Elementarschule.
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befähigt. Da nun das Wesen der Wissenschaft in dem Zusammenhangs, in demSysteme, in der Architektonik einander stützender und tragender Erkenntnisse besteht, sowird der Inhalt des elementaren Unterrichts nur in gewissen Theilvorstellungen undTheilgruppen des Wissens, in den gegebenen Grundtheilen desselben, mit einem Wortein dem Einzelnen, das aus dem wissenschaftlichen Verbände gelöst ist, zu suchen sein.Dieses Einzelne aber wird in einer dem kindlichen Vorstellungskreise angemessenen Formund Hülle dem Kinde dargeboten werden müßen, um nur überhaupt von ihm ergriffenzu werden. Wie also etwa ein Elementarcursus in der Chemie an gewisse alltäglicheVorgänge in der Natur anknüpfen muß, um aus der lebendigen Erscheinung denSchüler unter Anleitung des Lehrers die Vorstellungen von den Urkräften und Urstoffender Natur und von den Gesetzen ihrer Veränderungen selbst aussuchen und auffindenzu lassen; so wird aller Unterricht in seinem ersten Anfänge an das Leben anknüpfenund sich zunächst nur auf solche Objecte richten müßen, die abgesehen von dem lieferenInhalt, der aus ihnen entwickelt werden soll, an sich schon für das Kind überhaupteinen Inhalt haben. Darum fordert Schleiermacher, daß alle Unterrichtsgegenständenur in solche Elemente aufgelöst werden sollen, in Lenen das Lebens-princip noch ist, nicht in solche, die bloß mechanisch fortwirken können, und er weistdarauf hin, daß derjenige, der etwa den Sprachunterricht mit dem Worte oder mit denLautelementen der Sprache, statt mit dem einfachen Satze, anfangen wollte, mit demTodten beginnen und den Unterricht sofort Mechanismen würde. Von dem lebendigenElemente kann dann ebenso gut vorwärts als rückwärts gegangen werden. Das Auf-finden der richtigen Elemente ist aber selbst eben so sehr eine Sache der wissenschaftlichenErkenntnis als des pädagogischen Taktes, der sich in die kindliche Anschauung zu versetzenvermag; und mit Recht setzt daher Schleiermacher die Kunst der Methode lediglichin dieses Auffinden der für einen bestimmten Zweck des Unterrichts geeigneten Elemente.Danach hat es also der Elementarunterricht lediglich mit Elementen, d. h. mit solcheneinfachen Theilen, in welche der Stoff des Wissens sich zerlegen läßt, zu thun; er bleibtnur so lange Elementarunterricht, als er Elemente behandelt, und auf den wissenschaft-lichen Zusammenhang derselben nicht eingeht, und er vollbringt seine Aufgabe destosicherer, je besser es ihm gelingt, den Stoff in die richtigen Theile zu zerlegen. DerBegriff der Elemente, wie er sich hier darstellt, als der Begriff der für nnterrichtlicheZwecke gesonderten, ausgewählten und geordneten Theilvorstellungeneines Wissensgebietes, weist also auf die Zubereitung, die in der Elementarschule demLehrstoffe gegeben, auf den Lehrgang, der hier eingehalten werden soll. Die haupt-sächlichsten Fehler, welche selbst von Meistern in dieser Auswahl und Anordnung derElemente nicht immer vermieden worden sind, bestehen in jener den Geist erschlaffendenLückenlosigkeit und Vollständigkeit der elementarischen Theilung und Uebung, von derPestalozzi ein nur zu oft nachgeahmtes Beispiel gegeben. Das Correctiv dieser haar-spaltenden Begriffsanalyse und pedantischen Gründlichkeit, sowie der Eilfertigkeit, dieüber nothwendige Mittelglieder flüchtig hinwegspringt, liegt allein in dem eben erwähntenSchleiermacher'schen Worte, daß die Elemente für das Kind ein Leben, einen Inhalthaben sollen.
Aber wir können auch bei diesem Begriffe des Elementes nicht stehen bleiben,denn es fragt sich sogleich, welcher Stoff, welcher Vorstellungsinhalt, welche Gegenständees seien, an denen und aus denen der Lehrer die richtigen Elemente hervorheben solle.Wenn nur die eine Bedingung an diese Gegenstände gestellt wird, daß sie für daslernende Kind ein Leben, einen Inhalt, ein Interesse haben, und durch den Reiz con-creter Eigenthümlichkeit zur näheren Betrachtung auffordern, so scheint die Menge der-selben sehr groß zu sein. In der That giebt es ja Pädagogen, welche in dem Begriffedes Elementes fast nur dies eine Moment der Lebendigkeit betont und in der Vor-führung der buntesten Reihe von Gegenständen an sich schon das Wesen des eigentlichenAnfangsunterrichtes gesehen haben. Die spielende Unterrichtsweise der Philanthropisten