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Elementarbücher.
Elementarschule.
Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Posen von A. Schönborn und das französischeElementarbuch von C. Plötz.
4. Elementarbücher, welche von dem ersten besten beliebigen Stoff ausgehend,nichts als den praktischen Nutzen bezweckend, bei absichtlicher Vermeidung und Gering-schätzung jeglichen Systemes doch den Anspruch erheben, durch ein Chaos von Uebungenein harmonisches Ganzes erstehen zu lasten. In jedem Puncte eines organischen Ge-bildes ist Leben; welchen Punct man auch anrühren mag, überall trifft man auf dasvolle Leben; alles ist in allem! Warum also soll mau nicht ohne Zaudern irgend-wo, sei es wo es wolle, zugreifen und die Belehrung anknüpfen? Nehmt irgend einenSatz, eine Geschichte — sei es der Anfang des Telemach oder das Evangelium St. Johannisoder was sonst, — gebt zuerst eine Interlinear- oder Lateralübersetzung, dann Uebersetzung inder Sprache, die jedermann redet, erklärt Aussprache und Bedeutung, phraseologistrt ausden übersetzten Wörtern, analysirt, lexikologisirt, ergehet euch bei jeglicher Sache überjegliches, was einem dabei einfallen oder auch nicht eiufallen kann, richtet absichtlichein Chaos von allem möglichen an und habt zuletzt den Muth zu versichern, dasChaos runde sich durch strenge Wissenschaftlichkeit zu einem harmonischen Ganzen ab!Welch ein herrlicher Trost ist es doch, den Hamilton, Jacotot und wie ihre Nachfolgerbis auf den heutigen Tag heißen, den geistig Armen darbieten! Alle Menschen habengleiche Intelligenz, heißt es. Darum wird allen ein gleichmäßiger Brei vorgesetzt, derauch alle Unterschiede der Dinge, die man in ihn hineinkocht, verschlemmt. Daß einwahrhaftes Verständnis irgend eines Thciles einer Sprache bei dieser Methode unmög-lich erreicht werden kann, ahnen die nicht, welche sie anwenden; die dieser Lehrart zuGrunde liegende Betrachtung des herrlichen Organismus, Sprache genannt, ist darumso öde und dürr, weil sie selbst die tiefsten Geheimnisse desselben auf mechanische Weisebetastet und durch roh materielle Mittel verständlich zu machen sucht. Wenn man dieElementarbücher, die unter der ersten Art geschildert worden sind, die streng wissen-schaftlichen, als das aristokratische Element auf dem hier behandelten Gebiete bezeichnenwill, so ist die zuletzt besprochene Classe die der völligen Niveleurs, denen alles undjedes ganz gleich für ihre Zwecke gilt; in allem alles! Es sei nur auf ein Buchunter den neuesten dieser Art aufmerksam gemacht: Robertsons Lehrgang der englischenSprache, für Deutsche bearbeitet von I>r. A. Boltz. 3 Theile.
In dem Vorstehenden ist absichtlich nur auf die Elementarbücher, welche sich mitdem Sprachunterricht beschäftigen, eingegangen worden, weil die in ihrem Bereich auf-tretenden Erscheinungen am meisten charakteristisch zu sein pflegen; nirgendwo sonstsind die Gegensätze einander schroffer gegenüber getreten. Und doch finden sich ebendieselben Gegensätze auch in anderen Kreisen dieser Gattung; wie verschiedenartig sinddie Ansichten in Betreff der Elementarlesebücher, der naturwissenschaftlichen, der mathe-matischen Elemcntarbücher! Der Streit bewegt sich auch hier zwischen den Forderungender systematischen Behandluugsweise und des praktisch Nutzbaren; je nachdem der zuBelehrende mehr als denkendes Wesen oder als Maschine betrachtet wird, werden auchdie Ansprüche an das Mittel der frühesten Belehrung, das Elemeutarbuch, verschiedengestellt werden. Die weitere Ausführung dieses Satzes kann füglich dem Ermessen jedeseinzelnen überlassen werden, da das über die Sprachelementarbücher Gesagte wohl aus-reichen mag.
Nur das eine sei schließlich hinzugefügt, daß, soll man unter den näher bespro-chenen vier Arten eine Wahl treffen, die zweite derselben den Vorzug zu verdienenscheint, da sie, auf wissenschaftlichem Boden stehend, den praktischen Nutzen, so weit esrecht und statthast ist, ihn im Elementarbuch zu berücksichtigen, auf das angemessensteund eben so bescheiden als wirksam fördert. A. Heydemann.
Elementarschule. In einigen Gegenden Deutschlands wird unter Elementarschuleüberhaupt die Volksschule verstanden. Dieser, sowohl in pädagogischen Schriften wie inamtlichen Erlassen der Behörden vielfach verkommende Gebrauch des Wortes ist da-