nach allen in der Bestimmung des Menschen gesetzten Richtungen anbahnen.Was nun in allem ist, ist das Allgemeine; und dies eben ist das Dringendste. „Wasin der Folge das Meiste möglich macht, dessen Einfluß sich am weitesten erstreckt undder ganzen künftigen Bildung den Weg am sichersten bahnt, was überall zur Anwendungkommt und bei jeder Anwendung neue Früchte trägt" (s. Herbart a. a. O.) — das ebenmuß auch das Erste sein. Dieses Allerhülfreichste ist aber schon darum für alle ohneUnterschied und ohne Rücksicht auf ihren besonderen Lebensbernf das gleich Nothwen-digste, weil in Beziehung auf die allgemeinen und höchsten Richtungen, die in derBestimmung des Menschen angedeutet sind, kein Unterschied unter den Menschen besteht,sondern nur darin, mit welcher Virtuosität die eine oder die andere Richtung von demEinzelnen verfolgt wird. Die ersten Elemente alles Unterrichtes müßen also solche